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nach Erfurt zu ihrer Verpflegung schon ergangen. Anstatt diesen Corps, heißt es,werden die bayer. Trouppen wieder bei der österreichischen Armee einrücken, und wie esscheint, wird solche Armee binnen Kurtzem übern Rhein gehen und die Winterquartierejenseit nehmen. Se. kurf. Gnd. haben solche in Dero jenseit liegenden Amternerlaubt. Die fränkische, schwäbische und oberrheinische Kreistrouppen sollen hingegendiesseit des Rheins zu stehen kommen und sind marschfertig. Kurmainz giebt wegender Grafschaft Königstein 2 Kompagnien darzu, man weiß aber noch nicht, wann solchemarschiren. Frankfurt, den 11. 8^ 1745.
LvieürirK Grnk vou Oberstem.
Nr. 304.
Sire. Vorgestern Mittag haben Jhro kurf. Gnd. bei Sr. kurf. Durchl. zuCöln, welche morgen von hier abgehen werden, gespeiset. Gestern Mittag habenbeede kaiserl. Maj. Maj. bei Sr. kurf. Gnd. gespeiset und den Abend bei dein Kur-fürsten von Cöln. Wir Kammerherren trugen die Speisen und das übrige Ceremonielwurde gehalten, wie vorhin schon allerunterthänigst gemeldet. Gestern Vormittagfuhren Jhro kurf. Gnd. mit einigen Domherrn und Gesandten zu Jhro Maj. derKaiserin, welche die Kurvereinigung in die Hände des Kurfürsten beschworen haben.Heute Abend um 5 Uhr gaben Jhro kurf. Gnd. die Abschiedsvisite beeden kaiserl. Maj.,welche morgen von hier abgehen. Unser Hof gehet morgen und übermorgen nacherMainz, Se. kurf. Gnd. aber übermorgen mit einer kleinen Suite nacher Steinheim,allwo sie bis die Prinzessin Charlotte, welche den Montag von hier nach Aschaffen-burg gehet, passirt ist, verbleiben alsdann etliche Wochen und vielleicht gar bis Weih-nachten zu Aschaffenburg residiren werden. Heut ist der Namenstag der Kaiserinsolennissime celebriret und eine Großpromotion publiciret worden, wobei unsere Wahl-gesandten, der Domherr und Regierungs-Präsident Baron von Kesselstadt, der Groß-meister Graf von Stadion und Obermarschall Baron von Erthal auch zu wirk-lichen kaiserl. Geheimten-Räthen, der Graf von Hoh enloh-Bart enstein aber alsKammerrichter zur Wetzlar declariret worden. Frankfurt, den 15. 8^ 1745.
Meärir!» Grnk ron Oberstem.
Nr. 305.
Sire. Der General Trips käme den 24. von Heidelberg hier an und giengeden 25. des Abends wiederum dahin ab, und glaubt man, daß sein hiesiger Aufenthaltdie Regulirung der Winterquartiere betroffen habe. Der vor einigen Jahren eine Zeit-lang hier gestandene hannoversche Gesandte Baron von Schwiegelt träfe den 26.hier ein und nach einer langen Conferenz mit unserm Herrn Regiments-PräsidentenBaron von Kesselstadt und Herrn Canzler Bentzel verlautete, daß es die Regulirungder Winterquartiere derer hannöverschen Trouppen betroffen und daß solche ins Rhein-gau kommen sollen, und solches Jhro kurfürstl. Gnd. um so mehr gerne sähen, wcilnihr Land und Mainz dadurch bedeckt. Wo die Österreicher in die Winterquartierekommen, ist noch nicht ausgemacht, zweifelsohne werden sie sich aber nicht weit vomRhein halten und starke Postirungen halten. Die holländischen Trouppen sollen den3. oder 4. 9^ von der Armee bei Heidelberg ab und nach ihrem Land gehen, hin-gegen sagt man vor gewiß, daß den 6. 9^ der fränkische Kreis aufbrechen und an denRhein marschiren wird, die Holländer wieder zu ersetzen. Der oberheinische ganzeKreis wird hier in Mainz in Garnison kommen, sonsten aber keine fremde Trouppen.Jhro Durchl. der Herr Landgraf von Darmstadt geben anstatt des einen schuldigenBataillons zwei dazu, und der Herr Landgraf Wilhelm von Hessen hat sich auchresolviret, sein Kontingent wegen der Grasschaft Hanau zu geben, wenn solche Trouppenaber ankommen, weiß man nicht. Die Herren Franzosen, so aus denen Niederlanden40000 Mann stark im Anmarsch sein sollen, wollen die Winterquartiere im Kur-trierischen nehmen. Jhro kurfürstl. Gnd. setzen sich zwar auf alle Weise dagegen,werden aber wohl Nichts ausrichten. Mainz, den 30. 8^ 1745.
A Gr»k vou Oberstem.