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Der Stifter der noch bluehenden Neuhaeuser Linie Christian Ludwig von Eberstein und seine Nachkommen
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sein Wille war: Preußen groß zu machen, und die Ausdauer und Energie in derAbwehr der von allen Seiten auf ihn eindringenden Feinde, so auch konnte er nureiserne Männer brauchen, um seine weitsichtigen Pläne ihm verwirklichen zu helfen.Friedrich, der von feinem Vater mit in das Lager des alten Prinzen Eugen vonSavoyen genommen worden war, um aus der vortrefflichen Schule des berühmtenFeldmarschalls zu lernen, hatte damals freilich hierzu keine direkte Gelegenheit gehabt,er hatte aber indirekt viel gelernt: er lernte während seines Aufenthalts in dem thaten-losen Lager die schlechte Disziplin der österreichischen Truppen und deren Quelle, diefehlerhafte Einrichtung und lasche Leitung der österreichischen Heerverwaltung kennen.Als er dann 5 Jahre darauf zur Regierung kam, ging sein vornehmstes Strebendahin, sich eine Schule tüchtiger Heerführer nach seinem Sinne zu bilden. Wie beiFriedrich's Regierungsantritte die Kavallerie beschaffen war, ersieht man am bestenaus des Königs eigenem Urtheile, das Rittmeister v. Tpßka S. 17 aus Friedrich'shinterlassenen Werken anführt:daß damals seine Kavallerie das geistloseste und schwer-fälligste Corps der europäischen Heere gewesen sei." Der Oberst Karl v. Eber-stein hatte nun das Glück, gleich in der siegreichen Schlacht bei Zcaölau in dieseSchule zu komineu und in ihr zu dem zu werden, der er war. Daß er im Dienstestreng war und streng sein mußte, ist ja zuzugestehen; daß er mit der Zeit vielleichtin manchem etwas peinlich war, mag ja sein, so gilt dies wohl auch in der genauenJnnehaltung der Rekrutenwerbung; aus den Maßlisten des Regiments aus dem Zeit-räume von 1776 bis 1805 ist ersichtlich, daß im erstgenannten Jahre die Schwadrondes Obersten v. Eberstein die größten Leute im Regiments hatte.

Er war streng und mußte es sein, weil sein König es war und derselbe vonallen seinen ein Kommando führenden Offizieren das Gleiche mit Recht verlangte;und demgemäß in einer Kabinetsordre an den 4. Chef des Tilsiter Drng.-Rgts. Oberstenv. Thümen sich also äußerte:

Und wie ich nicht zweifele, Ihr werdet diesem Meinen ernstlichen Befehle anfs genauestenachleben und nicht gestatten, daß dagegen, es sei ckireete oder per imtirsotmn gehandelt werde;also könnet ihr auch gewiß glauben, daß ich auf alles genau Acht geben lassen, Mich bei allenFällen schlechterdings an Euch halten und die geringste Kontravention nicht allein mit Meinerhöchsten Ungnade, sondern auch mit Verlust von Ehre und Reputation ahnden werde."

Noch bestimmter sprach sich der König am Schlüsse seiner berühmten Anrede andie Generäle und Stabsoffiziere vor der Schlacht bei Leuthen aus:

Das Regiment Kavallerie, welches nicht gleich, wenn es befohlen wird, sich unaufhaltsamin den Feind stürzt, lasse ich gleich nach der Schlacht absitzen, und mache es zu einem Garnison-Regiment."

Ein Charakter und eine durch und durch militärische Natur, wie Friedrich solchebrauchte und verlangte, war der Oberst v. Eberstein in vollein Maße.

Überblicken wir solchen Einzelheiten gegenüber nochmals seil? bewegtes Leben, sotritt u??s solches als eine harte, angestrengte Arbeit im Dienste des Vaterlandes ent-gegen, deren Früchte aber dem Vaterlande reichlich zu Gute gekommen sind. Hat seinedurch sein Beispiel auf seine Untergebenen übertragene Tapferkeit wesentlich mitgewirktzu der den Fortbestand des preußische?? Staates verbürgenden Gewinnung der den7jährigen Krieg beendigenden Schlacht von Freiberg, so hat aber seine als Härtegetadelte Strenge und die Pflichttreue, die er dem ihm anvertrauten Kreise einpflanzte,über die engen Grenzen desselben hinaus ihre nachhaltige Wirkung geübt. Mit Rechtkonnte der ihm lange Jahre befreundete General-Feldmarschall Graf Friedrich Adolfv. Kalckreuth'''), als derselbe des Obersten v. Eberstein Enkel Moritz und Gustavdem Könige Friedrich Wilhelm III. auf dessen Befehl 1808 zu Königsberg auf

*) Welcher bei der Nevüe im Juni 1M2 dem Könige und dem Kaiser Alexander die Kavallerievorgeführt hatte, wobei das Tilsiter Drag.-Reg. so glücklich war, sich den allerhöchsten Beifall zu er-werben.