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so hiesige Stadt anheut bezeiget, ist nicht genugsam zu beschreiben, weil die Kaiserkronwieder aufs Haus Osterreich kommet. Der Generalmajor Graf von Ostein ist an-statt des Domherrn seines Bruders von Seiten Kurmainz vor einer halben Stundmit dem Reichsmarschall Grafen von Pappenheim abgeschickt, die Gratulation ab-zustatten. Der französische Gesandte Asr. Luiul Lsverin hat sich gestern excusirt,daß er wegen Ohnpäßlichkeit nicht zur Stadt hinaus könnte, weswegen man ihm eineWacht geben, wovor er sich noch schön bedanket, daß man so viel Sorgfalt vor seineSicherheit trüge. Frankfurt, den 13. 7^ 1745.
Frirürirk Grnk von Ebcrstein.
Nr. 300.
Sire. Vergangenen Sonntag Nachmittag halb 2 Uhr kamen Jhro Röm. Königl.Maj. unter beständig Vivatrufcn des gemeinen Volks, Lösung der aufgepflanzten Canonen,Paradirung 40 Mann kurmainz. Leibgarde, zweier Grenadier-Kompagnien und einesBataillons von unserm Regiment, wie auch der Bürgerschaft mit 3 chaiscn von Heidel-berg hier an, speiseten sogleich öffentlich, wie auch den Montag Mittag. Den Abendlegten sie sich zeitlich nieder und gingen incognito nur mit einer Chaise des Nachts1 Uhr der Königin entgegen bis Wertheim, allwo AllerhüchstDieselben eine Stundevorher angelanget, um mit der dahin geschickten Mainzischen Jacht zu Wasser anherozu gehen. Beederseits Maj. Maj. kamen also gestern Abend halb 9 Uhr unter vorigenCeremonien hier an. Der König speisetc öffentlich, die Königin aber in ihrer Retirade.Heute Mittag aber speiseten beederseits Maj. Maj. öffentlich und ließen Jedermänniglichzum Handkuß. Übermorgen werden sie zu Wasser von hier nach Hanau gehen, daselbstin dem Schlosse Kestadt über Nacht bleiben, und den Sambstag werden Jhro Röm.Königl. Maj. Dero Einzug zu Frankfurt halten. Die Königin aber wird voraus nachFrankfurt gehen, um den Einzug mit anzusehen. Se. kurfürstl. Gnd. sind zwar inten-tionirt gewesen, allhier beben Majestäten die Visite zu geben, wegen ihrer hier tödtlichkrankliegenden Frau Mutter aber ist es unterblieben und haben nur ihre beede HerrnBrüder, den Domherrn und General, den Geheimden-Rath Grafen von Schön dorn,den Ober-Jägermeister von Schleifrost und den Hofmarschall von Ritter anherogeschickt, um Jhro Majestäten zu complimentiren und Sorge zu tragen, daß Nichtsabgehe. In der Königl. Suite ist der Obristhofmeister Graf von Sintzendorff, derGraf von Ahlefeld, so die Obristkämmererstelle vertritt, der Feldmarschall Bathiani,Fürst Salm, Printz von Birkenfeld, Fürst von Auersberg, Fürst Diedrichstein,Graf Coloretto, Graf Hauckwitz, Graf Ottonelli, Graf Welscheck und die Mengevon Kammerherrn und andern Cavalliern. Heut Morgen sind auch der erste böhmischeWahlgesandte Graf von Wurmbrand nebst vielen Fremden von Frankfurt hier ein-getroffen, und nachdem sie beederseits Majestäten die Hände geküsset, theils von ihnenauch zur Tafel geblieben, diesen Nachmittag wieder dahin abgereiset. Aschaffenburg,den 22. 7^ 1744. LneÄvirk Äruk vo» GbrrKtei».
Nr. 301.
Sire. Vorgestern Abend zwischen 4 und 5 Uhr kamen Jhro Durchl. die Prin-zessin Maria Charlotta von Lothringen mit den übrigen Hofdamens und Cavalliersder Suite Sr. Maj. der Königin zu Aschaffenburg an und gingen gestern Nachmittaghalb 2 Uhr wiederum ab und nach Frankfurt. Ich ging mit dem Bataillon und 2Grenadiers-Kompagnien vermöge meiner Ordre, sobald sie abgereiset, zu Schiff. Alsich aber heut 11 Uhr Sr. kurf. Gnd. Rapport von meinem Kommando abstattete undmeldete, daß es alleweil vorbei nacher Mainz Passiren würde, befohlen HöchstDieselbe,daß es wieder zurück nach Aschaffcnburg marschiren, ich aber bis den Tag nach derkaiserl. Krönung, welche auf deu 4. 8^ noch festgestellet, hier verbleiben solle, indemdie Krönung der Königin nicht vor sich gänge und beede Maj. Maj. morgen oder über-morgen über 8 Tag wieder von hier abgehen und erste Nachtquartier zu Aschaffcn-burg nehmen, und nachdem solche hinweg, Se. kurf. Gnd. auf 4 oder 6 Wochen dahingehen würden. Die Ursach, warum die Krönung der Königin nicht vor sich gehe, solldiese sein, weilen die Ungrifche Nation sich solches zur Gnad ausgebeten und vor-
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