sich ein Quartier und bezahlte Kollegien, kam indessen, wie solches damals angehenmochte, nicht hinüber.
Als Wilhelm nun im Herbste 1775 die Universität Leipzig verlieh, eröffnetensich sehr günstige Aussichten für ihn zu einer bald zu erhoffenden Anstellung bei dersächsischen Regierung in Dresden. Hier hatte er die Gönnerschaft eines Kabinets-ministers erlangt. Schon nach einem Jahre durfte er, ohne vorher das Examen undohne das vorgeschriebene Auditoriat bei dein Ober- oder Hofgerichtc absolvirt zu haben,es wagen, bei dem Kurfürsten Friedrich August III. unter dem 22. Nov. 1776um Konferirung einer Assessorstellc auf der adeligen Seite der Landesregierung an-zuhalten. Als er indessen darauf durch Familien-Angelegenheiten nach Leipzig zurück-gerufen wurde, so benutzte er diese Gelegenheit und unterwarf sich dein Examen vorder Juristen-Fakultät. Er konnte den guten Erfolg dem Kurfürsten unter dein 6. Febr.1777 melden. Darauf (22. Febr. 1777) verfügte der Kurfürst, daß, wenn Wilhelmdurch eine Probe-Relation bei der Landesregierung seine Fähigkeit hinlänglich bewähre, erunter Dispensation von dem Auditoriat als Assessor bei der Landesregierung angestelltwerden solle. Im folgenden Jahre (23. Aug.) genehmigte der Kurfürst, daß der Landes-regierungs-Assessor Wilhelm v. Eberstcin zugleich als Assessor bei der Landes-Okonomie-, Manufaktur- und Kommerzicn-Deputation bestellt werden möge.
Nr. 539. Schreiben Wilhelm'-; Arhrn. Oberstem genannt von Würing an KurfürstAriedrich August III. «I. <t. Dresden 22. Wov. 177K, die Witte um Konferirnngeiner Affestorstelle ans der adel. Seite der Landesregierung enthaltend.
Durchlauchtigster Ehurfürst :c. Ew. Ehurfürstl. Durchl. habe ich seit s.o. (772,in welchem Jahre mein Unter, der unter des Königs von Urensten Alajt.Armee bei dem Apenbnrg. Dragoner Regiment als Obristev dienet, dieGraft. Ebersteinifthcn Güter in der Grafschaft Alansfeld erkauft hat, alsineinen gnädigsten Landesherrn zu verehren das Glück, und ebenso lange nähre ichden eifrigsten Wunsch, HöchstDenensclben meine unterthänigst treue Dienste widmenzu dürfen. Ich habe mich in dieser Absicht während eines dreijährigen Aufenthaltsauf der Universität zu Leipzig durch fleißigen Besuch derer dasigen Lehrer äußerstbemühet, diejenigen Äenntniffe zu erlangen, durch die ich Ew. Ehf. D. zu HöchstDerognädigsten Zufriedenheit dienen zu können hoffen kann. Ew. Ehf. D. unterwindemich dahero hiedurch unterthänigst zu bitten: HöchstDieselben wollen mich durchgnädigste Aonferirung einer Astestorstelle auf der adeligen Seite bei derKandesregiernng in HöchstDero Dienste aufzunehmen huldreichst geruhen. Daseifrigste Bestreben, solcher Höchsten Gnade durch möglichsten Fleiß und Applikationmich würdig zu inachen, wird eine mir allzeit gegenwärtige schlicht sein. In derErwartung, daß HöchstDieselben meinem unterthänigsten Suchen ein gnädigstesGehör zu geben mildest gefällig sein wird, verharre ich in tiefster UnterthänigkeitEw. Ehf. D. unterthänigst gehorsamster Milkelm chrkr. Eber,stein.
Am ff. Febr. I??7 meldet Wilhelm dein Kurfürsten Fr. August: „Nachdem?c. einige Familien-Angelegenheiten mich nach Leipzig zurückgerufen, so habe ich mich w.bei dasiger Juristen-Facultaet besage des angebogenen Zeugnisses snb X dein blxuminiunterworfen zc. Der ich übrigens meine ec. Bitte wegen höchster Dispensation in An-sehung des nicht gesuchten Xiulitniiuts bei HöchstDero Ober-Kofgerichte, da mirsolches nachzuholen ohnmöglich fällt, andnrch zu wiederholen, mich gemüßiget sehe."
Aus des k Hauptstaatsarchivs zu Dresden „Erbländischcn Verfassungssachcn" der 7, Hauptabth.,die Bestellung derer Assessoren bei der Landesregierung betr. Vol. II. ad s.o. 1776 ff. Loc,128. Nr. 8. Bl. 93—108 (Loc. 4669).
Nr. 540. „Aber des Areyherrn von Eberstein Ansuchen nm eine Weysttzer-Stelle auf dem adeligen Latere der Landes-Kegierung wird Anzeige mitGutachten erfordert." Den Geheimen Käthen (8.-Ii. Ii. XXXIX. Xr. 3825).
Auf das bei Ans unmittelbar in der Griginal-Anfuge ck. ck. 22. mens, prnat.von Wilhelm Freiherr« von Oberstem um eine Assessor-Stelle auf dem adeligen