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Der Stifter der noch bluehenden Neuhaeuser Linie Christian Ludwig von Eberstein und seine Nachkommen
Entstehung
Seite
617
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wandtheit und Ausdauer in der Arbeit, Entschiedenheit im Handeln zeich-neten den Minister vor anderen Rathen des Großherzogs ans; besser wiealle andern hat er die Mängel, aber auch die guten Seiten seines Fürstenerkannt und ihn in seinem Sinne zu leiten gewußt. Nach dem Rücktritte ansdein Staatsleben hielt er sich in Mainz auf, woselbst er am 29. März 1833 verstarb.

Er und seine Frau, die am 16. April 1837 verstorbene Gräfin NurguarUabüüiaitcM Isickora ckk Lrosse, zeichneten sich durch ihren Wohlthätigkeitssinn aus; uichtminder bekannt wurde der alte Herr durch seine freimüthigen Äußerungen, seinenschlagenden Witz, der ihm alle Zeit zu Gebote stand.

Was den zweiten Begleiter Dalberg's anbelangt, so war derselbe am 2V. Aug.1806 nach dem Ableben von Heimes zum Weihbischof und wirklichen geheimen geist-lichen Staatsrath ernannt worden, in welcher Stelle er nicht minder als der Vor-genannte seinem Fürsten treue Dienste leistete.

Von Eberstein liegt bei den bereits erwähnten, auf der hiesigen Stadtbibliothekverwahrten Akten ein ausführliches Memoire über die Pariser Reise vor, an dessenHand ich die folgenden Ereignisse vortragen werde."

Da mir dieser Ilmstand bekannt war, so wandte ich mich dieserhalb an diegroßh. Hess. Bürgermeisterei der Provinziell - Hauptstadt Mainz und erhielt in derenAuftrage von dem Stadtbibliotheknr Herrn Or. Velke nachstehenden Brief vom19. Sept. 1884.

Nr. 468.

Sehr geehrter Herr! Erst heute kann ich Ihnen auf Ihren an die gvoßh. Bürger,meisteret gerichteten Mansch, über die hier depcmirtcn v. Lbcrstcin'schon Archivalien znr Geschichtedes Rheinbundes Auskunft geben; die sehr zeitraubende Durchsicht derselben hat eine frühere Be-antwortung nicht gestattet.

Eigentlich historisches Material befindet sich unter den Akten wenig, obgleich dieselbeneinige ?o, zum Thcil allerdings nur wenige Blätter umfassende Fascikel füllen. Gerichts- undähnliche Ordnungen, Flugschriften aus den neunziger Iahren, welche wohl gedruckt sein werden,sehr viele Gutachten über setzt gegenstandslose Dinge u. a. sind vorherrschend, wenige Briefe anDalberg sind zufällig zwischen die Papiere gerathen, ohne daß der Minister v. Eberstcin mitdenselben in Verbindung zu stehen scheint. In Betracht kommen könnte nur der Entwurf einesFuudamentalstatuts des Rheinischen Bundes und eingehende Erörterungen desselben, außerdemder „Bericht über meinen Aufenthalt in Paris von August i80? bis März ^8vs."Das Wichtige auch aus diesen Schriften ist bereits veröffentlicht von Bocken hcimer „E. Th.v. Dalberg'? Aufenthalt in Paris ^so?—zsos", und der Bericht selbst wird ausführlich, soweiter irgend ein Interesse bietet, für das demnächst erscheinende Pest der Zeitschrift des hiesigenhistorischen Vereins bereits gedruckt :c.

Dalberg verließ am 4. Aug. 1807 in Begleitung zweier Kammerherrn, desObersten von Rodenhausen und des Oberstlts. Frhrn. v. Jungken, seine neue Residenz,um über Köln und Brüssel nach Paris zu reisen, während am selben Tage Eberstein,Kolborn und der General v. Pfürdt dieselbe Reise über Mainz und Metz antraten.Wenige Tage nach der am 10. und 11. Aug. erfolgten Ankunft in Paris, so erzähltEberstein, versprach der Kaiser dem Fürsten Primas, die deutschen Angelegenheitenehestens vorzunehmen und möglichst bald zu beendigen. Dalberg übergab alsbalddem Kaiser eine Entwickelung seiner Gedanken nach allgemeinen Umrissen in einemkurzeil, selbstverfaßten Memoire, das der Kaiser zu prüfeil zusagte.

Inzwischen machte sich Eberstein an den für die deutschen Angelegenheiten be-stellten und am meisten damit vertrauten Divisionschef llk In Uernurckillrö, eine ausdeu Schilderungen Gagern's und Müller's hinreichend bekannte Persönlichkeit. Ihmlegte Eberstein einen aus eigner Initiative hervorgegangenen Entwurf eines Fun-damentalstatuts vor und debattirte denselben mit ihm Punkt für Punkt.

Wäre dem Rheinbunde überhaupt durch eine Verfassung zu helfen gewesen, sowäre die projektirte nicht die schlimmste gewesen, denn in vielen Stücken hält sie denVergleich mit der Bundesakie vom Jahre 1815 aus, in manchen übertrifft sie dieselbe.