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Folge 5 (1885)
Entstehung
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336
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Tilsiter Tragoncr aufbrechen und in Eilritt in Berlin einziehen, welches nur1500 Mann Besatzung hatte. Die Dragoner wurden von den Berlinern wie vomHimmel gesandte Erretter betrachtet; Lebensmittel und Getränke wurden im Übermaßeherbeigeschafft und an die Soldaten vcrtheilt. Der erste Angriff des Grafen Tottlebenvon den Rixdorfer Rollbergen ans wurde abgeschlagen, und als er dann selbst vonder Stadt aus angegriffen wurde, zog er sich nach Köpeenik zurück, worüber inBerlin die Freude ungemein groß war. Zwei Nächte und einen Tag hatten nun die(in den Ställen der jetzigen Garde--Corps-Casernc hinter der Akademie einquartierten)Dragoner Ruhe, bis am 6. Okt. der russische General Czernitschew zum Vorscheinkam. Diesem ging der vor dem Landsberger Thore aufgestellte Prinz v. Württembergentgegen unter Kanonade und theilweiscn Gefechten an diesem und den folgenden Tagen.Nachdem Graf Tottleben wieder erschienen war und auch ein östrcichischcs Corpssich näherte, wurden vom 3. Okt. ab die Gefechte vor den Thoren lebhafter, wobei dieTilsiter Dragoner stark bctheiligt waren, sodaß auch der Verlust nicht unbedeutendwar (Lieut. v. Sauden schwer verwundet und nach 2 Tage gestorben, Lieut. v. Wittengefangen, außerdem 200 Mann theils tot, theils verwundet, theils gefangen). Trotz-dem nun auch das Corps des Prinzen v. Württemberg durch den aus Sachsen ein-getroffenen General v. Hülsen auf 14 000 Mann verstärkt worden war, so wagtenbeide Generale indessen keine Schlacht und zogen sich in der Nacht zum 0. Okt, nachSpandan zurück, Berlin seinem Schicksale überlassend. Nachdem die Östreichcr undRussen in Berlin eingezogen waren und eine Kontribution von 1 700 000 Thlr.bcigetrieben hatten, eilten sie schon nach drei Tagen ans die Schreckenspostder Königsei im Anmarsch" wie beflügelt davon und legten in 2 Tagen 12 Meilen zurück. Alsder König so seine Hauptstadt vom Feinde verlassen fand, beschloß er, sofort wiederzur Eroberung des nun ganz in Feindes Händen befindlichen Sachsens aufzubrechen.Die Prinzen v. Württemberg ließ er über Magdeburg auf das linke Elbufer gehen,damit derselbe die Reichsarmee im Rücken bedrohen und zugleich die in Dessau an-zulegenden Magazine bedecken könnte. Der König selbst ging bei Koswig über dieElbe, und nachdem sich das Corps des Prinzen 2S. Okt. in Jonitz angeschlossen hatte,schickte er zur gänzlichen Vertreibung der ans dem Rückzüge begriffenen Rcichsarmeeden General v. Linden über Kembcrg und Düben nach Leipzig mit 8 Bataillonen,welchen die Dragoner-Regimenter Plettenberg und Normann, ferner die grünenHusaren und das (1758 vom Oberstlieut. v. Verger angeworbene, zu Halberstadterrichtete, darauf 1759 an den vormaligen Marburger Professor, späteren holländischenFortifikationsoffizicr (iari (Zottiisd (Zuioimrcl genannt (sstüntns loilius übertragene) Fstei-Regiment <Zuiuws loilius zugctheilt war. Am 31. Okt. vor Leipzig angelangt, konnteGeneral Linden, da der feindliche Kommandant bei starkem Nebel aus der Stadtentwich, am 2. Nov. wieder über Eilenburg zur königlichen Armee nach Torgauabmarschiren. In Eilenburg blieben die Tilsiter Dragoner mit 3 BataillonenInfanterie zur Bedeckung der Kriegskasse, der Pontons und sämtlicher Bagage stehenund stießen erst den Tag nach der siegreichen am 3. Nov. gegen den FeldmarschallDann gewonnenen Schlacht bei Torgau wieder zur Armee. Der errungene Siegmachte den König wieder, bis auf Dresden, zum Herrn Sachsens. Das preußischeHeer ging über Meißen nach der Gegend von Wilsdruf und Frciberg und bezog MitteNov. Winterquartiere; der König selbst nahm das seinige in Leipzip und ließ denPrinzen von Württemberg, um den erneuten Streifereien der Schweden und Kosackenzu begegnen, über Herzberg und Fürstenwalde nach Schwedt abmarschiren.Diesem Corps wurde das Tilsiter Draganer-Reg. wieder zugetheilt. VonSchwedt aus ging das Regiment am 20. Nov. über Pyritz und Stargard undstieß am Lösten bei Plathe zum Corps des Generals v. Werner, marschirte mitdiesem über Körlin und Bclgard nach Köslin. Am 11. Dez. stieß es wieder zu demsich gegen die Schweden wendenden Corps des Prinzen v Württemberg und rückteüber Damm, Gollnow, Stargard, Stettin, Pasewalk, Friedland und Demmin in denersten Tagen des Januar 1761 über Sulz ins Mecklenburgische ein und bezog beiRostock Winterquartiere, da die Schweden sich bis Greifswalde zurückgezogen hatten.

Schon am 15. Januar 1761 verließen von dem Tilsiter Drag.-Reg. 2 Schwadronendie Wintcrquantiere und marschirtcn über Testen, Pasewalk, Stettin und Stargardnach Naugard, wo am 16. Febr. die 3 anderen erst am 5ten aus Rostock ausge-rückten Schwadronen nebst einem Bataillon hinzustießen und dann zusammen mit dencrsteren weiter zu dem bei Körlin stehenden Corps des Generals v. Werner marschirteu.Sie kamen hier in feste Quartiere bis zum 12. Mai, worauf sie jenseit der Persantcverlegt; gleichzeitig wurde das Lager verschanzt, gegen welches dann am 12. Junidie Russe» unter Tottleben von Ncnstettin und Bublitz her heranrückten und zunächst