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Der Stifter der noch bluehenden Neuhaeuser Linie Christian Ludwig von Eberstein und seine Nachkommen
Entstehung
Seite
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reinlichkeit nicht gerechnet, im Wohlstände sich befanden, jedoch alle möglichePlackereien gegen die Kanern ausübten.

Unser Marsch durch Polen waren tägliche Feste. Wo wir hinkamen und einGutsbesitzer war, nach Verhältnis seines Wohlstandes wurden wir mit fast übertriebenerGastfreiheit aufgenommen und bewirthet und dann nach dem Essen gleich ein Ball an-gestellt, dabei der ungarische Wein nicht gespart ward. Oft nach Verhältnis desWirths war die Musik eine Violine und eine Strohfiedel oder Ambel. Oft bei Vor-nehmer» äußerste Pracht und Profusion, doch Mangel an Einrichtung im Ganzen,z. Ex. bei dem Bischof v. Rauc Graf Massalski aßen wir oben auf mit Goldtressen be-setzten Samt - llautsuilen und Silber-Lsr vies, und unten an der Tafel saßen dieSchlachtschützen auf hölzernen Bänken ohne Eonvsrt und holten ihre Taschenmesserohne Gabel zum Essen aas irdenen Tellern ohne Serviette heraus. Und bei allerPracht war Unreinlichkeit im Ganzen. So auch das schöne Geschlecht, trefflich undkostbar geputzt, Brüsseler Spitzen und Schmuck und ein schwarzes, unreinliches, langenicht gewaschenes Hemde und Schmutz am Halse u. s. w.

In Podolien, dessen romantische Gegenden au dein großen Flusse äußerst schönund fruchtbar sind, wo ein Ochse 4 bis 9 polnische fl. (ein fl. polu. ist 4 Gr.) galt,ein Schaf 2 bis 3 poln. sl., hatten wir bei dem Kretschmar, einem Juden, dasQuartier genommen. Eine Jüdin, die bei der Wirthin im Hause war, hatte demHauptmann seine Eussatcka, darin ein mathem. Besteck und Kompaß war, entwendet.Des Morgens, als es vermißt ward, war die Jüdin, eine Person von 18 oder 19Jahren, nicht zu finden und hatte sich versteckt. Dadurch siel der Verdacht auf sie.Das Kommando machte Halt, und der nicht voll Vs Stunde davon wohnendeUot-st-nrosks (?) oder Verwalter (es waren gräfl. Uuweleische Uassesmonss), der

unter Drohungen ward, war nach ein paar Stunden so glücklich, die

arme Jüdin zu finden. Man brachte sie gebunden. Das Besteck ward beigebracht,obgleich es etwas verdorben worden, und mau wollte die Jüdin sofort aufhängen.Und der Hauptmann nebst dem Lieutenant und ich hatten alle Mühe, sie vorm Hängenzu retten.

Bei Brody ging der Hauptmann über die polnische Grenze bis in die tatarischenGegenden, oft nur mit 4 bis 6 Mann. Allein alles hatte für die preußischeUniform außerordentliche Hochachtung. Da hatten wir einst bei einem Muhsir, deruns erlaubte, mit seinen .... Pferde zu handeln, eine solenne Audienz, wo wiruns als des Königs Friedrichs II. Gesandte gerirten. Wann der Dolmetscher,ein Jude, den Namen des Königs nannte, machte der Muhsir allezeit eine, mitkreuzweisen Händen auf die Brust gelegt, Verbeugung mit dem Oberleibe, da er aufeinem Kissen saß, ließ Sorbet herum geben und gab uns seine Pfeife aus dein Mundezum Rauchen, die nach ein paar Zügen zurückgegeben wurde, und als er uns los seinwollte, ward geräuchert.

Die Pferde liefen auf den Steppen am Dniester wild herum in Rudeln, unddie Tataren singen sie mit Schlingen ein, wozu viel Entschlossenheit und Kraft gehörte,welches sie mit außerordentlicher Geschicklichkeit exekutirten, wobei auch die sonst feigenJuden, die mit helfen und rasp. die Mäkler machten, viel Muth und Entschlossen-heit zeigten. Auf einer solchen Exkursion an der polnischen Grenze wurden wir eineNacht, da wir schon einen ansehnlichen Einkauf von Pferden gemacht hatten und glück-licherweise 10 Dragoner und 2 Unteroffiziers bei uns hatten, von den Hcydamackenden 7. Juli überfallen, die über die polnische Grenze in das Dorf sielen, dabei einDragoner erschossen ward, früh mit der Dämmerung. Wir lagen auf einer Streu,und nachdem ein paar Schüsse gefallen waren, so waren wohl 10 solche Kerle, diewie Kosacken aussahen, in der Scheune des Kretschmars, da sie in des KretschmarsStube 2 Dragoner gefunden. Glücklicherweise hatten sie nun schon erfahren, daß wirnicht Russen, sondern Urussaaki wären, und da auch ein preußischer Ilsssrlaur unterden Heydamacken war, so kamen wir ungeplündert und mit dem Schreck davon. DieKerle hatten angezündete Kienspäne mit und durchsuchten alles, fanden unter andern