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Beiträge zur Geschichte der Familie von Kameke
Entstehung
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Unser

A» der Nythene (vergl, Not, 38, Seite 36)^dcm rothen Bach, welcher aus dem ParnowerSee entspringt, liegt ein weites' welliges ^Hügelland und umfaßte mit seinen waldnmrahmtenThälern und Wiesen-Niederungen zu Beginn der geschichtlichen Zeit die fruchtbaren Strecken amStrande zwischen Colberg und dem Jamnndcr See; schon damals (vor 1309) war dieses Gebietvan den Kamele besessen. Diese fruchtbaren Ebenen konnten den einzeln in Pommern (seit 1170)als Sendlings gen Osten vordringenden Mönchen des Cistereienserordens eine vielversprechende Aus-sicht für ihre dem Ackerbau sich widmenden Ordensbrüder bieten. Wir finden die Spuren dieserersten Cnltnrcn in nnsern Gütern, schon früher als die Ansicdlnng dieser Mönche zu Nessin undNenrese (1260, westlich der Pcrsante), Die Kirche in Cratzig weist in ihrem alterthümlichen Fcld-stcingemäuer die Grundform der bescheideneil Kirchlein dieses Ordens nach, während für die BasterKirche — ans dem Berge über dem See — schon die Lage, noch deutlicher aber die stolzen Wölbungenund zierlichen Backstcinformcn Kennzeichen eines Benedietinerbancs sind, wie eS gleichfalls dermonumentale Taufstein (ähnlich in Alt Marrin) daselbst zum Ausdruck bringt. Ans dem Anfangedes dreizehnten Jahrhunderts schreibt, wie die Cratzigcr Kirche, die Kirche zu Schnlzcnhagen, wahr-scheinlich auch die Lassencr ihre Bauzeit her. Zu Ende des 13. Jahrhunderts ist die StrachminerKirche gebaut. Nach ihrer Bauart sind die letzten drei (Lassene ist später umgebaut) Benedietiner-Gründnngen und stehen mit Colberg in Verbindung, Um diese Kirchen schaartcn sich in Mitten desWe»denvolkes die germanischen Einwanderer, welche im Walde „urbare i) Colonien" schufen — dieHagcndörser verdanken den Deutsche» ihre Entstehung. Bald legten die Kamele nach diesem deutschenVorbilde in ihrem Walde auch ihrerseits nutzbare Hufen bei WolfShagen an und setzten Bauern ein.Gerade der fruchtbare Boden unserer Buchenwaldnngen an der Nythene war von der deutschen Cultnrals brauchbares Ackerland erkannt, während der dürstige hölzerne Wendenpsliig nur die minderertragreichen leichten Bodenarten (bei Schmvllenhagen, bei Varchmin ösll, Anth. und an der Radüe)ehedem nutzen konnte. Ans den Brüchen gewann man damals die wendischen Gespinnstpflanzen(Nessel) für die kunstvollen Gewebe, die reichen Wiesengründe boten für die Viehheerden er-wünschte Nahrung,

Das wellige Hügelland der Colberger Strandgegcnd mit seinen heute so wohlhabenden Bauer-gnlern, damals mit üppigem Walde bewachsen, lockte nun die Ackerbauer ans Deutschland, Westphalen,

i) Urbar d. i, dcr Boden konnte nunmehr Ertrage liefern, — baren — diese Erklärung ergiebt sich bei-spielsweise u, a. aus dcr lateinischen Urkunde 1313. Matrikel Bast No, 3 M. U. 3612 gedruckt. Sonst heißendie Törscr eults (bebaut) oder inonlts (wüste); dies letztere Wort setzt aber eine vorherige Bebauung voraus. —^ ic wnstcstchcndcn Baucrhöfc mußte späterhin der Besitzer selbst ackern, bis er einen Ackcrsmann fand.