starb und daß ich selbst als Junker bei dem damaligen Plettenberg'schenDragoner-Regimente der Bataille bei Freiberg beiwohnte und nachher durch cineuSturz beim Exerziren, wo ich eine Rippe zerbrach, der militärischen Earrisre entrücktward. In der Schule des altern preuß. Dienstes erzogen, hat die heiße Anhäng-lichkeit an die prenst. Monarchie, die in dem Blute meiner Familie lag, sichauf meine Kinder fortgepflanzt, und nicht eher haben ineine Söhnck'fl bei mir eineZuflucht gefunden, bis ich: doch sie im strengsten Sinne des Worts derDsticht, der Ehre nnd des Dienstes Genüge geleistet, von ihren Borgesetzten, an die ich nach deshalb wendete, vergewissert ward. Der älteste (Wilhelm),welcher als Licut. beim Reg. v. Thiele stand, ward durch die Kapital. von Breslaugefangen und nahm schon im RIonnt Rlärz d. I. ((307) seinen Weg über Wien,um zu Ew. K. RR Armöe in Greußen zu gelangen. Bon ihm habe ich bis jetztnoch keine Nachricht. Die beiden andern Gebrüder (Moritz und Gttston), welcheals Lieutenants bei dein v. Wortettsledisrhelt Regimente standen, haben andem unglücklichen Tage des 3^ bei Auerstedt das auffallende Glück gehabt,die Fahnen des f. Bataillons ihres Regiments mit ihren Zhänden, nachdem dasBataillon aufgerieben war, zu retten, unterwegens noch eine dritte Fahne von einen:andern Bataillon zu sauvircn und nach Erfurt unter steter Verfolgung zu bringen,woselbst sie solche auf Geheiß des blcssirt daselbst hingelangten Kommandeurs desRegiments, des Rlajor v. Ebra, auf den Petcrsberg an den dasigen Komman-danten abgeliefert. Der aber hiermit und mit der Weldung an den GeneralLarisch (die ihnen befohlen ward) verbundene Zeitverlust war Ursache, daß sienicht mehr aus Erfurt, welches bereits umzingelt war, selbst entkommen und zurArmee gelangen können — sondern sich wider Willen, mit unterdrückter Wuth, indie Kapitulation von Erfurt als Gefangene eingeschlossen fanden, von welchemAllen mir der Rlajor von Ebra die Vergewisserung, als von einem notorischenEreignisse ertheilt hat. Auch sind alle ihre und meine Bemühungen, um zu einerAuswechselung zu gelangen, sowohl bei dem Grafen v. Goetz in Schlesien undsonst fruchtlos gewesen, es ist ihnen also auch der Trost entgangen, sich rächen zukönnen. — Weine Besitzungen in der Gegend von Sangerhausen hat derDurchzug des frauzösischen Ijeeres auf eine ruineuse Art zugleich betroffen, undaußer dem, daß starke Kontributionen und während eines seit dem Dezember v. I.(11. Dez. 1806) nur dein Namen nach geschlossenen Friedens Spannungen, Liefe-rungen und Requisitionen aller Art noch nie aufgehört, ist mein persönliches Nnheildadurch zur superlativen Gradation gediehen, daß meine j?ossession mit in: Aus-tausch gegen Eottbus an den neuen König von WestpHalen begriffen werdenwird zc.
Weine bitteren Gefühle seit den: unglücklichen f-f. Oktober v. I. schildernzu wollen, wäre ein Frevel. Verzeihen Ew. K. Was. aber, wenn mein blutendesk)erz sich der Kühnheit nicht erwehren kann, zu äußern, daß aus ineinen Jugend-jahren folgender oft gehörter Umstand nur noch vorschwebt. Vor der Bataillevon Torgau eröffnete der Grojzc Fvirdvtch seinen zusammen berufenen Generalen,Gbristen und Stabsoffiziers, daß er Daun aus Sachsen vertreiben müsse. Glücktees nicht, ihn zu schlagen, so ginge der Rückzug nach Wagdeburg, und die zunehmende (Position daselbst nebst den zu befolgenden Waßregeln hat er zugleichdetaillirt. Sollte denn Niemand in der Armöe übrig gewesen sein, der sich dessenerinnert? — niemand der älteren Generale wenigstens durch theoretisches Studiumder Wilitärgeschichte dieses großen Lehrmeisters den Gedanken aufzufassen vcr-
ch Als diese, nach der Schlecht bei Auerstedt durch die am 13. Okt. 18(16 geschlossene Kapitu-lation von Erfurt gefangen und auf Ehrenwort cutlassen, zu ihm nach Dresden kamen, empfing erdieselben mit den Worten: „Können wir »ns auch als ehrliche Leute unter die Augen treten?" — undliest sie so lange im Hotel logiren, bis er über ihr Verhalten in der Schlacht und nachher die ge-wünschte Auskunft erhalten.