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Der Stifter der noch bluehenden Neuhaeuser Linie Christian Ludwig von Eberstein und seine Nachkommen
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dem dieselben während des Zeitraumes von 4Vs Jahr einer strengen fremden Leitunganvertraut gewesen waren, hatte es ihr Vater nunmehr in pädagogischer Beziehung fürangemessen gehalten, daß sie dem Familienleben nicht entfremdet würden.

Gleich nach Gustav's Übersiedelung nach Nordhausen erhielt er von dem General-postmeister v. Nagler die Anfrage: ob," da jetzt — (also nach 23! Jahren nach dererhaltenen Aussicht auf Civilanstellung im Postfache) — die Reihe an ihm sei, er einPostamt annehmen wolle? zunächst sei von den Militärpostämtern das von Marien-burg vakant; er könne nun dasselbe entweder selbst annehmen, oder auch durch einenvom" Generalpostamte zu bestimmenden Administrator verwalten lassen. Da Gustavdamals gerade, und zwar mehrere Monate krank an seinem alten, aber noch nicht richtigdiagnostizirten Übel darniederlag, so wählte er die Administration. Im I. 1850 machteder" neue Handelsminister v. der Heydt den Versuch, die Militär-Postämter überhauptzu beseitigen, pensionirte Gustav und zwar mit der bedeutend geringeren Summe seinesehemaligen Wartegeldes; allein das Kriegsministerium, welches hiervon in Kenntnisgesetzt werden mußte, übernahm sofort aus eigener Initiative den Major Gustav wiederin das Invaliden-Departement und gewährte ihm eine höhere Pension, als seine Kom-petenz im Postfache betragen hatte.

Als Gustav einst in Geschäften im Sommer 1340 von Salza aus in Kelbraunter der Rothenburg gewesen und dort durch Zufall mit dem seit 17 Jahren ihmbekannten bisherigen Justiz-Kommissar in Eislebcn Friedr. August Karl Stvckmannzusammengetroffen war, erhielt er sehr bald darauf dessen Besuch in Salza. Stock-mann, der zugleich Bevollmächtigter des Prinzen August von Preußen für dessenmansfeldische Güter gewesen und in seiner Stellung wegen seiner juristischen Tüchtigkeit,großen Gewissenhaftigkeit und penibelen Rechtschaffenheit sich allgemeine Achtung erworbenhatte, wollte nach Niederlegung seiner Ämter nur noch seiner durch Überarbeiten sehrgeschwächten Gesundheit und der Erziehung seiner einzigen Tochter leben. In letztererBeziehung gab er Nordhausen vor Kelbra den Vorzug, und so hatte denn sein Besuchfür ihn zunächst die Folge, daß er sich entschloß, schon mit Beginn des Winterhalb-jahres seinen Wohnsitz nach Nordhausen zu verlegen. Von hier aus nun kam erwöchentlich mehrere Male zu Bestich nach Salza und überredete schließlich auch Gustav,daß dieser ebenfalls nach der Stadt, und zwar in ein Haus ihm gerade gegenüber zog.Von da an war der Verkehr zwischen beiden alten Bekannten ein täglicher, Stockmannkam vormittags und nachmittags zu Gustav herüber, Ivo derselbe überdies mit demebenso oft hier einsprechenden Hausfreunde, dem von seinem Erfurter Regimente nachNordhausen abkommandirten, kenntnisreichen, charaktervollen und unterhaltenden Herrnv. Below, zusammentraf. Da nun auch Gustav's Frau und Tochter mit des mittler-weile zum Stadtrathe gewählten Stockmann Gattin und Tochter Verkehr unterhieltenund den freundschaftlichen Zusammenkünften natürlich auch die Söhne beiwohnten, sokeimte und erwuchs daraus im Verlaufe der Jahre eine noch engere Familienverbindung:Gustav's ältester Sohn Ferdinand, damals Ingenieur-Offizier geworden, und AmalieStockmann hatten sich verlobt. Vier Jahre vorher heirathcte Gustav's Tochter Char-lotte den Pfarrer der Frauenberger Kirche zu Nordhausen, vormaligen Gymnasial-Oberlehrer Heinrich Niemeyer, Sohn des bekannten Patrioten in der die Freiheits-kriege vorbereitenden Zeit und Verfassers des „Heldenbuchs" und des „DeutschenPlutarchs" Christian Nie meyer, Pfarrers zu Dedeleben.

So waren denn diese ersten Jahre nach Gustav's Übersiedelung von Leinungennach Salza und Nordhausen für ihn und seine Familie recht angenehme, zumal in derNähe ein alter Regimentskamerad Herr v. Bila auf Wernrode und in Nordhausenselbst ein Verwandter von letzterem, ein Gustav vom Jahre 1805 her bekannter Offiziereines anderen preußischen Regiments, Hauptmann v. Tettenborn, wohnte. — Leideraber war es ihm beschieden, seine letzten Lebensjahre in anhaltender Krankheit undunter entsetzlichen, von ihm mit wahrhaft großartiger Geduld ertragenen Schinerzenhinzubringen.