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Wald an; mi dcr westlichen Seite grenzt mi der Fürstentofel s) das große Warniner Hochmoor nnddie letzten Reste der Strachmin, Strippow, Cordcshagener Waldcavcl, die Wüstenei von Strippowehedem benannt, welche heute ans enge Grenzen in ihrem Namen beschränkt, die weilen Flächen bisan die Dvrflagc Cordeshagen einschloß, vcrgl, Urb Strachmin II 1493, Not, 42 n.Text Seite 36 in a, er
Die stolzen Biichcnkroiien erfreuen wohl das Auge jedes Naturfreundes, wenn durch das zarteGrün die Strahlen der milden Frühlingssonne ihren goldigen Glanz senden. Und mitten in diesenCratziger Buchen birgt in waldeinsnmer Lage ein See einen Zauber, indem er vergangene Zeiten,gleich dem Herthasec ans Rügen, uns in seiner Umgebung vergegenwärtigt. Eine Sage hat er unszwar nicht zu berichten, doch gleich dem See ans Rügen ist er von bezaubernder Schönheit- mitten imWalde belegen, mischt sich in das Rauschen deutschen Waldes das Geflüster der schilfumwachsencnUfer. Unnahbar sind seine User, nur die „Burg", über welche sein Name schon spricht, trat au denSee Hera» nnd nuter den Buchen des Burgberges vernimmt man von seiner Geschichte, denn dieSchätze, welche die Erde jetzt aufgenommen hat, erzählen von der großartigen vergangenen Zeit, wieman an den Ufern des „Bnrgwallsee's" sich zu Kampf und Streit schaarte. Keine Burg war esin modernem Sinne, aber ein Wall nach Wendcnart. Friedlich lebten die Nachbarn von dem Er-trage ihrer dürstigen Hufen, sobald aber der „Eber die Wellen im See mächtig bewegte nnd seineBorsten im Strahle der Sonne erglänzten", war Unruhe im Lande und Kriegsgctümmel gewiß —nnd dann bot der Wall dem Volke eine Zuflucht. Er war des Landes Trutz.
Schon in die „vorgeschichtliche" Zeit, in das erste Jahrtausend sind diese Wendenwülle zu rechnen.Somit deutet der Cratziger Bnrgwall 6) eine erheblich frühere Zeit an, als die in den ersten „ge-schichtlichen" Jahrhunderten nachweisbare nnd mit unserer Familiengeschichte eng verknüpfte BurgNassow (vcrgl. Seite 27 nnd 32 n. folg.). Aber auch dieses „Schloß Nassow" war wendischen d. h.pvmmerschcn Charakters; cS war eine wohlbefestigte, starke Wiesenbnrg an dcr polnischen Heerstraßevon Colberg nach Bnblitz. Steinbnrgen sind in Pommern nicht gebräuchlich. Wir sind berechtigtanzunehmen, daß zwischen dcr Begründung von Burg Nassow und dcr Zerstörung vom CratzigerWendenwall eine erhebliche Spanne Zeit gelegen hat. ES wird deshalb wohl weder ein Nachweisder Besitzer deS Cratziger Bnrgwalles zu dieser „prähistorischen" Zeit beansprucht werden können,noch eine Erörterung, ob diese dort ihrer Zeit lebenden Wenden oder ihre Ueberwindcr, vermuthlichpolnischen oder deutschen Ursprungs, dcr Familie zugehört und ihre geschichtlichen Rechte an demWalde sich schon damals erstritten haben. Vcrgl. Klempin P. U. B. Band I P. 191 u. f. Barnim I.
Wir lassen den Archäologen uns nun berichten. — (Referat des Conscrvator Dr. Stubenrauchvon dcr Gesellschaft für pommcrsche Geschichte nnd Alterthumskniide; Untersuchung nnd Ausgrabungim Beisein des Verfassers am 8. Juni 1892. Einen zweiten Bericht nebst Zeichnung hat über seineVermessung deS Bnrgwalls am 9. Mai 1892 Herr Rittergutsbesitzer Trcichel-Hoch-Paleschken indcr Zeitschrist für Ethnologie in Berlin veröffentlicht. Beide Berichte stehen nicht in Verbindung.)
s) Fürsteutafcl ist cin hohcr spitzer Berg zwischen dem Maiven-Moor und dem Warniner Moor. Nahe-bei stolze» die vier Grenzen Warnin, Cratzig, Varchini», Cordeshagcn zusammen. Es soll dort ein flacher Steinfür die Herzoge zur Tafel bei ihrem Jagdimbiß gedient haben nnd daher dcr Name (?) — vcrgl. Seite 27 Kniaz.
a) Die älteste Wortsorm für Eratzig ist nach dem Pommerschen Urk.-Bnch-Registcr: Craznir, Crasnich, —ic (vor 1366). Erst im 14. nnd 15. Jahrhundert wird dcr einer deutschen Zunge nnbcgucme Laut n neben snnd z, bcziv. r, ch und e ausgelassen und nennt man in deutschen Urkunden den Ort: Krazekc, Kraceke und wieheute Cratzig. Für die slavischc Wortablcitung ist das n besonders wichtig. Indem dcr Zischlaut vor das ngcNellt worden ist, entstand Krasn ans Krane, welches Wort zur Grundform: sprich Kranech, Adjcctiv „rund"haben dürfte. (Nach einer Besprechung mit Trcichel-Hoch-Pallcschkc.) „Rund" deutet auf den Burgwall (Ron-del) bezw. See. Beibehalten wäre diese Grundform in dem Familiennamen: Krankspar, Kranksporn. Der Ver-fasser findet es erklärlicher, daß diese Familie ihren Namen einer wendischen Ocrtlichkeit (Xranlc- und zmra. „dampf")entlehnt hat; es würde nahe liegen, diese Ocrtlichkeit mit Cratzig oder seinen DcpcndcnZcn zu identificircn. Jeden-falls ist dieses wahrscheinlicher, als daß Henning Krankspar, aclvoeatns zu Bcvcnhnscn (1386) n. (1373) Verkäufer