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Nr. 417. Schreiven des Grafen von Köerstein an den Wotar Dieterich znDissenvurg <1. ci. Mainz, den 17. Mt. 1727.
iltousienr! Dessen Schreiben vom 2g. Juli habe ich in Bamberg erhalten, gleich als ich imBegriff war, nachcr Erlangen und Eichstadt zu gehen Und als ich den 27. 7 bris von Frankfurtwieder kommen, habe ich Dero zweites vom 5. Aug und 3. 7bris gefunden, bin aber zeithero gc-hemmct worden durch Herrschaft!, Geschäfte, daß nicht im stände gewesen bin, darauf zu antworten; daherovorjctzo auf alles umständlich meine Gedanken eröffne, und zwar
1) ist mir lieb, daß das Jnvcntarium in den Eichen endlich zu stände gebracht worden, weißaber nicht, was nöthig gewesen, daß Sic den Stich mit dazu gezogen, indem Sic es ja billig selbstverrichten und denen armen Kindern die Unkosten, so Stich gemacht, ersparen sollen;
2) muß das Jnventarium zeigen, ob die Tapeten nur allein oder noch andere Sachen zu ver-kaufen übrig sein;
3) ist zu erbarmen, daß Se. Durchlaucht der Fürst vor meines scl. Brüdern treue Dienste und
der Kinder Zustand nicht mehr Betracht haben, als daß Sic wegen der den Beamten
so den Zügel schießen lassen, welches ich mir doch fast nicht einbilden kann, indem Selbiger in Gegen-wart Herrn D. Steubcr's ganz ein anders versprochen, welches ich bitte nebst dem Herrn D. SteubcrSr. Durchlaucht vorzustellen.
4) Die Taxation der Oantors ist sehr gering, kommt es auf diese 22 Thlr. an, will ich sehen,wann ich hin komme, wie eS zu machen. Ich habe gehostet, daß wir dieses Jahr von der Hütte undKupfer-Bergwerk noch etwas erübrigen wollten, so zu Bezahlung Schulden angewendet werden sollte,allein da wir gezwungen sind, noch eine Hütte (zu Gr.-Leinungcn) zu bauen, welches dies Jahr schonüber 200(1 Thlr. weggenommen und künftiges Jahr wenigstens auch so viel noch erfordern wird, istdazu keine Möglichkeit vor Weihnachten 1728, geschweige, daß man sogleich 300 Thlr. anschaffen könne.
3) Die Tapeten anbetreffend, kostet die Elle 7 gute Groschen rc.
0) Wann Sc. Durchlaucht vor des seligen Fürsten Portrait mehr nicht als die taxirten 20 Thlr.geben wollen, muß ich alles geschehen lassen; hätte mir doch eingebildet, Sie würden dazu allzu groß-müthig sein, weilen Sic wissen, daß es von dem Maler Rosen 100 fl. bares Geld gekostet.
7) ... g) Wann Herr Kammcrrath Reichmann nicht bedenken will, daß die Härligkeit gegenUnmündige zu gebrauchen, ihm und seinen Kindern keinen Segen bringen mag, so muß ich es Gottbefehlen; dann aller Welt bekannt, daß es ihm nicht so genau gehet, um nöthig zu haben, weder Zeitnoch Geduld zu gestatten.
0) Daß die Fr. von Büring sich mit dem Theiß ebensowenig als mit andern vertragen wird,solches ist außer Zweifel.
10) Übrigens wäre nicht zu verantworten, wann bei der Verleihung nicht nachgesehen wordenwäre, ob des Theiß zur Kaution gcstcllcten Sachen schon anderwärts verpfändet gewesen, und wäredieses eine große Bosheit von ihm, noch vielmehr aber strafbar, wenn cS cioloss, 7 Ochsen, auch Schafeund 5 Wagen Heu verkauft hätte. Wäre es aber etwas, so ihm zu Bauung und Erhaltung des Gutesder Eichen nicht nöthig gewesen, so ist ihm nicht zu verwehren, daß er die krnetus und überflüssigesJnvcntarium zu Geldc macht; denn wovon sollte er dann sonst die Pachtgelder bezahlen. Es kommetdarauf an, daß Sic mit Ernst und Grund unter Zuziehung Herrn D. Steubcr'S das Werk untersuchen,so kann man alsdann einen Rath und Entschluß fassen.
.11) ... 12) Demnächst folget Extrakt eines Schreibens von Herrn Theiß, worin sich selbigerbeschwert,
1. daß von denen bei meinem letztcrem Anwesen des Hofes halben verabredeten 11 Punkten kein einzigeraußer das Jnventarium zu stände gekommen, auch, wann kein Erinnern helfen will, mithin, wann'slänger also kontinuircn und dasjenige, was vcrmög Accords ihm versprochen worden, nicht geliefertwürde, genöthigct fände, die Leihe aufzukündigen;
2. so thue die Frau von Büring alles ersinnlichc Hcrzlcid und Drangsal an re.;
3. habe sie eine Kuh von infizirten Orten in seiner Abwesenheit in den Stall gebracht rc.;
4. habe sie den dillcnburgischen Vogt um seinen Büttel auf den Hof zu schicken gebeten und denSchäfer:c. zu holen und einstecken zu lassen.
Wcshalbcn ich unumgänglich finde, daß Sie mit dem Hrn. Dr. Steubcr zusammen treten, dieseSache mit Ernst und Nachdruck einsehen und eingreifen, damit denen Kindern und Gute kein Präjudizgeschehe.
13) Daß die Dxsoution wider dcS Fürsten in Gegenwart Herrn Dr. Steubcrn gegebenes Wortvon denen Ccnsitcn nach den Eichen wiederum weggenommen worden, wundert mich von Herzen, und
ist nöthig, dcshalben mit Herrn Dr. Stcubern Vcr zu nehmen und zu den: Herrn Rath
Nrchcnholz, auch nothfalls zu Jhro Durchl. selbst zu gehen, damit man thue, was man kann. Willdann kein Vorstellen bei dem Fürsten Helsen, so muh man es Gott, der aller Waisen Beistand ist,anHeim stellen. ^ ^ ^ ^ ^ ,
14) Daß man von den Eichen wegschätzen will, darüber muß ich lachen. Es wird ja nochRecht in Wetzlar dcshalben zu erhalten sein, und muß mit Hrn. Dr. Steubeln gesprochen werden, daßman allenfalls daselbsten ein Mandat extraHirt. . «
13) Daß der Herr Graf von Hachenburg Arrest auf die Hauberge gethan, solches verdenke ihmzwar nicht; was aber der Vogt damit zu thun, deshalbeu erwarte Nachricht, lind wann man hat100 Thlr. daraus zichn können, verschlägt denen Kindern nichts, ob der Graf von Hachenbach solchsaus seine Interessen nimmt oder sie von uns verkauft und einem andern bezahlt werden.