dem Spiel, für den Trunk, und für dein weiblichen Geschlecht, als vor dreyQuellen, woraus in dieser Welt alles Unglück für einen fnngen Renschen gewißfließet, versäume das Gebeth nicht, halte Gott in deinen und der Welt HeylandZesum stets im Herzen, bitte ihn ohne Unterlaß daß er dich mit seinem heiligenund guten Geist regiere leite und führe dich in allen deinen Umständen nicht ver-lasse v. dich mit dem Geist der Gnaden und des Gebeths und mit dem wahrenlebendigen Glauben, mit der festen Hoffnung auf ihn und mit der Liebe die erselbst ist waffne und hüte dich vor allen denen was diese Gnade in dir zerstöhrenv. gar erlöschend machen möge. Sey hiernächst gegen sedermann auch gegen dengringsten höfflich, aufrichtig ohne Falsch, achte einen jeden, klüger, weiser, vernünf-tiger v. besser, als du dich selbsten achtest. Sey aber auch klug, und wisse daßdie ganze Welt im argen lieget und viele falsche, hinterlistige böse Ulenschendarinnen seyn, aplicire die worte des Unlandes hier, seyd eillfiiltig wie dieTauben und klug wie die Schlangen.
Die Zeiten aus der Universität wende mit Fleiß und Nutzen an, und machedaß du dich so kurz als möglich geschickt machest, solche dereinst wieder zu verlassen,und den Nutzen davon nehmest, einen Posten bekleiden zu können, der deiner Gebührtund Herkunft Ehre macht, und dir zu leben verschaffet, welches dir mit GottesHülse und wenn du die obige Ermahnungen und Regeln ausüben wirst nichtfehlen wird.
Sey allzeit wirthschaftlichH, halte alles zu Rathe, sey in deinem Anzüge reinlichaber nicht prächtig. Wache nicht alle Thorheiten der Welt - A lode mit, sonderndenke allzeit daran daß du nichts zu verschwenden und zu verschwelgen hast.
Zur Reit-Kunst rathe dir dich noch etwas zu appliciren, lerne such einigeUkohnate fechten, außer diesen beyden noblen Künsten weiß ich keine, so dir nöthigseyn könnte, und will kein Geld aus andere als Tanzen Voltigiren rc. verwenden.Die Amsic übe zu deiner Recreation dergestalt daß es nicht viel Geld kostet unddir die edle Zeit nicht verlohren gehet.
Suche dich bey Leuten welche wegen ihrer Dexterits v. Droiture in gutemAus und Ansehen stehen und welche dereinst Werkzeuge zu deinem Glück abgebenkönnen, besonders bekandt zu machen, dich bey ihnen zu insinuiren, und ihreFreundschafft und Gewogenheit zu erlangen. Hüte dich in ihrer Gesellschaft inReden zu voreilig, spitzfindig oder ruhmräthig zu seyn, höre viel mehr als du selbstsprichst, und gib Acht allezeit wo andre hinnaus wollen. Deine Rede sey allezeitmit Höflichkeit, Vernunft und Sittlichkeit gewürzet und nun dich mit denen sogenannten Don Aots in Acht, denn sie wollen nicht zu unrechter Zeit sich aplicirenlassen, und man schlägt einen andren leicht damit in die Augen, und kann dannviel Angelegenheit haben.
Gib niemand Gelegenheit zu Händel, verabscheue das niederträchtige Raufen,halt aber steif und fest aus deine Ehre, und wirst du dazu genöthiget, und dieSache kann nicht änderst mit Eonservation der Ehre abgemacht werden, so befiehl
5) Am 7. Dez. 1777 schreibt der Oberst Karl an seinen Sohn Wilhelm: „Genng ein ver-nünftiger Mensch verthut nicht mehr, als er vcrthuen kann. Greßthun gehöret vor Leute, die es thunkönnen. Wer was gelernt hat und vernünftig denkt, sticht sich durch seine Verdienste und nicht durchübermäbigc Ausgaben, die doch nur von klugen Leuten belacht werden und zuletzt den Stich nichthalten, in der Welt fortzuhelfen
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