Wachtrag.
I) (768) («. 128V e. 1SV7)
starb ein Herr v. Jleburg und wurde in der Klosterkirche zu Mühlberg be-graben, woselbst noch gegenwärtig sein Grabstein wohlerhalten zu sehen ist.Derselbe ist in mehrfacher Hinsicht äußerst merkwürdig und eine hochschätzbare Anti-quität des Geschlechtes. Die am Schlüsse gegebene sehr getreue Abbildung ver-danken wir der Güte des um die Erforschung der Geschichte von Mühlbergsehr verdienten dortigen Herrn Stadtkümmerers R. Bertram. Der Stein vonoblvuger Form zeigt die Umrisse eines Geharnischten in ganzer Figur, inder Rechten eine Bannerfahne — als Zeichen des Herrenstandes derFamilie— in der Linken, die über den Griff des langen umwickeltenSchwerts gelegt ist, den Wappenschild des Geschlechts haltend, der quergetheiltoben einen wachsenden Löwen und unten drei Sterne (2. 1) zeigt. Zur Linkender Figur ist ein (Abendmahls-)Kelch abgebildet und zwar, wie auch die schwarz ab-gebildeten Theile der Darstellung, ganz vertieft eingehauen. Die bis auf einensehr kleinen Theil des Anfangs wohl erhaltene und deutliche Inschrift lautetnach der uns mitgetheilten Zeichnung:
st L.. VU0 . UUNNI8 .UUL.8 . 0UU^.1VÄl. IVNVU^DV,st UVV . 80VIUU , 8VÄU8 , OB .M>iVI. 8t?0U1'tZ , , N,
Offenbar haben wir hier eine gereimte Inschrift in levninischen Versenvor uns, und dieser Umstand, sowie der Charakter der Buchstaben und desBildes, deutet sehr bestimmt daraus hin, die Zeit des Denkmals in die zweiteHälfte des 13. Jahrhunderts zu setzen. Nicht auffällig erscheint und für das hoheAlter des Steins spricht es, daß der Name des unter ihm Beigesetzten nicht inder Inschrift angegeben ist, da wir mehrere Steine aus dem bezeichneten Zeit-raum kennen, welche den Namen der betreffenden Todten verschweigen. Esentsteht also die nicht leicht zu beantwortende Frage, auf wen sich der Grabsteinbeziehe; aber fast noch schwieriger ist die richtige Lesung der Umschrift nachder uns mitgetheilten, sehr sorgfältig, offenbar mit großem Verständniß der Schrift-