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Nr. 306.
Sire. Die Winterquartiere derer Österreicher und Hannoveraner sind bis ckulonoch nicht reguliret und können sie nicht einig damit werden. Es hat vor gewiß ge-heißen, daß der oberrheinische Kreis hier in Mainz in Garnison kommen solle, alleines ist solches auch geändert und kommt kein Mann herein, an eonlruii-s die hieringelegene Darmstädter Kompagnie hat Ordre empfangen, den 15. von hier abzumarschirenund zu Costheim zu dem Bataillon, welches selbigen Tag von Gießen da eintreffenwird, zu stoßen, und die Kompagnie, so Jhro kurfürstl. Gnd. wegen der GrafschaftKönigstein geben, hat vorgestern auch die erste Marchordre empfangen. Wann sie aberabmarschirt, weiß man noch nicht. Dem jetzigen Concept nach sollen die Kreistrouppen,die Postirungen am Rhein halten, der oberrheinische kommt von hier bis Ober-Lahn-stein, die Darmstädter 2 Bataillons von Gießheim bis Gernsheim, Ober-Gernsheimfängt der fränkische Kreis an und stoßet an selbigen der schwäbische bis Basel. Denenpfälzischen Landen ist von denen Östereichern 300 000 fl. Contribution angesetzt undist morgen der Termin um. Kurpfalz hat wegen angedrohter Plünderung Oppenheimmit 400 Mann und so noch uckvmmnt, Kreuznach, Alzey und andere Städte besetzetund Ordre geben, keine bewehrte Mannschaft hinein zu lassen, weswegen die Öster-reicher jedem pfälzischen Kommando eins von Husaren und Croaten entgegengesetztund liegen solche zu Nicrstein eine halbe Stunde von Oppenheim, zu Gensingen eineStunde von Kreuznach, zu Nettersheim oder Johannesthal eine halbe Stunde vonAlzey, und so fort. Und müssen obgemeldte Städte, worinne die Pfälzischen liegen,die Husaren und Croaten verpflegen und ihnen geben, was sie verlangen, sausten siemit der Plünderung dräuen. Sie haben „auch denen pfälzischen rccognoscircn reitendenKommando bedeutet, sie sollen in ihren Örtern bleiben und dergl. nicht mehr probiren,widrigenfalls sie selbige feindlich angreiffen würden. Man ist also curios, denAusgang von dieser Sach zu sehen, zumalen da die pfälzischen Beamte nach Frank-furt kommen müssen und daselbst denen österreichischen Generals die Revenuen ihrerÄmter specificiren sollen und noch deswegen droben sind. Zu Kaub und Bacharachals 2 Hauptzölle von Kurpfalz am Rheine liegen österreichische Husaren, welche denenpfälzischen Beamten das Zollgeld zwar zahlen und einnehmen lassen, hernach abersolches zu sich nehmen. Ein hiesiger Domherr, so zugleich zu Trier praebendirt undvorgestern hier ankommen, erzählte, daß er mit seinen Augen gesehen, daß einigeösterreichische Husaren in der Stadt Trier drei Franzosen rencontriret, selbige sogleichniederhauen wollen. Da sie aber sehr um ihr Leben gebeten, hätten sie solche blesirtergefangen genommen und aus der Stadt heraus geführt, über solches Verfahren Jhrokurfürstl. Gnd. zu Trier höchstens beschweret und satisfaction begehret. Briefe vonAschaffenburg melden, daß Jhro kurfürstl. Gnd. den 18. ohnfehlbar wiederum hieranlangen würden. Mainz, den 13. 9^ 1745. Frirllricb Grnk ron Oberstem.Nr. 307.
Sirr. Vorgestern gegen Abend erhielten die hier bei Mosbach stehende öster-reichische Trouppen ohnvermuthet die Ordre, aufzubrechen und hinaufwärts nach ihrenRegimentern zu marchiren, wogegen gestern morgen gleich der Anfang gemacht worden,nicht allein ihre auf beiden Seiten gehabte Debs ckn ponl, sondern auch die auf derJngelhcimer Aue aufgeworfene Schanze zu rasiren und gestern gegen Mittag die Stückedavon abzuführen. Die Cavallerie hat sofort heute Morgen ihren Abmarsch genommen;die Infanterie wird aber erst morgen früh folgen, weilen sie mit der Rasirung nochzu thun hat, und heut Nachmittag erst den Anfang zur Abführung ihrer Brück ge-macht worden. Eben gestern schickte der zwar noch zu Frankfurt seiende hannöverischeGeneral von Sommerfeld einen Brigademajor an unfern Kommandanten, Generalvon Wembold, und bäte um die Erlaubnis, daß, weil die Österreicher als heutmarchirten, ihre Quartiere aber noch nicht ausgemacht, die hannöverische in 2 Bataillonsund 3 Escadrons hier stehende Trouppen auf 8 oder 10 Tag, bis sie eigentlich wüßten,wo sie hin sollten, ins Rheingau legen zu dürfen, allwo sie vor ihr baares Geldzehren sollten. Da nun Jhro kurfürstl. Gnd. nicht hier, der General solches vor sich