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Folge 5 (1885)
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an sich ziehen lassen und ihnen Geld auf die Hand gegeben. Welches durchGottes wunderbare Schickung sich also zugetragen, daß die Knechte, die widerdie Evangelischen bestellet, darnach ihre Beschirmer sein mußten. Da starbplötzlich und unversehens Herzog Georg zu Sachsen unter solchen Tagen zuFrankfurt. Als mm dieses große Glied aus der Kette gerissen war, da blieballe Kriegesrüstung.

12) Der Kaiserl. Majestät Karl V. und der Königl. Würde Ferdinand I.Hofräthe, ja die meisten Räthe am Kammergerichte zu Speier, wieschnaubeten sie mit Dräuen und Morden wider das kleine Häuflein der Lutheranerund meinten, sie thäten Gott einen Dienst daran; je mehr sie Blut vergießenwürden, je höher sie im Himmel sitzen wollten und eitel -rursolos Samotoruir,vcrdieneten. Denn was thät iL Mart. Solt, der kaiserl. Kanzler, nachdem 1530der Kaiser auf dem Reichstage zu Augsburg einen scharfen und geschwindenBescheid Wider die Protestircnden ergehen ließ (nämlich daß Kaiserl. Majestätdiese Sekte und lutherische Lehre nicht gedächte zu leiden, wollt auch zu Aus-rottung derselben samt dem päpstlichen Anhange ihre Königreiche, Land undLeute, Gut und Bkut nicht sparen) und deswegen Kaiserl. Majestät mit denenKurfürsten zu Mainz und Pfalz-Heidelberg ein ernstes Gespräch anstelleten: istdieser Kanzler, welcher dabei gestanden, unbedachtsamer Weise heraus gefahrenund gesagt:Ihr Kaiserl. Majestät hätte noch mehr Länder und Königreicheund wollten das Dekret, welches einmal Wider die lutherischen Ketzer wärebeschlossen worden, endlich exeguiren, und wenn auch gleich ganz Deutschlanddarüber zu Grunde und Boden gehen sollte". Da ist ihm der hochlöbliche undtiefverständige Kaiser in die Rede gefallen, hat ihn gar ernstlich angesehen undgesagt: Ei, das Hab ich Dir nicht zu reden befohlen, denn meine Meinung istnicht, daß Deutschland soll verwüstet werden, es ist ja mein Vaterland und vonihm habe ich die höchste Ehre empfangen.

Dieses alles ist, wie glaublich, I. I. I. G. G. G. denen Grafen zuSchwarzburg auch zu Ohren gebracht worden.

13) Weil zu Bononien thcils scharfe, theils vertraute Gespräche zwischen(llsmsnlöw VII. und Kaiser Karl vor und nach der Kaiserkrönung mit dergüldenen Krone in Beisein des alten kaiserl. Kanzlers Nör-miüni, nachmalsKardinalis, und der allerältesten Kardinäle gefallen waren; auch wenn 1527nach Erstürmung und Eroberung der Stadt Rom unter Herz. Karl von Bonrbonaus Frankreich dem Papste und den Kardinälen van dem deutschen Kriegsvolkevielfältiger Drangsal und Verspottung vor und in der Engclsburg begegnetals daß die deutschen Kriegskncchte ihn, den Papst, gefangen gehalten, päpstl.Bullen, Diplomata, Brevia und Bücher den Pferden und Mauleseln nnter-gestreuet, insonderheit aus Fürwitz den abwesenden 0. Luther mit angekleidetenMeßgewanden gleich für des Papsts Palazzo mit possirlichen Ceremonien zumPapste erwählet hatten (unter andern Huben die Stratiotcn 2 Finger auf undfingen alle überlaut vooo Ltslitorsg. zu schreien: Luther, Papst! Luther, Papst!) das konnte der verspottete Lapa und seine pAmalss populi nicht verschmerzen,schmierten es dem frommen Kaiser eben dick auf das Brod und ist fernerruchbar worden in allen deutschen Landen. Zwar des Papsts oberster Feld-Hauptmann kll-sntins dm-W hatte das kaiserl. Kriegesheer in Italien kurz vorEinnehmung der Stadt Rom gar zu schimpflich verachtet, sagend, er wollte dieStadt Rom wohl erhalten vor den schwarzen hispanischen Köpfen unddeutschen Weinsänfern, sie Hütten weder Schuhe noch Kleider und rostigeDegen, damit man nicht ein Salat möchte abschneiden.

14) Nachdem mit allergnädigster Konferirung hoher Dignitäten, Würdenund allerlei politischen Bcgnadungcn etliche Herren Standespersonen meisterlichinficirt wurden, damit sie bencben ihren Unterthanen bei dem Papstthume stand-haftig verbleiben möchten, hat 1530 Graf Günther von Schwarzburg vonKaiserl. Majestät den Titel und Prädikat Wohlgeborncr, auch im Siegel dasrothe Wachs zu gebrauchen erlanget. Andere Herren etliche, wie auch die