bis solche nach Hause kommen, da dann der Kaiser auf sie zugangen und ihr dieHand geküsset, die Kaiserin gleichfalls. Und als die Herzogin gefraget, weme sie vorsich habe, haben sie sich erst zu erkennen geben, da sie denn die Kaiserin mit vielenThränen embrassirct und allerseits eine innigliche Freud über diesen rmmoukrk bezeiget.
Frankfurt, den 6. 8^ 1745. A'mlrirk Gruk von Gber.stcm.
Nr. 303.
Sire. Jhro kurf. Durchl. zu Cöln sind am 7. dieses um 1 Uhr Mittags hierangelangt und den Abend gleich ins Apartement gefahren und mit der Kaiserin ge-spielet, ihre solemne Visite haben sie den 9. Abends um 5 Uhr beeden kaiserl. Maj.abgeleget, und heut haben sie sollen mit der Kaiserin speisen, da sie aber einen wehenHals und Catarrh, haben sie solches depreciret. Viele aber glauben, daß sie solcheKrankheit affectiret, weilen heute die Huldigung von der Stadt gewesen und sie deinKaiser dem Ccremoniel nach die Serviette beim Waschen nicht reichen wollen. Dochkann es auch mit ihrem Catarrh ganz natürlich zugehen, indem sie gestern auf deinMaSquenball, allwo Jhro kaiserl. Maj. auch zugegen, bis halb 3 Uhr heut Morgenwaren und brav getanzt haben. Unser Kurfürst gäbe ihnen den 8. die Visite und Siegestern gegen 12 Uhr die Gegenvisite; und zwar beederseits in Cognito und empfingeneinander oben an der Treppe und begleiteten einander auch wieder bis dahin, dieObristkammerhcrrn aber empfiengen und begleiteten sie an Wagen. Am 9. haben Jhrokurf. Gnd. zu Mittag bei Jhro kaiserl. Maj. gespciset, wobei ich folgendes Ceremonielbeobachtet. Die Empfangung geschähe wie letzthin bei der solennen Visite; in dasSpeisezimmer giengen Jhro kurf. Gnd. vor dem Kaiser und praesentirten ihn: dieServiette beim Waschen, welche ihnen von einen: kaiserl. Kannnerherrn gegeben wurde.Es wurde ihnen auch ein Cavor zun: Waschen praesentiret, welches sie aber weder vornoch nach dem Essen annahmen. Der Kaiser setzte sich zuerst, dann folgte die Kaiserinund letzlich der Kurfürst. Der Kaiser trank erst der Kaiserin, hernach des KurfürstenGesundheit, und obschon der Kaiser winkte, so blieb doch der Kurfürst so lange stehen,bis der Kaiser ausgetrunken. Und als Er des Kaisers Gesundheit trank, geschähesolches gleichfalls stehend. Ein kaiserl. Kannnerherr wäre dem Kurfürsten zur Bedie-nung geben, allein es ließ sich solcher durch seine eigene 2 Kammerherrn von: Dienstbedienen. Der kaiserliche Obristküchenmeister, Obristsilberknininerer und ein Kammcrherrschnitten vor und setzten die Speisen, und als das Confect anficng abgehoben zu werden,stund der Kurfürst auf und stellte sich neben den Kaiser, welcher als das Confect auf-gehoben erst aufstund. Der Kurfürst legte die Serviette zun: Abtrocknen auf den Tischvor den Kaiser. In: Herausgehen aus den: Speisesaal gieng der Kurfürst wieder kurzvor den: Kaiser, welcher beständig mit ihm redete, und die Kaiserin wurde von den:Feldmarschall Bathiani hinter den: Kaiser gesühret. Der Kurfürst blieb noch wohleine halbe Stunde in den kaiserl. Audienzzimmern und wurde wie bei der solennenVisite begleitet. Der Kurfürst von Trier sollte selbigen Tag auch beim Kaiser speisen,welcher sich aber wegen Unpäßlichkeit excusiren lassen. Heut Abends 5 Uhr habenJhro kaiserl. Maj. Jhro kurfürstl. Gnd. die Visite geben, und empfieng selbige derKurfürst an: Wagen und begleitete sie auch wieder dahin. Sie setzten sich aber nichteher, als wie der Wagen fortgieng. Morgen wird die Kurvereinigung auf den: Römersolenn vollzogen werden, übermorgen, als den Mittewoch, werden beede kaiserl. Maj.bei Jhro kurf. Gnd. zu Mittag speisen, den Donnerstag wird der Kurfürst beedenkaiserl. Maj. die Abschiedsvisite geben, weil selbige noch den Sambstag als den 16.von hier abzureisen gedenken. Den 17. oder 18. gehen Jhro kurf. Gnd. auch miteiner kleinen Suite von hier und noch nach Aschaffenburg ab, und werden daselbsteinige Wochen verbleiben. Kaiserl. Maj. nehmen ihren Rückweg nicht, wie man ver-meinet, über Aschaffenburg, sondern über Nürnberg und Ulm, allwo große Prae-paratoria zu ihrer Empfangung gemacht werden.
Acht Bataillons und 14 Escadrons unter Commando des General Grün sindvon der Armäe bei Heidelberg beordert, durch Sachsen in das Magdeburgischczu marschiren und haben- heut aufbrechen sollen. Von Seiten Kurmainz ist die Ordre
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