Druckschrift 
Der Stifter der noch bluehenden Neuhaeuser Linie Christian Ludwig von Eberstein und seine Nachkommen
Entstehung
Seite
479
Einzelbild herunterladen
 

— 479 —

Dillenburg und nachher an jemanden aus Wetzlar dieses fremde!. Gut Eichen mitallen Pertinenzien verkauft, zu überlassen gesonnen gewesen wäre. Da aber aus dieservorhabenden Vcrkaufung allem Ansehen nach schwerlich etwas werden wollen: hätteer Herr Ober-Jägermeister mit seinem Herrn Schwager, dem Hrn. Ober St. Mstr.,einen Kauf auf 12 000 Thlr. in dem Stand, wie sich dasselbe gegenwärtig mit allemZubehör an Vieh, Früchten auf dem Felde, Scheune und Boden, auch Geschirr befindet,auf ^ci-snasimi guter Freunde, wogegen Hr. ObristStMstr. gewisse lAmcta versprochen,verabredet in der Hoffnung und Anzeigung, daß in seinem Vaterlande ein gewissesvon seinen Hrn. Brüdern und Geschwistern ihm konsentirtes Kapital auf sein daselbsthabendes Vermögen er bekommen würde, zu dem Ende er auch im vergangenenSommer dahin gereiset. Weilen aber er das verhoffte Geld nicht bekommen können,mithin außer stand gesetzt worden, den auf solche Bedingungen geschlossenen Kaufzu halten und das Gut an sich zu nehmen, und daferne er andcrwärtige Kapitalien auf-nehmen sollte, die ?cnsicmc8 davon höher laufen, als die Einkünfte des Guts sich betragen,und also er Schaden leiden würde, so hätte er solches seinem Hrn. Schivager vacherMainz, woselbst er sich bei selbigem einige Zeit befanden, notisiziret mit dein Beifügen,daß er solches an jemanden, an wen er wollte, verkaufen könnte, wozu er stille geschwiegenund es seiner Frauen Mutter überlassen, also daß er ihr schreiben und sonst kund thunlassen, wie sie selbst und andere ihm solches gesaget, hiermit nach ihrem Belieben undGefallen zu schalten und zu walten, als ob er gestorben und sie solches allbereits von ihmererbet hätte.

Ob er nun schon vermeinet, von solchem sub csi'ka covckikious getroffenen Kauf ganzfrei und los zu sein, deroivegen er sich auch ferner nichts angenommen, noch annehmenmögen, so hätte doch mehr ermeldeter sein Hr. Schwager an seine Fr. Mutter wiederschreiben lassen, er nähme sich nichts an, er hätte es ihm, Hrn. Ober-Jägermstr. verkaufet,und er wiese alle seine Schuldleute an das Gut Eichen, die möchten ihnen vor ihreForderungen davon wegschätzen lassen, was sie wollten. Weilen er nun eines und dasandere vor seinen Schwager, den Hrn. Ober St.Mstr., ausgezahlet und deroivegen anihn zu fordern hätte, so wollte er als ein Ereclitor von diesem Eichen-Gut und allendazu gehörigen Stücken, sie haben Namen, wie sie -vollen, zu seiner Versicherung diePossession Äppi-siisuckiien, und alles, was sie an Mobilien zu dem Gut gehörig befinden,inventiren lassen. Dabei sich erkläret?, daß ehe und bevor er seiner Forderung halberbefriedigt worden, er keinem Occkitcwi, welcher etwan an dein Eichen-Gut und Zubehöreinige IWnatkimicmks machen sollte, als nur demjenigen, welcher vorhero einige For-derungen oder Specials Hypotheken hierauf gehabt, hieran etwas gestünde, uns ersuchende,daß wir dieses alles in gute Obacht nehmen und ihm ich ein publicum iustrumsutumum die Gebühr dieserhalben ausfertigen wollte.

Weilen nun ratioue «Meli ich mich hierzu verbunden hielte, so habe ich dieseRequisition angenommen und hierauf die vorher erwähnten 2 Männer zu Zeugenspccialitsr hierzu ersuchet, denselben andeutende, daß sie dieses alles, ivas itzt vor-getragen worden und ferner geschehen möchte, wohl in acht zu nehmen.

Hierauf gingen wir mit dem Hrn. Requirenten und Schäfer zu den Schafställen, besahen undzählctcn die Schafe, deren sich an der Zahl 295 Stck. befunden, worunter 3 ganz kranke, oon welchenman veemuthete, daß sie bald sterben würden, auch wurde ein Lamm geschlachtet, welches nicht mit ge-rechnet ist. Unter diesen Schafen waren 3 Jährlings-Schafe, 8 alte, 3 Schaflammen, 3 Hammcl-Lammcn,2 einbreitige Hammel, 17 vicrbrcitige, und die übrigen waren eitel 3 breitige Hammel.

An Rindviche zühlcten wir in allen 51 Stücke. Darunter sein nach Anzeige des Gesindes6 Fahr-Ochscn, worunter 2 bald abgängig; 6 heurige Kälber; 18 Kühe, wovon eine ein klein Kalbhatte; 2 tragbare junge Rinder; 8 3jährigc; 3 Rinder 2jährig noch; 1 3jährigcs; 1 2jährigcs: 2 Rind-Ochsen, einer 3 und der ander 3 z 4 jährige Kälber.

11 Ziegen. Solche bestunden in folgenden: 2 Ziegen 2jährig, 3 junge Böcklein, 2 junge Ziegenvon vorigem Jahre, ein jung Zieglcin von diesem Jahre.

An Feder-Vieh: 9 Gänse, 35 alte und junge welsche Hühner und Hahnen; 10 alte türkischeEnten, 5 junge; 3 alte Kapaun; 3 junge; 19 alte Hühner, 12 kleine.

An Geschirr, welches zum Acker- und Feldbau gebraucht wird: 1 Ochscnkarru, gar schlecht;1 Wagen, ist mittelmäßig gut; 2 Numpkarrcn vor die Ochsen ohne Räder, schlecht; l Pferderumpkarrcn