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Nr. 400. Schreiben des trafen Ernst v. E. an Krn. Aoktor Steuver inDill'envnrg «l. «I. Main;, den 27. März 172K.
Hochedeler, hochwerthestcr Herr Doktor! Demselben kominunizire hiebet im Ver-trauen eine Nachricht wegen meiner armen Kinder draußen, in den Eichen, dergleichenich auch von anderwärts mehr her habe. Weilen ich nun in meinem Gewissen nichtverantworten kann, die armen Kinder auf diese Maße hautircn und verderben zulassen, als wollen Sie so gut sein und zuvörderst bei Jhro Dchl. dem Fürsten Audienznehmen und ihnen die Wichtigkeit dieser Umstände und daraus nothsachlichen Folge-rungen anreichen, dermaßen vorstellen, und daß bei der Bewandtnis nicht umhin könnte,eine Änderung zu thun, um meinem Gewissen darunter nichts zu Schulden kommenzu lassen, wollte ich demnach nicht zweifeln, Sc. Dchl. würden hierunter ein christl.und billiges Einsehen mit haben und mich daran nicht hindern.
Demnächst gehen Sie hin zu dem Hrn. Rath Jeckeln, ersuchen denselbigen, obihme gefällig wäre, etwan mit hinaus zu fahren und von allen Sachen den Augen-schein selbsten mit einzunehmen; wäre er aber behindert, werden Sie solches allein zuübernehmen haben. Weiteres belieben Sie der Frau von Büring, wann solche nochin Dillenburg anwesend, oder andernfalls draußen in den Eichen die nothdürftige underforderliche Repräsentation dieser Unartigkeiten mit solchem Nachdruck zu machen,damit sie findet, daß dergleichen weder vor Gott, noch dem Genüssen und der ehrbarenWelt, ja gar vor dummen Bauern nicht zu verantworten. Hat sie sich entweder nichtim Willen oder nicht im Stande befunden, sie nothdürftig und ehrbarlich zu versorgen,hätte sie nicht nöthig gehabt, nur und aller Welt das Maul aufzusperren. Hier mußRath geschafft werden, er komme auch her, wo er auch wolle, und muß man denKindern von ihrer väterl. und mütterl. Weißzeug und Kleidung nicht allein, was zu-rechtmachen lassen, sondern auch von denen Hofleuten so viel Geld, daß man sie wohinbringen kann, aufnehmen. Ich habe bishero immer gehofft, von Ihnen einige Nach-richt zu bekommen, darnach ich etwan weitere Ussures nehmen könne; allein in dessenEntstehung weiß ich jeho nicht, was ich anfangen und worauf ich ineine Reflexionrichten solle. Wetter und Wege sind noch zu schlimm, sie weit wegzubringen; mußman also sehen, sie in Dillenburg Ivo auf deu Nothfall unterzubringen, es sei beimeiner Frau Schwägerin, oder bei der Frau Oimensin, oder wo es sonst ist, nurbei rechtschaffenen Leuten, da sie nichts Böses sehen und ein wenig gezogen werden.Ich will mir über alles des Fürsten Resolution und Meinung des Herrn Rath undHerrn Doktors Gutachten ausbitten, um darnach hinlänglich rathen zu können. LassenSie sichs bestens angelegen sein, denken, daß es eine Gewifsenssache ist, und daß ichmich äußersten Fleißes bestreben werde, daß Ihnen Ihre Bemühungen nicht unver-golten bleiben. Womit verharre meines hochwerthcsten Herrn Doktors dienstwilligster
Mainz, 27. Aurt. 1726. G. A Gr. von Gverstein.
Nr. 401. Antwortschreiben des Ehristoph Ludwig Stich (da vn. Steuverkrank ist), worin zugleich gemeldet wird, daß der Kran v. Würing auf ihrAnsuchen der Advokat und Kaiserl'. Wotar Dieterich zu Dill'envnrg zumWitvormund beigegeben worden ist — ck. «I. Dill'envnrg K. April' 172V.
Hochgeborner Reichsgraf, gnädiger Graf und Herr! Auf Begehren und An-sinnen Hrn. voolor Slanbsrn, welcher einige Zeit hero wegen Unpäßlichkeit zu Betteliegen müssen und also nicht im stände, solcherhalben an Ewer hochgräfl. lkxeelleimauf Dero jüngsthin an ihn abgelassenen Schreiben selbsten behörigermaßen zu antworten,welches er ihme dann nicht in Ungnade zu bemerken ausbittet, nehme die FreiheitEwer hochgeborne reichsgräfl. Lxesllsns unterthänig vorzutragen, nämlichen, daß ergegebenen Befehl gemäß, sobalden er wiederum von seiner Maladie restituiret, um aus-gehen zu können, bei Jhro hochfürstl. Durchl. Fürst Christian sich nicht allein zu meldenund ihm gegebene Di-ckras zu expediren, sondern auch sich ferner nach dem frciadeligenHauS Eichen zu begeben, alles dasclbsten in Augenschein zu nehmen, um hernacheralles Passirte Ew. hochgräfl. Zlxoallmm referiren zu können. Die Frau von Büring