XVII
sitzes kaum entbehrlich zu sein. War es doch ein Geschlecht, das in der Zeit
seiner drittehalbhundertjährigen Blüthe in seinen Stammlanden, in Böhmen
und den Lausitzen 44 Städte, Schlösser und Burgen und nahezu 300 Dörferbesessen und meistens sein Eigen genannt hat!
Hat man es — und schon seit längerer Zeit — mit Recht für nützlichund ersprießlich gehalten, familiengeschichtliche Werke mit dem Schmucke vonAbbildungen früherer und zumal noch bestehender Besitzthümer auszustatten, umden Zeitgenossen und Nachkommen die Stätten des Schaltens und Waltensihrer Vorfahren in Freud und Leid vorzuführen, gewaltige Schlösser, hoheBurgen, gewerbreiche Städte und schlichte Städtchen, feste Kemnaten undeinfache Edelsitze, Klosterkirchen mit vergangenem Schmuck und Heilig-thümern, stille Capellen und einfache Dorfkirchen, einst mitunter die Zeugen großergeschichtlicher, kriegerischer oder doch für die Familienschicksale bedeutungsvollerEreignisse, oder friedlichen christlich-milden Familienlebens, so lag wohl derGedanke nahe, auch das Urknndenbuch des Eulenburgischen Geschlechts mitsolchen Bildern zu verzieren, mit Ansichten der hauptsächlichsten jener Burgenund Städte, denen zahlreiche Quellen der Familiengeschichte gelten. So hat injüngster Zeit der edle Wangenheimsche Stamm seinem Geschlechtsbuche einengleichen Schmuck gegeben und schon vor fast fünfzig Jahren fehlte er nicht demtrefflichen Familienwerke des alten Schöningschen Rittergeschlechts.
Mit wie bedeutenden Schwierigkeiten es verbunden war, Ansichten —und selbstverständlich suchten wir nach möglichst alten — aller der Schlösserund Städte, die einst den Herren von Jleburg gehorchten, — auch selbst nurneuere Abbildungen — zu ermitteln und zu sammeln, bedarf nicht der Erwähnung.Nur von einem Theile solcher Besitzungen ist es gelungen, Bilder derselben(Dank den Bemühungen der Herren F. Bernau und Advoeat Gautsch) der Familieund den Lesern zu übergeben; nicht wenige jener Städte und Schlösser vermögenwir aber nur in modernster Gestalt oder als wüste Steinhaufen und Ruinenvorzuführen; gewaltige Schicksale sind über sie hinweggegangen und kaum eineder alten Burgen zeigt sich mehr in der Festigkeit und dem Glänze wie zu derZeit der Edelherreu v. Jleburg. Wie gern hätten wir das Werk mit einemBilde des alten festen Hauses Sonnenwalde, der Wiege der Preußischen undder heutigen Herren und Grasen zu Eulenburg, im Schmucke seiner alten Thürmeund Mauern geziert, die sich gerade vor 400 Jahren den gewappneten Mannender neuen Schloßherren, des Churfürsten Ernst und seines Bruders Albrechtzum Einzüge und zur Huldigung der Vasallen ihrer neuen Herrschaft öffneten.
Bei dem Umfange und der großen Zahl der Jleburgischen Besitzungen,sowie deren Vertheilung auf verschiedene Territorien erwies es sich als nützlichauch durch eine Karte die Lage und Ausdehnung der Begüterung des Geschlechts