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als auch Musik, Fechten und Tanzen dabei den Nachmittag forttreiben. Und diese fürmein Alter und meine Kräfte zu enorm angestrengte Thätigkeit brachte mich oft zuverzweifelnden Gedanken, dabei ich die Vorsicht anbetend danke, das; mein sanguinischesTemperament sie überwunden und nicht untergelegen. Und wahrend dieser so äußerstthätigen Periode meines Lebens bin ich nie lange bettlägerig gewesen. Nach denBlattern aber ward ich es desto stärker, und nun zeigte sich ein besonderes Drückenim Halse und ein brennender Schmerz auf dein Flecke, wo das erwähnte Mal auf derGuttural sich befand. Nach einigen Tagen, da der ganze Hals dick und geschwollengewesen und Umschläge fortgebraucht wurden, zeigte sich mit einmal, daß aus demkleinen Löchlein in der Haut am Halse ein klein Tröpfchen eines gelblichen Saftesherauskam und ich bekam Erleichterung. Mau verschrieb eine goldene Haar-Sondeaus Königsberg und sondirte in den Kanal und fand solchen 4^ Zoll tief, und daspressende Gefühl beim Sondiren ließ mich fühlen, daß der enge Hautkanal kruminrechts herum ging, und wann die Sonde aufs Ende desselben touchirte, so mußte ichhusten ?c.
Nachdem ich, wie vorerwähnt, nach meiner Genesung das Usmonts - Kommando
1768 noch als Fähnrich mitgemacht und zurück kam, hatte ich den erwähnten Accideut,mit dem Pferde beim Exerzieren zu stürzen und eine Rippe auf der linken Seite zubrechen, daß man mich ohne Besinnung wegtrug. Meine Jugend und gute Natur abersiegte, und nach acht 8 Wochen war ich geheilt, nur daß noch jetzt diese linke Rippe(die unterste) etwas erhaben stehet. Nur die Beschwerlichkeit des Othemholens ver-mehrte sich. Bei jetziger Überdenkung der Sache aber glaube ich, daß vielmehr dasFlötenblasen, das, soviel ich mich erinnere, ich damals eben trieb, vielleicht mehr, alsdie Rippe dazu beigetragen haben mag.
Indessen diese Umstände zusammengenommen und eine Familien-Aussicht veran-laßten in diesem Winter von 1768—1769, daß mich mein Vater den Abschied nehmenließ. Nun wollte ich mich dann dein Ltuäium mit Ernst widmen. Und da eben eingewisser Subrektor Vogel (Lucas David), der in der Tilsiter Provinzialschule tsrtiu«blollkA-g. war :c., seine Dimission fordern mußte, so brachte ich ineinen Vater dahin,diesen Mann zc. ins Haus auf ohnbestimmte Zeit zu nehmen dergestalt, daß er UoZisund Tisch u. s. w. nebst 15 Thlrn. monatlich llouorurio erhielt und mir Vorlesungenin Ug.Ummg.Uei8, UliM'ois u. Ullznniem halten sollte, wobei ich bei meinem erwähntenRektor die Latinität und schöne Wissenschaften trieb. Die 13 Monate vom März
1769 bis September 1770 nutzte ich nun mit anhaltendem Fleiße und eignerBearbeitung meiner selbst. Mein Herr Vogel betrank sich zwar nun nicht selten, dariner ordentliche Periode hatte, wo er oft 8 Tage stets betrunken war und den echtenHälleschen Burschen in seinem 50. Jahre spielte, aber nun auch etliche Monatewieder ganz rsAulgir sich verhielt.
Zu Michaeli 1770 ging ich nach Königsberg zum akademischen Unterricht undim Julius 1772 mit einem Führer, dein Eunäickutc» ckuri8 Ug.rt.ini (der aber leiderselbst einen Führer brauchte), auf die Akademie nach Leipzig. Ehe ich aber den Besuchder EolleZiorum anfing, ging ich zuvörderst nach Groß-Leinungen in der GrafschaftMansfeld, um einige Familien-Angelegenheiten daselbst zu reguliern. Da der GrafFriedrich von Eberstein ohne männliche Erben verstorben war und die wechselseitigen,sich durchkreuzenden Absichten von 13 Herren von Eberstein in Absicht dessen Successionmehrentheils alle s äigmktro einander entgegenarbeiteten, so war dieses Thema nebstdenen übrigen Fideikommiß- und Bergwerksangelegenheiten daselbst, welche mir meinVater sowohl r«8psotn seiner als meiner selbst wegen nur überlassen, eine eigeneSchule für mich, zu geschweigen, daß auch die gräfl. Witwe und die scimtl. weiblichenInteressenten dieser damals zahlreichen Familie (Neuhäuser Linie)^) die zu treibenden
5) U IVolk llietrielllj'ihe LrÄnelis: I) Uageutl: Major (174t) hcsscn-kassel. Licut.) ChristianLndw. (Gcm. Louise Sophie v. Stain), Major Molf Heinr., Major Molf Georg, HptmLeopold Wilh., Hptm. Atbrecht Rudolf u. Baron Molf Heinr.; II) ?smiuuel Frlu-