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geben, welcher Dero Forderungen an den sel. Grafen liguidirc und sich dieserhalb mit meinem dortigen Amtmann oder mit meinem Sohn zusammenthue und die Sache applanire. Ans meiner Seite soll Ihnen nicht die geringsteSchwierigkeit gegen das, was recht und billig ist, gemacht werden. Dieses ver-sichere Ihnen heilig, weil ich zum voraus von Dero Seite versichert bin, daßDieselben auch r-Usonrmblo denken und von mir nichts Unrechtes verlangenwerden; einfolglich werde ich selbst darauf halten, daß soviel thnnlich meinBruder noch dessen Kinder um ihre rechtlichen Forderungen an den Grafen unddem Morungschen Hause irgend worin verkürzt werden, wann ich nur erst mitGewißheit weiß, was selbige mit Recht zu fordern haben. Die Sache mitMorungen wegen des Lehn st am ms ist balde auszumitteln, weil über diejährlichen 100 fl. oder 87 Thlr. 12 Gr., welche auf jeden Johannistag bezahltwerden sollen, Quittungen sein müssen, und diese müssen produeiret werden.Hätten Ew. Gnaden meinem aufrichtigen Vorschlag und Rath gefolget, welchenIhnen gleich in meinem ersten Schreiben gegeben, und hätten meinem Justiz-Amtmann Rath Rudloff Ihre Sache übergeben, so würde die Sache schonlängst applaniret sein. Allein ich kann Dcncnselben wegen des Mißtrauens,welches Dieselben anfänglich in mich und meine Fakta gesetzt, nicht verdenken,daß Dieselben andere Wege gesucht haben, und ich lasse mir auch auf die Zu-kunft gerne alles gefallen. Meine Satisfaktion wird allemal darin bestehen,daß Sie mich bei aller Gelegenheit rechtschaffen finden werden. Es ist eineüble Sache, daß Ew. Gnaden mit dem Grasen nicht jährlich abgerechnethaben. Die Folgen davon können vor Ihnen nicht änderst als verdrießlich sein,weil er mehr Schulden als Vermögen nachgelassen und man zu sagen Pfleget,wo nichts ist, da hat auch der Kaiser sein Recht verloren; allein, da ich ver-mnthe, daß die Forderung, welche Dieselben oder vielmehr mein Bruder an densel. Grafen haben, doch nicht so sehr exorbitant sein wird, so hoffe ich dennoch,ein Mittel zu finden, daß diese Sache zu Dero Satisfaktion applaniret werdenkann. Mein Schicksal mit Leinungen ist noch zur Zeit kläglich. Ich habe ansdiese Stunde noch keinen Groschen davon gesehen, so hat er gewirthschaftet;alles ist deteriorirct, daß ich noch einige Jahre keinen Pfennig davon zu ge-Warten habe. Unterdessen muß ich an 24 000 Thlr. alljährl. verintercssiren,welche es mich zu stehen kommt, ohne was ich noch seit der Übernahme hergebenmüssen, welches über 4000 Thlr. beträgt. Meine gnädige Frau Schwägerinkönnen Sich demnach auch meine Situation vorstellen und wie mir dabeiwunderlich zu Muthe ist. Es ist indessen geschehen und nicht mehr zu ändern.
Wann Ew. Gnaden dem Hrn. Vetter Albrecht die Kommission ertheilethaben, die Forderungen an den Hrn. Gr. mit mir zu liqnidircn, so hoffe ja,daß selbiger solche übernommen haben wird, und dieses würde umso viel bessersein, als man nicht gerne Fremde in Fmmlien-Angelegenheiten seh^ läßt.Sollte er es nicht acceptiren wollen, so will ich ihn selbst darum bitten lassenund ihme die Versicherung zum voraus geben, daß ich mit seinem Ausspruchvöllig zufrieden bin. Haben die gnädige Frau Schwägerin dann vorm Jahrdie Lehnstammszinscn richtig erhalten, wie auch die Rovonnss von GeHofen?und durch wen haben Dieselben Sich diese Gelder schicken lassen? Die Hütteist noch zur Zeit ohne Ausbeute und mit Schulden beladen; ich hoffe aber, daßes mit der Zeit besser gehen wird.
Ich bedaure zunächst, daß Dieselben wegen Zeppenfeld auch in einigenWeitläufigkeiten stehen. Das Gut Zeppenfeld ist mir bekannt. Es ist einvortreffliches immediates, unter der Friedbergischen Ritterschaft stehendes Gut,und stehet nicht unter der Nassauischen noch Hachenburgischen Regierung, welcheaber solches ohne Zweifel gerne an sich zu bringen suchen wird, worzu jetzo dieFrau Stiefmutter wegen ihrer derangirten Umstände die Hände bietet. Wärees aber möglich, daß es konserviret werden könnte, so wäre wohl rathsam, allesMögliche darzu anzuwenden. Wie viel mein sel. Bruder daran zu fordern,weiß ich nicht eigentlich, doch habe, wenn ich nicht irre, wenigstens von 10000 fl.
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