Majors v. Eberstein bildete die Avantgarde, unterstützt van der Grenadier-Brigadedes Generals Queis). Hierauf folgte Seydlitz mit seiner Abtheilung Der Marsch gingüber Wegefurth und Ober-Schöna nach Micheln, woselbst die Kleist'sche Abtheilung aufein Bataillon Kroaten und Reiterei von der Reichsarmee stieß, solche angriff und zer-streute. Während der Fortsetzung dieses Angriffs deckte Eberstein's Regiment denAusmarsch der Seydlitzischen Infanterie aus den Defileen von Micheln. Währenddessen kanonirte der Feind sehr heftig von den Höhen bei Krand und bei den dreiKrenzen. Nach vollendeter Aufstellung der Schlachtlinie setzte sich das Regiment aufden linken Flügel der gegen den Spittelwald vorrückenden Oueißischen Brigade. AlsSeydlitz seine Infanterie gegen die feindliche auf der Höhe bei den drei Kreuzenstehende anrücken ließ und dabei bemerkte, daß solche keine Kavallerie-Unterstützung zuhaben schien, befahl er dem Major v. Eberstein, derselben in die rechte Flanke zufallen. Unter heftigstem Kartätschenfeuer ging Eberstein über einen schmalen durchTeiche und morastige Wiesen führenden Damm, hatte jedoch erst 2 Schwadronen hin-über, als ein feindliches, bisher hinter der Infanterie gestandenes Kürassier-Regimentin Galop herbeikam, welches, von den beiden Schwadronen angegriffen, Halt machteund sich nicht getraute, sich von seiner Infanterie zu entfernen. Hierdurch gewannendie 3 anderen Schwadronen Eberstein's Zeit, über den Damm heranzukommen; nun-mehr stürmte Eberstein gegen die Kürassiere mit dein ganzen Regimente an, warf sieüber den Haufen und trieb sie hinter Freiberg hinter der feindlichen Infanterievorbei nach Hilbersdorf zu. Diese Kürassiere kamen gar nicht wieder zum Borschein.Nachdem sich das Regiment wieder zusammengezogen hatte, ließ nun der Majorv. Eberstcin die österreichische Infanterie, die sich von der Höhe der drei Kreuzezurückzog, in Flanke und Rücken angreifen; das Regiment Salm, in dessen Reihen dieTilsiter Dragoner einbrachen, wurde größtentheils von ihnen niedergehauen. Kaumhatten sich dieselben wieder gesammelt, so griffen sie eine Batterie von 8 Kanonen anlind nahmen selbige mit dem Degen in der Fällst. Auch die übrige preußische Kaval-lerie hieb nun in vier österreichische Regimenter dergestalt ein, daß diese völlig zuGrunde gerichtet wurden. Nach einem harten Kampfe war der Feind geschlagen lindtrat auf allen Seiteil den Rückzug an. Ein großer Theil der in größter Unordnungaus dein Spittclwalde rctirirenden feindlichen Infanterie hatte sich in das mit Mauernumgebene Hospital-Vorwerk geworfen. Dasselbe wurde nun von zivei Schwadr. vonEberstein's Regimente angegriffen; ungeachtet des heftigen Feuers, welches der Feindvoll den Mauern und aus den Fenstern machte, wurde das Thor durch abgesesseneDragoner aufgesprengt; die Schwadronen sprengten darauf in den Hofraum und hiebenauf die Infanterie ein; die nun das Gewehr wegwarf und sich ergab. Gegen 700 Mannwurden hier zu Gefangenen gemacht, unter welchen sich mehrere Offiziere von allenGraden befanden.
Nach dieser siegreichen Schlacht, an welcher der Major Karl v. Eberstein mit seinenTilsiter Dragonern so hervorragenden Antheil genommen hatte, der letzten desblutigen siebenjährigen Krieges, bezog die Armee des Prinzen Heinrich von Preußendas Lager, welches sie am 16. verlassen hatte; nur das Tilsiter Drag.-Reg. (aberohne seinen verwundeten Kommandeur) ging fünf Tage nach der Schlacht (3. Nov.)mit dem Corps des Gen.-Maj. v. Alt-Stuttcrheim über Konradsdorf und Nauendorfgegen den Tharander Wald vor, vertrieb die feindl. Posten bis hinter das Defileevon Klingenberg und kehrte am 4. wieder in das Lager von Freiberg zurück; abernoch an demselben Tage rückte es der schlechten Witterung wegen nach Tuttendorfin Quartier.
In der Schlacht hatte Eberstein's Regiment verloren an Toten: 2 Untervff.,20 Dragoner und 29 Pferde, an Verwundeten: 1 Offizier (der Kolnmandeur Majorv. Eberstein, der am Fuße blcssirt wurde), 4 Untcroff., 37 Dragoner und 43 Pferde,ein für die Leistungen verhältnismäßig geringer Verlust. Der Verlust des Feindesdagegen war ein großer, während die Sieger im ganzen nur 1500 Mann an Totenund Verwundeten verloren, hatte jener außer 3000 Toten und Verwundeten eine noch