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gestellet, daß ihre Frau Mutter ja auch uicht als Römische Kaiserau gekraut worden.Beede Mas. Maj. sind vorgestern von hier zur Armee nach Heidelberg abgegangen und diesenAbend zwischen 7 und 8 Uhr retourniret. Se. kurf. Gnd. zu Trier werden übermorgenhier in einem Gartenhause vor der Stadt eintreffen, daselbst über Nacht bleiben undbis künftigen Sambstag ihren solennen Einzug in hiesige Stadt halten. Se. kurf.Durchl. zu Cöln erwartet man morgen, welche aber keinen solennen Einzug halten,jedoch eine Suite von 400 Personen mitbringen werden.
Der französische in Worms liegende General Lejour zeiget öffentl. einen Briefvon dem König in Preußen, in welchem derselbe verspricht, 30000 Mann mit derfranzösischen Armee conjungiren zu lassen, um noch vor Winter Mainz eine unanstän-dige Visite zu geben.
Der swänkische, schwäbische und oberrheinische Kreis haben Ordre empfangen, sichmarschfertig zu halten, und soll der gemeinen Rede nach daraus eine Armee von30000 Mann formiret, von dem General Seckendorf commandirt werden und zwischenRhein und Main zu stehen kommen, die österreichische Armee aber gleich nach derKrönung übern Rhein gehen. Heut ist das Schwert und andre Jnsignia kommen, undmorgen früh wird die Krone mit (Zeremonien hereingeführet werden. Frankfurt, den29. 7'" 1745. chriellrirk Grnk von Gderstem.
Nr. 302.
Sire. Es sind vorgestern die gewöhnlich Krönungs-Ceremonieen glücklich voll-zogen worden. Doch haben etliche Leute wegen des grausamen Gedränges, als manden Ochsen preisgeben und das Geld ausgeworfen, ihr Leben eingcbüßet und sind vieleverwundet worden. Über Kurpfalz verwundert man sich, daß solches sich noch nichtgeben und den Kaiser erkennen null. Man hat darum die Jnsignia von Aachen nichtden nächsten Weg durchs Pfälzische hierher, sondern über Luxemburg und Trier nehmenlassen, damit sie nicht angehalten würden. Und als der Kaiser und Kaiserin letzthinzu Heidelberg gewesen, hat zwar der Kurfürst von Pfalz den Geheimden Rath vonBaden dahin geschickt, aber nur die Kaiserin allein komplimentircn und bloß den TitelKönigin von Ungarn geben lassen. Heute Vormittag haben Jhro kurf. Gnadenihre solenne Visite beeden kaiserl. Maj. Maj. abgestattet, wobei ich folgendes (Zeremoniellbeobachtet. Der ganze kaiserl. Hof war in Mantelkleidern; unten am Wagen empfiengder Hofmarschall, an der Treppe der Obristhofmeister und vor der Antikammer derObristkammerherr Se. kurf. Gnd. Jhro kaiserl. Maj. traten 3 Schritt aus ihremAudienzzimmer in der Antikammer ihnen mit entblößtem Haupt entgegen und gingenvor dem Kurfürsten in ihr Audienzzimmer etwas unter das Baldakin, setzten sich,hießen ihm sitzen, setzten ihren Hut auf uud Se. kurf. Guaden auch. Alsdannthat erst der Kurfürst seine Anrede und hatte den rechten Fuß auf dem Tuchunterm Baldakin. Die Visite währete bei eine halbe Stund und begleitete mit beeder-seits abgethanen Hut der Kaiser den Kürfürsten bis 3 Schritt in die Antikammer, undso fort jeden wie er ihn empfangen. Die Empfangung bei der Kaiserin war aufdie nämliche Art, nur daß die Kaiserin bis an die Thür des Audienzzimmcrs demKürfürsten entgegenging und Er den Hut nicht aufsetzete. Die Anrede geschah gleich-falls sitzend und mit dem rechten Fuß auf dein Tuch, uud die Kaiserin begleitete Ihnnur bis an die Thür ihres Zinnners.
Bis Sonntag oder Montag werden beederseits Maj. bei Jhro kurf. Gnd. speisenund den 16. dieses werden sie von hier abgehen. Heute Abend halb 7 Uhr gabenJhro kurf. Gnd. von Trier unserin Kurfürsten die Visite, welche bis alleweil, da es10 geschlagen, gedauert, und morgen Vormittag werden sie ihre solenne Visite beedenkaiserl. Maj. abstatten. Jhro kurf. Durchl. vou Cöln werden morgen Vormittag hiereintreffen, aber keinen Einzug halten. Morgen wird der Reichshofrath eröffnet werdenund bis Sambstag soll die Huldigung von hiesiger Stadt geschehen. Ohnberührtkann nicht lassen, daß einige Tag vor der Krönung die Herzogin von Wo Isen-büttel von der Kaiserin eine Stund zur Visite begehren lassen, welche sie ihr auchgesetzet, beederseits Maj. sogleich aber mit 2 Pferden zu ihr gefahren uud gewartet,