weite Umsicht gewähren, gewann man eine Übersicht der ganzen feindlichen Stellung,die auf das genaueste rckognoszirt und dann der Rückzug ungestört über das Deftleevon Klingenberg angetreten wurde. — Der Prinz sprach dem Major v. Eberstein,als derselbe seinen Rapport abstattete, die höchste Zufriedenheit über die vor-zügliche Ausführung des ihm zu Theil gewordenen Auftrages, sowie über dievortreffliche Haltung des Regiments sowohl bei dem Sturm auf die Schanze,als bei der letzten Rekognoszirung aus."
S. 183 f. Gefechte bei Tuttendorf und Konradsbovf und bei Klein-Moldersdorf am 15. und 16. Okt. 1762.
„Zwei Eskadrons v. Plettenberg unter Ulojor v. Oberstem gingen zurUnterstützung und Aufnahme der Infanterie-Posten bei der Hammer-, Hals- undSchmelzbrücke vor, die 3 übrigen nahmen auf dein linken Flügel der bei Tuttendorfaufgerückten Infanterie Stellung. Unter dem Schutze der gegen denselben eröffnetenfeindlichen heftigen Kanonade zogen sich eine große Menge Kroaten, Scharfschützen undGrenadiere durch die Gesträuche und Bergwerksgruben eu ckslmuäncks gegen die Hals-und Schmelzbrücke heran, suchten die preußischen Infanterie-Posten von dort zu ver-treiben und drangen gleichzeitig über die Mulde und bis gegen Tuttendorf vor zc.,dessen sie sich theilwcise bemächtigten. Jenseits desselben empfing sie Major V. Ober-stein mit seinen beiden Eskadrons und nahm den größten Theil von ihnen gefangen.Major v. Eberstein, mit den erreichten Vortheilen nicht zufrieden, setzte durch dieMulde, hieb abermals auf den flüchtenden Feind ein und warf ihn nach Konradsdorfhinein ?c. Jenseits empfing ihn wieder der »mer»»mdl»che Major v. Obersten»und gab ihm das letzte blutige Geleit.
Das ganze Gefecht hatte unter den Augen des Prinzen Heinrich statt-gefunden. Als die beiden Eskadrons v. Plettenberg über die Mulde zurückkamen,ritt der Prinz ihnen entgegen und sprach seine Anerkennung für ihr vor-treffliches Benehmen aus. Da es nicht in der Absicht des Prinzen lag, sich zuschlagen, beschloß er den weiteren Rückzug. Das Regiment v. Plettenberg befand sichin der Arrieregarde des linken Flügels und blieb bis 1 Uhr morgens am 16. aufden Höhen bei Tuttendorf stehen, um den Abmarsch der Infanterie zu decken; alsdannfolgte es dem Corps. Bei dem langen Defilee, das von Klein - Waltersdorf übereinige tief eingeschnittene sumpfige Bäche führt, wurde das Regiment gegen Morgenvon polnischen Ulanen, denen Dragoner als Soutien folgten, mit äußerster Heftigkeitangegriffen; es befand sich in der äußersten Gefahr, in das Defilee geworfen zuwerden zc Major V. Oberstem, der lmhne, »t »e NM das rechte Mittelverlegene Reiter, ließ das Regiment in der Formation, in der es sich eben be-fand, Kehrt machen, ging den Ulanen im Galopp auf den Hals, warf sie einigeHundert Schritt zurück, ihren vorrückenden Dragonern entgegen, die dadurch zumStutzen gebracht wurden, ließ, diesen Augenblick benutzend, Front machen, ging inscharfem Trabe über das Defilee und erreichte den Struth-Wald ohne einen Mannzu verlieren. Generallieutenant v. Scydlitz und Generalmajor v. Meyer,die Augenzeugen dieses Rückzuges waren, beehrten sowohl de»» Majorv. Oberstem als das Regiment mit vielen Lobeserhebungen. Der Majorv. Eberstein erhielt für sein ausgezeichnetes Benehmen bei den Affairenvon Kunersdorf und Tuttendorf, sowie bei diesem Rückzüge den OrdenMNI' In mvlitv."
S. 186 jsk. Schlacht bei Frrtberg am 29. Oktober 1762.
Nach detaillirter Beschreibung nun der einzelnen Aktionen, welche den Sieg derpreußischen Waffen und die Beendigung des 7 jährigen blutigen Krieges herbeiführten,heißt es dann S. 188:
„Es war dies der letzte und einer der glänzendsten Siege, den die preußischenWaffen in diesem an Ruhm und Kampf so reichen Kriege erfochten. Den Tag nachder Schlacht -— 30. — rückte das ganze Corps in Parade aus und feierte den er-