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Beschäftigung zu haben, die Güter Leinungen und Horla zur eigenen Bewirth-schaftung zu übernehmen; so ließ er sich doch auf anhaltende Bitten und Vorstellungenseiner Brüder Karl und Franz und seiner Schwestern Emilie und Charlotte, sowieunter Zustimmung der Brüder Moritz und Georg dazu bewegen, auch als derenGeneral-Bevollmächtigter nicht nur der allgemeinen Leitung der Forst-Verwaltungund der Pachtangelegenheiten der drei Gehofener Rittergüter, der diese betreffendenLehns-, Patrimonialgerichts und Polizeiangelegenheiten, sowie der Patronatgeschäftebezüglich der geistlichen Institute sich zu unterziehen, sondern auch^ die Führung dervielen schwebenden Prozesse zu übernehmen (vgl. Vollmacht in in. H. N. S. 291 ff.).Allerdings hatte Gustav hierbei an dem als Sekretär und Rentmeister angestelltenpraktischen Juristen Zimmermann eine wirkliche Hülfe; doch aber gehörte bei der füreinen Mann beinah zu großen, mit vielen Sorgen und Arger verbundenen Arbeitslasteine solche Arbeitslust, eine solche Leichtigkeit, sich in bisher ihm fern liegende Verhält-nisse und Geschäfte zu finden, und eine solche Unverdrossenheit und aufopfernde Un-eigennützigkeit und allseitige Gerechtigkeit dazu, wie alle diese Eigenschaften dem MajorGustav in seltenem Grade eigen waren.
Seit 1782 war der Ebersteinischen Familie ein Theil der Nutzungen ihrerWaldungen widerrechtlich entzogen worden. Nachdem nun aber die v. Eberstein beiSr. Majestät dem Könige Beschwerde geführt hatten, erhielt Gustav van der Regierungzu Merseburg die Aufforderung, auf der RegierungS - Hauptkasse die angesammelteSumme für Holz- und Kohlengelder im Betrage von ca. 29 999 Thlr. in Empfangzu nehmen (H. N. 292). Gustav begab sich auch hierauf nach Merseburg und nahmauf dieser Reise außer seinem Neffen Ernst auch den Sekretär Zimmermann mit.Nach dem Schlosse hinauf war nun zur Erledigung der Vorbereitungen zunächst Gustavallein gegangen. Als er von da in den Gasthof „Zur Goldenen Sonne" zurückkehrt,findet er bereits den Frühstückstisch gedeckt und die Plätze so vertheilt, daß für ihnnur ein ganz bestimmter Sitz übrig bleibt; auch steht Wein nicht nur in Flaschen aufdem Tische, der Wein ist auch bereits in die Gläser eingeschenkt, was insofern derSekretär sich unterstehen konnte, als sein Prinzipal seit dem Gebrauche von Stahl-bädern auf ärztliche Anordnung nur Liebfrauen-Milch-Stift trinken durfte; für ihnhatte daher Zimmermann diesen Wein, für sich selbst und Gustav's Neffen aber andernRheinwein bestellt. Der Sekretär bringt bei Gustav's Rückkunft zur Rechtfertigungseiner Voreiligkeit vor, sie hätten nicht geglaubt, daß die Erledigung der Geschäfte aufder Regierung so bald erfolgen würde, und so hätten sie denn gewagt, ihren sichmeldenden Appetit vorher zu befriedigen, ohne die Rückkunft des Majors abzuwarten.Letzterer rümpft zwar die Nase über diese Dreistigkeit, sagt aber weiter nichts und setztsich zum Frühstück nieder. Nach Ernstens Mittheilung hat Zimmermann eine augen-blickliche Abwesenheit seiner benutzt, den Wein in die Gläser zu schenken, angeblich,um zu sehen, ob der Wein auch nicht verdorben sei. Gar bald nun darauf, alsGustav den ersten Schluck aus dem für ihn hingesetzten Glase zu sich genommen hat,wird er blitzblau im Gesicht und fängt an unwillkürlich mit den Armen zu schlagen.Nachdem nun ferner ein Zustand eintritt, der nach einem Schlaganfalle aussieht, wirdGustav auf ein Logirziininer gebracht und sofort ein Arzt geholt. Dieser erkennt aber,da sich eine große Übelkeit im Magen und dann starkes Erbrechen einstellt, daß keinSchlaganfall vorliegt, sondern prognostizirt auf eine Vergiftung, etwa durch Grünspanaus einem nachlässig gereinigten kupfernen Kochgeschirre; er läßt daher zunächst lau-warme Milch und Eiweiß einnehmen und in der Apotheke ein starkes Brechpulver be-reiten, nach dessen Einnahme aller Mageninhalt mit dem (allem Vermuthen nach auseiner allzu großen Arsenikgabe bestehenden) Gifte glücklich ausgebrochen wird. Hieraufgerätst Gustav in einen so kolossalen, wie Leinweberschlichte riechenden, schwächendenSchweiß, daß ununterbrochen die Wäsche gewechselt und durch frische erwärmte ersetztwerden muß. Der Arzt bleibt die ganze Nacht bei ihm und ordnet dann nach einigenTagen an, daß Gustav in einein verschlossenen, mit Betten ausgefüllten Wagen denüber 7 Meilen weiten Weg nach Haus zurücklegt; „denn", sagt er zu ihm, „Sie