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Folge 5 (1885)
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darauf zur Regierung kam, ging sein vornehmstes Streben dahin, sich eine Schuletüchtiger Heerführer nach seinem Sinne zu bilden. Wie bei Fricdrich's Regierungs-antritte die Kavallerie beschaffen war, ersieht man am besten aus des Königseigenem Urtheile, das Rittmeister v. Tyßka S. 17 aus Friedrichs hinterlassenenWerken anführt: daß damals seine Kavallerie das geistloseste und schwerfälligsteCorps der europäischen Heere gewesen sei." Der Oberst Karl v. Eberstcinhatte nun das Glück, gleich in der siegreichen Schlacht bei Zcaslau in dieseSchule zu kommen und in ihr zu dem zu werden, der er war. Daß er imDienste streng war und streng sein mußte ist ja zuzugestehen; daß er mit derZeit vielleicht in manchem etwas peinlich war, mag ja sein, so gilt dies Wohlauch in der genauen Jnnchaltung der Rekrutenwerbung; aus den Maßlisten desRegiments aus dem Zeiträume von 1776 bis 1805 ist ersichtlich, daß im erstge-nannten Jahre die Schwadron des Obersten v. Eberstein die größtenLeute im Regimcnte hatte.

Er war streng und mußte es sein, weil sein König es war und derselbe vonallen seinen, ein Kommando führenden Offizieren das Gleiche mit Recht verlangte;und demgemäß in einer Cabinctsordre an den 4. Chef des Tilsiter Drag.-Rgts.Obersten v. Thümen sich also äußerte:

Und wie ich nicht zweifele, Ihr werdet diesem Meinen ernstlichen Befehleaufs genaueste nachleben und nicht gestatten, daß dagegen, es sei cktrsats oder;i<zr inZireotnirr gehandelt werde; also könnet ihr auch gewiß glauben, daß ichauf alles genau Acht geben lassen, Mich bei allen Fällen schlechterdings an Euchhalten und die geringste Kontravention nicht allein mit Meiner höchsten Ungnade,sondern auch mit Verlust von Ehre und Reputation ahnden werde."

Noch bestimmter sprach sich der König am Schlüsse seiner berühmten Anredean die Generäle und Stabsoffiziere vor der Schlacht bei Leuthen aus:

Das Regiment Kavallerie, welches nicht gleich, wenn es befohlen wird,sich unaufhaltsam in den Feind stürzt, lasse ich gleich nach der Schlacht absitzenund mache es zu einem Garnisvn-Regimcnt."

Ein Charakter und eine durch und durch militärische Natur, wie Friedrichsolche, brauchte und verlangte, war der Oberst v. Eberstein in vollem Maße.

Überblicken wir solchen Einzelheiten gegenüber nochmals sein bewegtesLeben, so tritt uns solches als eine harte, angestrengte Arbeit im Dienste desVaterlandes entgegen, deren Früchte aber dem Vaterlande reichlich zu Gute ge-kommen sind. Hat seine durch sein Beispiel auf seine Untergebenen übertrageneTapferkeit wesentlich mitgewirkt zu der den Fortbestand des preußischen Staatesverbürgenden Gewinnung der den 7jährigeu Krieg beendigender Schlacht vonFreiberg, so hat aber seine als Härte getadelte Strenge und die Pflichttreue,die er dem ihm anvertrauten Kreise einpflanzte, über die engen Grenzen des-selben hinaus ihre nachhaltige Wirkung geübt. Mit Recht konnte der ihm langeJahre befreundete General-Feldmarschall Graf Friedrich Adolf v. Kalchreuth,*)als derselbe des Obersten v. Eberstein Enkel Moritz und Gustav dem KönigeFriedrich Wilhelm III. auf dessen Befehl 1808 zu Königsberg auf derParade vorführte, in begeisterten Worten darauf hinweisen, daß der Geist, derdie ostpreußische Armee beseele, wesentlich von dem Großvater dieser jungenLeute gepflegt und genährt worden sei!

*) welcher bei der Ncvüe im Juni 18V 2dem Könige und dem Kaiser Alexanderdie Kavallerie vorgeführt hatte, wobei das Tilsiter Drag.-Reg. so glücklich war, sichden allerhöchsten Beifall zu erwerben.