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dem nun ältesten Stabsoffiziere des Regiments: dem Major v. Eberstein, dieFührung desselben ob. Nominell ist der Major v. Pogrell bis zu seinem nach derAuswechselung ihm ertheilteu Abschiede noch fortgeführt worden.
Auf dem weiteren Rückmärsche nach Stargard, auf dem die Tilsit er Dragoner undWerner'scheu Husaren oft mit den den Weg versperrenden Kosaken ins Handgemenge ge-kommen waren, schien am 20. Dez. die Sache eine schlimme Wendung nehmen zu wollen, alssie von einer überlegenen Schaar rcgulairer feindlicher Reiterei angegriffen wurden und dievielen, hier dem Feinde zum ersten Male in die Augen sehenden Rekruten die in diesemAugenblick so nöthige Fassung zu Verlirc» anfingen. Dennoch aber gelang es, die Leute zu-sammen zu halten, die Ordnung wieder herzustellen und den Weg zu bahnen. Major v.Eberstein, der mit 5 Schwadronen der Dragoner bei der Infanterie geblieben war, gingnebst derselben, ungeachtet des feindlichen Kanonenfeuers, in größter Ordnung überdie Ebene nach Stargard. Obgleich die russische Kavallerie mehrmals zun: Angriffeheransprengte, so wurde sie doch jedesmal mit vielem Verluste zurückgetrieben. Dadas Corps des Prinzen v. Württemberg auf die Anordnung des Königs sich nun gegendie Schweden wandte und zunächst durch das Mecklenburgische marschirte, woselbstder Oberst v, Welling die ausgeschriebenen Lieferungen an Rekruten, Pferden, Geldund Getreide beizutreiben beauftragt worden war, aber darin von den Schweden sehrbehindert wurde: so war es erst am lli. Januar 1762 nach Zurückgehen der Schwedenin ihren Antheil von Pommern möglich, Winterquartiere zwischen Schwan und Bntzowbei Rostock zu beziehen.
Ans diesen Winterquartieren brach am 24. April 1762 das Tilsiter Drag.-Reg. (dessen Chef Generalmajor v. Plettenberg, wie schon erwähnt, fast gar nichtbei dem Regimente, sondern immer um die Person Sr. Majestät des Königs gewesenwar und in dem vergangenen Jahre den erbetenen Abschied erhalten hatte) zusammenmit 2 Jnf.-Regimentern zur Armee des Prinzen Heinrich in Sachsen auf, währendder Prinz v. Württemberg selbst, da der Friede mit den Schweden dem Abschlüssenahe war, nach Schlesien zum Könige abzog, dem sogar später ein russisches Corpsvon 26060 Mann zu Hülfe kam. Es hatte sich nämlich die politische Lage durch denam 5. Januar 1762 eingetretenen Tod der Kaiserin Elisabeth sehr zu KönigFriedrich's Vortheil geändert, da ihr Nachfolger Peter III schon lange die bisherherrschende auswärtige Politik mißbilligt hatte. Selbst nach seiner Ermordung nach7monatlicher Regierung behielt seine Gemahlin und Nachfolgerin Katharina II. geb.Prinzessin v. Anhalt-Zerbst den Frieden mit Preußen bei, so daß der König nun alleseine Truppen gegen die Ostreichcr und die Reichstruppcn verwenden konnte.
Gleich den Tag nach seinem Eintreffen bei der Armee des Prinzen Heinrichmußte am 12. Mai das hier der Abtheilnng des Generallieutenants v. Seydlitz zuge-wiesene Tilsiter Drag. Reg. thätig eingreifen. Der Prinz ging bei Döbeln überdie Mulde, griff die daselbst stehende östreichische Heercsabthcilnng an und schlug sie;das Gefecht, in welchem der kommandirende östreichische General nebst 40 Offizierenund 1500 Gemeinen gefangen und 3 Kanonen, 1 Paar Pauken und viel Bagageerbeutet wurde, wurde durch einen Angriff aus die feindlichen Vorposten morgens um3 Uhr eröffnet und hatte den Erfolg, daß die Ostreicher von den Reichstruppen getrenntwurden, so daß der Prinz Freib er g besetzen und am 16ten bis Prctschendorf vorgehenkonnte. Die Östreicher zogen sich in verschiedene Lager zwischen Dresden undDippoldiswalde zusammen, die Reichsarmce dagegen bis Chemnitz und weiter bisTschopau und Zwickau. Das Tilsiter Drag.-Reg. rückte erst in das Lager desPrinzen, nachdem es unter Seydlitz bis Oberau vorgegangen, bei Arensdorf feindlicheReiterei angegriffen und dabei 500 Gefangene gemacht hatte.
Nach 14 Tagen wurde die Stellung "des preußischen Corps von Frauensteinbis zum Tharander Walde ausgedehnt, an welchem neben dem Jnf.-Reg. Manteuffeldas Tilsiter Drag.-Reg. zu stehen kam; von hier aus gab es täglich 1 Offizier, 4Unteroff. und SO Dragoner nach Grillenberg zum Abpatrouilliren des von Klein-Hainüber Hartha, Spechtshansen bis an den Landsberg angelegten Verhaues; außerdemgab das Regiment auf die rechte Flanke nach Burckersdorf 1 Offizier mit 30 Pferden.In dieser Stellung blieb das Regiment bis zum 25. Sept. Am 29. Sept. früh 6Uhr griff ein östreichiches Corps von den Höhen hinter Ruppendorf und Höchendorfden preußischen linken Flügel mit einer lebhaften Kanonade an; um 9 Uhr waren1200 ungarische Grenadiere und Kroaten durch Klingenberg hindurch gegangen undhatten sich der Verschanzung und des darin befindlichen Geschützes bemächtigt. ZweiSchwadronen der Tilsiter Dragoner aber kamen herangejagt, warfen 300 Ungarnund Kroaten hinaus, hieben eine Anzahl nieder und machten 500 zu Gefangenen.Nachmittags detachirtc der Prinz Heinrich den Major v. Eberstein mit 4 Schwa-