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Der Stifter der noch bluehenden Neuhaeuser Linie Christian Ludwig von Eberstein und seine Nachkommen
Entstehung
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616
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sick in die hohe Politik, zu einer Zeit, wo klares Erfassen der Diiuze, festes »nd entschiedenesksandcln die nethwcndigstcn Eigenschaften eines Diploinatcn sein mußten, Eigenschaften, die ihmgänzlich fehlten. Ivos Wunder wenn die wechselnden Ereignisse ihn nach den verschiedenstenRichtungen trieben.

„Bei Gelegenheit der Verhandlungen mit den Franzosen hatten diese ihm so gewaltigimponirt, und diese hatten, in richtiger Würdigung der Eitelkeit des Mannes, die schwachen Seitenso gut zu benutzen gewußt, daß Dalberg von da an unwiderstehlich zu jener Seite sich hinge-zogen fühlte. Bekannt ist, wie glücklich ihn die Begegnung mit Napoleon in Mainz bei Ge-legenheit der Aaiscrfahrt des Jahres rso-t machte; wie er hoffte, daß es ihm gelingen werde, mitBülfe des Kaisers das deutsche Reich zu neuem Glänze zu bringen, ohne zu merken, wie himmel-weit er mit seinen Plänen von denen des französischen Kaisers abwich; das hinderte den Kaisernicht, sich seiner bei Gelegenheit zu bedienen." . . . „Immer wieder muß hervorgehoben werden,daß Dalberg bei seiner Verblendung in dem neuen Bunde das Ziel patriotischer Bestrebungen,die Verwirklichung aller ans nationale Einigung gerichteten Wünsche erblickte."

Zur Sache selbst berichtet mm im Anschlüsse cm das oben Vorangeschickte derVerfasser Folgendes (S. 10 ff.):

Räch dem Frieden von Tilsit traf Rapoleon auf seiner Rückreise nach jdaris in Frankfurt a. M.ein und lud den Großherzog von Frankfurt (M. muß heißen den Fürsten Primas, denn zumGroßherzog hatte er ihn noch nicht gemacht) ein, zur Berichtigung der deutschen Angelegenheiten,insbesondere zur Abfassung eines Fnndamcntalstatnts, sowie zur Abschließung eines Konkordatesmit dein römischen Ijofe für die katholische Kirche Deutschlands eiligst nach jdaris zu kommen.Riemand hätte über einen solchen Auftrag glücklicher sein können als Dalberg; seinem Ehrgeize,seiner Eitelkeit mußte es schmeicheln, daß der Kaiser sich seinen Rath erbat. Wie reizend mochteihm erst die Aussicht erscheinen, daß von nun an jeder, der in deutschen Angelegenheiten einenWunsch hatte, sich an ihn, den Mittler zwischen Deutschland und Frankreich, wenden werde.

Bei so glücklichen Hoffnungen ging ihm keine Ahnung von der wirklichen Sachlage auf;er merkte nicht, wie wenig Ernst es dem Kaiser Rapoleon mit einer Konsolidation Deutschlandswar und wie die deutschen Fürsten, die Absichten des Kaisers besser crrathcnd, einzeln ihre sdläncin jdaris verfolgten und durchsetzten, sodaß Dalberg, der in Ataris der Mittelpunkt der Dingezu werden hoffte, in Wirklichkeit nicht bloß nichts durchsetzte, sondern durch seine Thätigkeit gradebei seinen Mitständcn das größte Ärgernis erregte. Doch greifen wir dein verlaufe der Dingenicht vor.

Zu seinen Berathern ersah sich Dalberg zwei Männer aus, nämlich für diepolitischen Angelegenheiten den geheimen Staatsrath und DirektorialgesandtenFreiheiten von Cfferstcin, für die geistlichen Angelegenheiten den Weihbischofvon Kolborn. Der crstere ist noch vielen Bürgern unserer Vaterstadt in lebhafterErinnerung, sodasi es gestattet sein dürfte, mit einigen Worten seiner zu gedenken.

Karl Theodor Joseph Freiherr von Eberstein, Sohn des kurfürstlichenKammerherrn Karl Christian v. Eberstein und der Sophia Franziska v. Dalberg,zu Mannheim am 12. Aug. 1761 geboren, erhielt seine Erziehung am Hofe seinesPathen, des Kurfürsten Karl Theodor, in dessen Dienst er zunächst als Kammerherreintrat; diesen Dienst vertauschte er später mit der Stelle eines zweiten dirigirendengeheimen Raths bei der geheimen Kanzlei des Fürsten von Thurn und Taxis inRegensburg, woselbst er nach seiner Beförderung zum Generaldirektor der kaiser-lichen Posten bis zum Jahre 1798 verblieb. Nachdem er kurze Zeit privatisirt, trater in die Dienste Dalberg's, der ihn zu seinem geheimen Staatsrathe und bei Über-nahme des Großhcrzogthums.Frankfurt, Januar 1807, zu seinem Konkommissariusund im Sept. 1806 zum Direktorialgesandten bei dem Bundestage ernannte.Seit dem Rücktritte Albini's lag die Leitung der öffentlichen Angelegen-heiten des Staates bis zur Auflösung des rheinischen Bundes in seinerHand; Dalberg schenkte ihm volles Vertrauen und er that sehr wohldaran, denn alle die Eigenschaften, die dem Regenten abgingen, warenreichlich bei dem Minister vertreten. Tüchtiges Wissen, Erfahrung, Ge-