S. 13» wird berichtet, daß nach dem Gefechte bei Taschenberg oder Jagowam 3. Sept. 1760 unter dein kühnen Neiterobersten v. Belling der kommandirendeGeneral die Capitains v. Gramm und v. Gberstem, „welcher letztere an demGefechte ebenfalls glänzenden Antheil genommen", zu Majors vorgeschlagenhat (wurden auch 23. Sept. dazu ernannt).
S. 13(1. „Das Gros der Truppen nahm" (nach dem Gefechte bei Spieam 2. Okt. 1761) „ein Lager bei Prettnin, das Regiment v. Plettenberg rückte sofortnach dem Lager vor Kolberg ab und nahm dortselbst seinen früheren Platz wieder ein,den bisher nur das Detachement des Majors v. Gbrrsteit» innegehabt hatte.Die unter diesem braven Offizier in dem Lager zurückgebliebene Kavallerie,380 Pferde Dragoner und Husaren, hatte während der letzten Zeit auf Vorpostensowohl, als in den fast täglich vorfallenden Gefechten einen schweren Dienst gehabt.Von letzteren entspann sich das heftigste am Morgen des 19. Sept. um den Besitz dersogenannten Grünen Schanze. Die Russen hatten dieselbe am Tage zuvor erstürmtund belästigten von dort aus das Lager derart, daß sie unter allen Umständen wiedergenommen werden mußte, was auch nach heftigem Kampfe gelang. Major v. Eber-stein hatte den Auftrag, der stürmenden Infanterie gegen die zahlreich umher-schwärmende feindliche Kavallerie Flanke und Rücken zu decken. Er führte dieseschwierige Ausgabe mit so vieler Bravour und Umsicht aus, daß er sichdie besondere Zufriedenheit des Prinzen von Württemberg, die allge-meinste Anerkennng der anderen Offiziere und Truppen erwarb."
Nachdem in dem weiteren Berichte das Benehmen des Majors v. Ebersteinin dem Gefechte bei Gerwin am 10. Okt. 1761 (S. 161), auf dem Marsche nachGollnow (S. 162 f.), in dem Gefechte bei Klempin bei Stargard (S. 174) her-vorgehoben worden ist, faßt der Rittmeister Kühler (S. 176) sein Urtheil über dieLeistungen des ganzen Regiments in den Worten zusammen:
„Es hat während seines jetzt 150jährigen Bestehens keinen zweiten Fcldzug gemacht, der mitsolchen Anstrengungen jeder Art oerknüpft gewesen wäre :c. Daß wir das Regiment stets bei der Avant-oder Arrieregardc, auf den gefährlichsten Posten, bei den schwierigsten Unternehmungen treffen, ist einehrenvolles Zeugnis für das Vertrauen, welches die zahlreichen Generale, unter deren Konnuando es indieser Zeit gestanden, alle in gleichem Maße auf dasselbe setzten."
In den Berichten über das letzte Jahr des 7jährigen Krieges geben folgendeStellen ein klares Bild von der ausschlaggebenden Mitwirkung des Tilsiter Dragoner-Regiments in den Gefechten bei Klingenberg, bei Tuttendorf, Konradsdorf,Klein-Waltersdorf und der Schlacht bei Freiberg.
S. 181 f. Gefecht be» Klingcttberg 29. Sept. 1762. „Um eine ge-naue Kenntnis von der Stellung und Stärke des ihm gegenüberstehenden feindlichenCorps zu erhalten, detachirte der Prinz Heinrich am Nachmittage dieses für das Re-giment v. Plettenberg so glänzenden Tages den Major V. Gbersteitt mit 4 Es-kadrons des Regiments und einem Freibataillon zu einer Nekognoszirnng. Der Majorüberschritt das Defilee bei Klingenberg und dirigirte sich über Ober-Kunersdorf. DerOrt sowie die Viebig-Höhe und das auf dieser "belegene GeHolz waren von feindlichenJägern und Kroaten besetzt, die einige Hundert sächsische Dragoner und Husaren beisich hatten. Major v. Eberstein ließ das Holz, welches in der rechten Flanke derfeindlichen Stellung lag, durch das Freibataillon angreifen und ging selber gegen dasDorf und die dahinter stehende Kavallerie vor, während der Wachtmeister Hochleitnermit etwa 16 Dragonern durch das Ravin der Winkelmühle das Dorf und die feindlicheStellung umging. Diese mit der größten Gewandtheit und Umsicht ausgeführte Um-gehung, die den Feind glauben machte, er werde, außer in der Front, auch in rechterFlanke und Rücken angegriffen, veranlaßte ihn nach kurzem Widerstande, die ganzeStellung bei Kunersdorf zu räumen. Major v. Eberstein verfolgte mit der größtenHeftigkeit und warf das feindliche Detachement bis hinter das Ruppersdorfer Bauern-holz und hinter ein daselbst befindliches Ravin zurück, wo viel Leute des Feindesniedergemacht und gefangen wurden. Von den Höhen bei Beerwalde aus, die eine