Karl v. Oberstem einigt sich mit Gnkel Christian und Schwester Amalieund erhält die Vormundschafts-Aechmmg.
Noch ehe des Gber-Iiigermeisters Karl Frhrn. V. Cl»erstei»»s ältesterSohn, der damalige Fähndrich Johann Karl Friedrich Frhr. v. E., mündigwurde, erbat er sich von seinem Oheim und Vormund, dem Grafen Ernst F.v. Eberstein, über Folgendes nähere Auskunft: 1) über die Briefschaften seines sel.Vaters; 2) Nachricht von dem Dillenburgischen Wesen; 3) wohin die sämtlichenMöbel und Effekten seiner sel. Eltern hinkommen; 4) was die Kinder erster Ehewegen ihrer sel. Mutter, da doch dieselbe 1000 Thlr. dem sel. Vater in das Lehngegeben, kriegen; 5) die Rechnung von den Einkünften nach des Vaters Tode;6) den Vergleich mit der Stiefmutter; 7) die Abschrift von ihrer Ehestiftung;8) Itsm des Silbers; 9) was die Stiefmama und Stiefgeschwister nach desVaters Tode gehoben.
Des Grafen Erwiderungen : ^<1 1) Habe ich keine Briefschaften gesehen, noch weniger bekommenoder verlanget, und wird des fiirstl. Dillenburg Eommissurü, nämlich Hrn. Rath und Amtmann JockelsInventur zeigen, was da gewesen und wo es jetzt befindlich, 2) Diese Nachricht muß sich aus desHrn. Rath und Amtmanns Eommissurisobsn. lü'otooolt ergeben, 3) Desgleichen auch dieses.Seiner sel. Frau Mutter Kleider und weiß Anzichzeug ist das wenige, so noch davon in natura vor-handen gewesen, unter die 3 Töchter solchergestalt ausgethcilct worden, daß eine jede davon bekommen,was sie damals etwa brauchen können, ^ct 4) Sind es nicht 1999 Thlr., sondern nur 790 gewesen,welche sein sel. Herr Vater besage des Erbvcrglcichs selbst wieder übernommen, ^.ct 5) .4. Hat seinHerr Vater 9999 fl. Lehnstamm hinterlassen, so in Horl bei dem Herrn Jägermeister stehen.Davon bekommt jeder Sohn 2999 fl., also jährlich 199 fl Interesse. Wie solche bezahlt sind, ivirdder Herr Jägermeister zu ctocireu wissen; L. jährlich 45 Thlr. von der Korlaischrn Mühle.Diese hat der Herr Ober-Bcrghauptmann anfänglich erhoben und wird solche zu berechnen habenEinige Jahre habe ich diese 13 Thlr. zu mir genommen, und wird meine VormundschaftSrechnung seinerZeit zeigen, wohin solche ausgegeben; 0. 8 Schffl. Korn und 8 Krhffl. Gerste auch von solcherMühle jährlich. Diese habe bis anhcro auch zu mir genommen; v. das <te Theil von der Hütte;was davon gefallen, habe ich zu mir genommen, hingegen u) der Frau Stiefmutter jährlich 199 Thlr.,b) dein Herrn Vetter, was er bekommen, e) Fräulein Ncttcheu ihre Pension, Kleidung und Bedürfnisin dem Kloster zu Mainz, wie auch ihre Kleidung und Nothdurft, so lange sie in Sachsen, <t) einigevon dem Herrn Vater hintcrlasscne Schulden zu Mainz und soustcn bezahlet, e) 1999 Thlr. Ehegcld,so die Frau Stiefmutter dem sel Herrn Vater bar zugebracht, sind zwar ctupouirct, sie will abersolche nicht annehmen, sondern prasteiutirct zugleich noch 1999 Thlr. Gcgcnvcrmächtnis, welche ichjedoch ihr vor geendetem Oreliitwesen nicht zugestanden und darüber noch jetzo einen Ürooess gegen siezu vertreten habe, welche 1) sehr viel Unkosten bishcro gefressen. Überhaupt wird davon seiner Zeitmeine Vormundschaftsrcchnung alles sxeeitivs zeigen ^.ct 9) Diesen will abschreiben lassen.L.ct 7) Diese habe ich nicht und muß zu Dillenburg, entweder bei dem Herrn Eommissario oder derRegierung sich finden. Ich habe Bedenke» gehabt, solche zu ugnoseiren, weil sie mir nicht ohne Be-denken wegen des Herrn Vetters und seiner vollblütigen Ganz-Gcschwistcr geschienen, und dieses isteben die Ursache des Uroossses, den ich mit der Frau Stiefmutter habe. Anbei ist bekannt, daß dadessen Frau Großmutter und der unvergleichliche ^ioturius vistrioü sich die Vormundschaftwegen der Eichen und sonst in dem Nassauischen und deren ^clmistrativn alleinig urrogiret, ichmich in ihre Kochcrci nicht mengen mögen. ^.<1 3) DicS muß sich bei dem Eommissarischcn Urotocwitzu Dillenburg finden. So viel erinnere ich mich wohl, daß die Sticf-blamu das meiste, als ob esthcils ihr von dem I'apa geschenkt worden, weggenommen So hatte auch sein sel. Vater eines unddas andere (Silber nämlich) selbst bei seinem Leben noch in Wetzlar versetzt. Deshalber schickteich unter der Hand und ohne mich bloß zu geben ^.o. 1728 meinen Leeretarium hin. Weilen aberdie Interessen und Kosten so hoch aufgelaufen, daß noch 1 Thlr. und etliche 29 Ter. Schaden dabeiund es nicht zu erhalten gewesen, sondern doch verkauft werden müssen, habe mich weiter darum nichtinslirt. .4<t) 9) u) die Frau Stiefmutter jährlich, wie all 5) gedacht, 199 Thlr. bekommen; b) die2 Stiefbrüder haben von dem Hrn. Jägermeister zu Stolbcrg 299 fl. LehnstammSzinsen be-kommen sollen, ich weiß aber nicht, wie weit er solche der Frau Stiefmutter bezahlet; o) die FräuleinStiefschwester hat von mir mehr nicht als 39 Thlr. bekommen.
Diese Erkundigungen hatte jedenfalls der Fähnrich Karl eingezogen, bevor erauf ein Werbe-Kommando ins Reich geschickt wurde. Bei dieser Gelegenheit kam erauch nach Dillenburg, liest sich von seiner Schwester Amalia von Austen: in denEichen das BüringZche Testament aushändigen und wollte damals schon wegen desvon seinem Vater Meile verkauften Zehnten zu Löhnberg gegen die Gülchen'schenErben aatimmiu rsvoentoriaui bei dem kaiserl. Reichskammcrgerichte in Wetzlar an-