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drei Iahren auch schon ein Ziemliches abgestoßen sein, die Rechnungen des Schicht-meisters müssen solches auszeigen. Mas den neuen Schacht auf der Älorun^'schenSeite betrifft, so hat der Geschworne es gut gemacht w., allein ich fürchte auchhierbei, daß bei dem Hrn. Schichtmeister einige uttsetsn mit unterlausen und dasGezanke immer ärger wird :e. Ich bin der Sache ganz müde und muß alles gehenlassen, wie es gehet, und wünschte, daß ich niemalen in den ganzen Handel mitMeinungen sntriret hätte, da meine wenigen Jahre, welche ich noch etwa zu lebenHabe, mir viel zu schätzbar sind, als daß ich selbige mit Zank, Verdruß und Unruhezubringen soll, wie es doch jetzo leider geschieht; denn hier habe auch den unan-genehmsten Prozeß wegen des bösen Keyßers mit dessen Oeäitcwes. Und derSchelm, vor welchen ich so viele Jahre alle Sorgfalt verwendet, um sein Glück zubefördern, trägt alle Späne zum Leuer und beweiset, die schwärzeste Seele zu haben.Ich muß befürchten, außer l l/m fl., so wirklich weg sind, auch die 8/m fl., welchenoch im Maarenlager vorhanden waren bei seinein bmuzusronkö und welche derhiesige Magistrat mir übergeben, auch zu verlieren und auszahlen zu müssen; sntin,ich muß in meinen: Alter viel aushalten und Gott wolle mir aus meinem Kummer-leben helfen. Beim ersten Ausfall habe 9000 fl. eingebüßet. Es wird Dir nochim Andenken sein, was im Hause bei mir erfordert wird; wie sauer es mir alsowird, ohne Schulden zu machen, alles zu bestreiten, kann Dir nicht entgehen.
Mas nun hiernächst Dein künftiges Unterkommen betrifft, so habe ich dar-über ineine Meinung bereits gesagt. Soviel in meinen Kräften stehet, will ichgern zu Deiner Unterstützung hergeben. Du mußt aber meine UmständeH unddaß Du noch 2 Geschwister hast, von denen der eine noch gar keine Erziehunghat, nicht aus den Augen lassen, denn diese kann ich ja nicht zurücksetzen und leidenlassen. Eine Adresse von dem Meihbischof v. ^slunsn an seinen Bruder würdewohl zu obteniren sein, wann ich in Zeiten davon benachrichtigt werde, allein ichsehe auch, daß Geld dazu nöthig ist, wann man Höfe aufs Geradewohl bereisenwill, und dieses ist der Hauptknoten. Bisher habe ich alles mögliche hervorgesucht,um Dir das Nöthige kournirmi zu können, allein wie sauer es mir geworden, istGott bekannt, da ich von draußen ja auf keinen Gr. rechnen kann. Du denkestüberhaupt dein Anschein nach sehr hoch; ein junger Mensch braucht so sehr vielnicht, er darf niemand zu Gaste laden; gehet er in Gesellschaft, warum muß erspielen, wer zwingt ihn dazu, ein Lmninerekspiel aber kann keinen ruiniren, erspiele dann hoch; die Trinkgelder kommen auch nicht so ofte, und hierin muß mannicht zu hoch traben; vernünftige Leute lachen, wem: sich einer über sein vermögenhierin, als in allem Hervorthun will; den reichen Alaun vorstellen und nicht vielhaben, bleibt allzeit Thorheit, und dieses insiunirot nicht. Der Major v. Krachtkennet die Höfe nicht und bekümmert sich darum wenig, er kann Dir aber eineitkeamiuuullutiou an den öon. lVuz-mt/ in Kassel geben, welcher Dir daselbstBekanntschast machen kann. Der Mann in Berlin, welches der Geheime LecwökuirKecker ist, hat die Meinung, daß Du in Berlin eine Zeit lang Dich als Koksrön-ckurins aufhieltest und sodann als würklicher Rath im UuKclkbur^solmn oderKulbm-stäcitsoliön im Iustizfachc plucirb werden könntest, und dieses ist mit den
*) Dem Obersten Karl kam nicht nur die Übernahme von Lcinungcn bedeutend höher zu stehen,als kontraktlich auSbedungcn war, insofern er behufs der Erlangung der Cessio» von seines MannheimerBruders anthciligcm WiedcrcinlösungSrcchtc bezüglich des Gutes Horla noch Schulden des verstorbenenGrafen an seines Bruders Frau zahlen, auch sonst in manchen sauren Apfel beißen und in das Schloßund die Ökonomie von Lcinungen, statt davon Revenuen zu ziehen, nur fortwährend bedeutende Summenhineinstecken mußte, — er verlor auch außerdem durch den zweimaligen Bankerott des Kaufmanns Keyserin Tilsit die bedeutende Summe von 13 000 Gulden und mußte dann noch 3000 fl. zu vcrlircn fürchten.Von seiner Rate an dem durch schlechte Wirthschaft überschuldeten Berg- und Hüttenwerke eineNcvcnüe ziehen zu wollen, daran konnte der an strenge Ordnung gewöhnte Mann nicht denken, denn erhielt es für verkehrt, da auf Einnahmen zu denken, wo Schulden vorhanden sind und bezahlt werdenmüssen, und konnte daher das einzige Mittel, das Werk mit der Zeit wieder frei zu machen, nur in einersolchen Einrichtung finden, daß man von den Hüttcncinnahmen vor allen Dingen die Bergleute bezahle,den Rest aber immer anwende, um Schulden zu bezahlen, und dies so lange, bis alles bezahlt sei.
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