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als soll ihr zu ihrer Aufwartung ein Acmiiileriiiädchen, der Zäger, ein Anecht,eine Viehmagd, zwei Pferde, etl. Aühc und Ziegen (so allein von ihr depcndiren sollen)gehalten, gelassen und verpfleget werden, wie dann zu ihrer eigenen und derenselbenUnterhaltung ihr mein Hr. Schwager und Frau Schwester von Eberstein jährl.zehcn AI alter Aorn, fünf Malter Gerste, zwanzig Vier Malter Hafer, vier Meste Erbsen,ein Achtel Maizcn, zwei Mesten Linsen, drei Nkesten Hirschen, vier Meste Lein, zwanzigVier Pfund Flachs, zwei Vhmc Mein zu ihrem Trank, auch nach ihrem Belieben einmehrers, ingleichen benöthigtes Stroh und Brennholz zu geben, auch die Schliefwiese,die Schuhmacherswiese im Taufwinkel unter der Schiffwiese gelegen, den neuen Gartenund den Baumgarten, in welchen man durch die Thürs des neuen gehet, zu ihrerNutzung und disposition einzuräumen versprechen. Auch hat meine liebe Mutterdie Jagd und die Fischerei zu ihrer Verpflegung zu genießen. Noch legire und ver-mache ich an die hiesige Armen jt)0 Thlr. und an die Reformirte Airche 200 Thlr.,zu welchen 300 Thlr. die jöd Thlr., so Ihro Hochfürstl. Durchl. meine mir sonstallezeit gewesene gnädigste Fürstin und Frau nur noch schuldig, und die mir nochausstehende Besoldung genommen werden soll, womit ich diese meine dispositionoder letzten Millen im Beisein meiner herzgeliebten Frau Mutter, meines Hrn.Schwagers und Frau Schwester in Gottes Namen schließe, welche alle dreie, sonder-lich letztere, im Fall, da ihr lieber Mann vor meiner Frau Mutter versterben undsie sich wieder verheirathen sollte, nur mit einem Handschlag, selbigen unverbrüch-lich zu halten, versprochen, und zu dessen Bekräftigung nebst meiner noch bei gutemVerstand eigenhändigen Unterschrift und Nntersiegelung mit unterschrieben unduntersiegelt. So geschehen auf Dillen bürg den 9- Januar im Jahr s7j9.
(ll. 8.) Joluum Cur! chririlncN ro» Hüllring.
(A. 8.) Mittib von Mkring geborne Lübottin.
(A. 8.) Mnximilinne von Oberstem geborne von Düring.
(V. 8.) Gm! von Oberstem.
(V. 8.) Zohann Henrich Tilemann als ein erbetener Zeuge.
(V. 8.) Johann Henrich Arendorff als ein erbetener Zeuge.
Nachdem Hr. Ober-Stallmeister von Bühring mich als Notarium ersuchet,diesen seinen letzten Willen nebst den obigen Zeugen zu unterschreiben, so habe solchesliebst Beisetzung des Notarii Jnsiegels hiermit unterschreiben wollen.
Dillenburg, II. llnnuniij 1719. Christianus Fischer dlot. Cuasur xubl. zc.
Karl's Schwager, der Ober-Stallmeister v. Büring, hatte ihm zwar in Aus-sicht gestellt, daß Derselbe ihm bzw. seinem ältesten Sohne das im freien GrundeBurbach gelegene Reichsrittergut Eichen, welches zu dem Gebiete des von derReichsburg Friedberg aus verwalteten mittelrheinischen Kreises der unmittelbarenfreien Rcichsritterschaft diesseit Rheins in der Wetterau und zugehörigen Orten ge-hörte —, und den Zehnten zu Löhnberg vererben wolle; indessen noch bei Leb-zeiten des Ober-Stallmeisters v. Büring bewirkte die völlige Überschuldung der Güter,daß Karl es für angezeigt hielt, nicht erst den Tod seines Schwagers abzuwarten,um dann den Besitz derselben als eines ihm testamentarisch vermachten Majorats an-zutreten. Da nämlich sein Schwager von Gläubigern gedrängt wurde und deshalbwegeil Verkaufs der Güter Unterhandlungen mit dem Fürsten Wilhelm und daraufmit dem fürstl. nassau-usingischen Hofmeister und Kammer-Direktor Moritz Sigmundv. Ziegesar anknüpfte, diese aber zu keinem Resultate führten: so ließ auf Zuredenguter Freunde Karl sich dazu bestimmen, mit seinem todkranken Schivager einen Kaufabzuschließen. Solches wagte er in der Hoffnung, daß er diese Summe auf sein inder brüderlichen Theilung 1718 ihm zugefallenes väterliches Gut Horla würde auf-nehmen können. Da er sich jedoch in dieser Hoffnung vorderhand getäuscht fand, eraber bereits verschiedene Schulden seines Schwagers bezahlt hatte, so kündigte erletzterem den nur unter jener Bedingung abgeschlossenen Kauf wieder auf. Hierzuschwieg anfangs sein Schwager Büring still und überließ es seiner in Eichen wohnenden