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gastirte Kurtrier den Kaiser und die Kurfürsten und den Donnerstag that Kurpfalzein gleiches. Den Mittwoch war allenthalben Galla wegen der Kaiserin Namenstages.Kurmainz aber speisete nebst vielen kaiserl. Ministris bei seinem Hrn. Bruder, dessenGeburtstag es war. Weilen die kaiserl. Cavalliers alle vor dem Kaiser zu Pferdebei die Höfe kamen, ließ Kurtrier und Pfalz die ihrigen auch reiten, worauf diekaiserl., solches merkend, zu Fuß zu gehen anfingen, worauf die Kurfürsten das Reitendann wieder abstelleten. Heut geschieht hier die HuldigtMg, den Montag aber gehetder Kaiser gewiß nach Aschaffenburg. Die Ausbegleitung wird dem Einzüge nichtgleichkommen, dann von jedem Kurfürsten und Gesandten nur 5 Carossen mitgehensollen. Der Kurfürst wird sich seitwärts wenden und suchen, dem Kaiser vorzukommen,um Ihn in Aschaffenburg wieder empfangen zu können. Die englischen Friedens-geschäfte sind noch sehr zweifelhaft, die heutige Post wird ein groß Licht davou geben.Meines hochgeehrtesten Hrn. Hofraths dienstergebenster O. A von Oberstem.
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Nr. 247. Schreiben Krnst Kriedrich's von Oberstem an den Residenten zuWien Kofratst Mesenich ll. <1. Krankfurt 14. Jan. 1712, Wittsteilungen überdie Abreise des Kaisers von Krankturt:c. entstaltend.
HochEdler :c. Hofrath! Nachdem die Herren Kurfürsten und Gesandten Sonntagund Montags noch in Conferenz wegen der Friedens - Materie und Verfassung beicontinuirendem Krieg gewesen, ein mehreres aber nicht thun mögen, als es respectivezu überlegen und zu referiren anzunehmen, Sind Jhro Kaiserl. Majt. den 11. «m9 Uhr nach Ordnung, wie die Beilage weiset, von hier abgangen. Sie wurdenwieder bei dem Eintritt in ihre Postchaise auf dem Felde von Kurmainz complimentiretund Ihme das Reich recommendiret, welches Sie gar gnädig beantworteten. Der Kur-fürst von Mainz schlug nach diesem sich seitwärts und ging voraus nach Aschaffenburgfwoselbst Er Jhro Kaiserl. Maj. nochmals beneventiret, welche den 12. um 8 Uhr nachTruten stein abgereiset. Kurfürst!. Gnaden werden heut Mittag wieder hier sein undSonntags nach Mainz retourniren, wohin morgen voraus gehen werde. Den MittwochMittag gingen Kurfürst!. Durchl. von Pfalz zu Schiff von hier nach Düsseldorf, wo-selbst wegen Absterben des Pfalzgraf Carl's Gemahlin das Carneval und Opera ein-gestellet. Der Kursürst von Trier gehet heut per ?ostu auch weg und ist es schonhier als ob Alles ausgestorben. Der Graf Goes reisete gestern 9 Uhr nach dem Haag,von bannen nach Utrecht, wohin ihm Hr von Consbruck folgen wird, um dem Friedens-Congreß beizuwohnen. Herr Canzlar Frieße ist am Dienstag nach Heidelberg, umseine Frau Schwägerin die von Degenfeld zu besuchen, gangen, wird aber heutwieder hier sein und Montags nach Sachsen zurückreisen. Herr Baron Hagen istnebst seinem Herrn Bruder Dienstags unsers gndsten Prinzen Hoheit nach Augsburggefolget. Hr Graf Dohna gehet heut und Hr Baron Goertz morgen von hierweg. Die Frau Gräfin Werther lebt hier zwischen Furcht und Hoffnung, weil sienoch nicht weiß, ob sie sich nach dem Haag oder Sachsen zu reisen pi'uspiirii'su soll;ihr Herr hat geschrieben, hier noch auf weitere Nachricht zu warten. Meines hoch-geehrten Hrn Hofraths dienstbereitester Diener G. A von Oberstem.
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S. des k. Hauptstaatsarchivs zu Dresden Briefe Ernst Friedrich's von Edel-stein aus Mainz, Bamberg u. a. Orten an den Residenten zu WienBessenich, 1711—1715.