liefert werden muß. — Wir sind ja Eine Familie und wir müssen nachunserer gcmcinschaftl. Verbindung die Aufrechterhaltung derselben und die Ehreunserer würdigen Vorfahren völlig herzustellen und wieder in Flor zu bringen,da sie meist unverschuldet in Verfall gekommen, kräftigst bemühet sein, und ichglaube festiglich. Ew. Hochwohlgeboren und sämtl. Herrn Vettern werden nachDero edlen Herzensart und aus Vcrwandtschaftsliebe alles mögliche beitragen,unsere irr a^ons liegende Linie aufrecht zu erhalten, dahero mein Bemühenmit Wort und That unterstützen, um alles wieder in Flor zu bringen. DieBeilage wird alles ins Licht setzen. Und da bereits in den vorigen Zeiten DeroLinie geneigt war. nach ausgestandenen Kriegskosten und sonstigen Unglücks-fällen, worunter besonders der Brand ao. Z723, so das halbe Dorf und un-seres Vaters Gut einäscherte, und der ao. 1729 entstandene Brand unser Gutalleine traf, mitzurechmm, zu Aufrechthaltung der Unsrigen ein Kapital von12000 Rthlr. zu konsentiren, Dieselben mitleidsvoll solchen jetzo zu Rettung undHerstellung auf 15000 Rthlr. willigst crtheilcn werden, wodurch das ganzeKreditwesen (so ans 30 000 Thlr. sich belauft) nicht allein tilgen, sondern auchdie äußerst rninirten Gebäude in vollkommenen Stand wieder setzen werde.Die Abschrift meiner Brüder Vollmachten, so hier beilege, setzen mich inStand, mit sämmtl. Gläubigern des väterl. Gutes zu transigiren und einKapital zu deren Befriedigung aufzunehmen. Und ob wir lebende Brüdergleich vier erwachsene Söhne haben und der eine von meinen Söhnen auchbereits einen Sohn hat, so ist bei jetziger Zeit einem Darleiher des Kapitalseine mehrere Garantirung doch lieber, dahero lege eine Konsens-Urkunde mitgehorsamster und ergebenster Bitte bei, solche mit der nöthigen Unterschrift undgerichtlichen Recognition zu antorisiren und auf das baldigste wieder an michzu senden, damit daS angefangene Negoz besorgen und dem hoher Oberaufsichtmeinen Vortrag machen könne, welche denn alles zum gütlichen Accord bringeilwird. Dem hierbei gemachten Verlangen derer Herrn Vettern zu Leinun-g en billigst Genüge zu leisten, habe einen vollzogenen Revers dieserhalb aus-gcstellct, solchen in Dero Archiv zu legen, wovon hier die Abschrift beilege, undalles an unfern Herrn Vetter, den Herrn Hvfrath nach Dresden gesendet,um solches auf hiesiger Gegend eirkuliren zu lassen — und auf diese Weisewird denen Geld fressenden Prozessen, so Familien ins Elend stürzen, auf ein-mal ein Ende gemacht. Die Interessen des Kapitals assignirt man gleich andie Pachtgelder des Gutes nach Wechselrccht zu bezahlen, und so bekommt manRuhe, denn ich behandele die ganze Sache als ein anvertrautes Gut vor dieNachkommen.
Mit Gott lebe der zuversichtlichen Hoffnung, daß aller Orten der Gewäh-rung meiner billigen Bitte nichts entgegen stehe» werde. Und da Höchst-der selbe durch Seine herzlenkende Kraft, meine Person betreffend, mir eineFreundin bei meiner schweren Last in der Person meines Bruders Tochter, derverwittibt gewesenen von Schierbrand zngethcilet hat, welche nach erhaltenemKonsens Freud lind Leid mit mir theilet, so traue ferner Seiner Vatergütc indenen übrigen Anliegen. Empfehle dahero Ew. Hochwürden und Hochwohl-geboren und sämtlich Werthesten Angehörigen mich, meine liebe Frau, Kinderund alle die Unseren zu Dero allerseitigen Liebe und Freundschaft, dargegcnmit vollkommenster Hochachtung lebenslang sein werde, stets Wohl anwünschend,Ew. Hochwürden nnd Hochwohlgeboren gehorsamst ergebenster Freund
GeHofen, den 31. Mai 1790. Otto Christoph von Eberstein.
Auf Briefe an mich bitte den Vornamen Otto allein zu schreiben. V-rlsko!
konjr»snrlni»de vom Jahre >799.
Wir Endes eigenhändig unterschriebene resp. Geschwistere nnd Vettern vonEberstcin Urkunden und bekennen hiermit, daß wir damit, daß unser vielgeliebterHerr Vetter, der Herr Hauptmann Otto Christoph von Eberstcin ans Ge-hofcn für sich und in aufhabender Vollmacht seiner Herrn Gebrüdcre zu Tilgung