HamllieMschichte und LamilmibjoMpIlie.
Der Wunsch eines jeden Familicngliedes, ans der Geschichte unserer Familie zunächst die Ab-stammung hinauf bis zum ältesten Ursprünge zu ersehen, ist natürlich nnd berechtigt, obwohl demsel-ben für die Zeit vom 13. bis 16. Jahrhundert mannigfache Schwierigkeiten entgegenstehen. Einegleiche Berechtigung hat es, das; von jedem Kameke die Lebensverhältnisse in einer Biographie trennnd wahr gezeichnet werden, ohne daß die Klarheit des Ganzen dadurch beeinträchtigt wird. Führthier als sein Biograph der Betreffende selbst die Feder, oder bringt ein anderer das Gemälde zur Ge-stalt, immer sind es wcrthvolle Blätter für die Angehörigen und ein gemeinsamer Schatz für die Familie!
Während dem erstcren Zwecke die tabellarische Darstellung dient, schließt sich ihr die berichtendeErzählung an, um Gelegenheit zu Aufzeichnungen anderer Art zu geben, für welche in den meistenFällen nur Familienangehörige selbst die Beiträge liefern können.
Das allgemeine Interesse zeigt uns aber, daß noch weitergehenden Anforderungen zu entspre-chen ist. Bei der Zahl von 1000 Nummern, welche die Familie jetzt in ihrer Mitgliederzahl etwaerreicht, sind bei genauen Biographien Wiederholungen kaum vermcidlich, wenn man nicht in denFehler lückenhafter Darstellung verfallen will. Der Absicht, das Austreten nnd Leben der FamilieKamcke als solche — gewissermaßen eine Familieiibiogrnphic — zu zeichnen, wäre schlecht gedient,indem fortlaufend Biographien aneinander gereiht würden. Der Charakter jedes Einzelnen ist mehroder weniger ein Spiegelbild seiner Zeit: der historische Hintergrund ist unzertrennlich von der Per-son und je bedeutender, einflußreicher die Persönlichkeit in das allgemeine Weltgetricbe eingegriffenhat, um so nothwcndiger ist es, um deren Stellung zu vergegenwärtigen, ans die Zeitverhältnisse Rück-sicht zu nehmen, zu deren Gestaltung diese hervorragenden geschichtlichen Charaktere wirknngSvvll bei-getragen haben; die Zeit ist ihr Spiegel.
Jndeß Universalgeschichte zu schreiben, ist nicht der Zweck dieser Zeilen nnd so sehr auch Per-sonen in politischen Parteikämpfcn, bei Krieg und Frieden entscheidend eingreifen, darf doch eine ge-schichtliche, ursächliche Ergründnng allgemeiner historischer Vorgänge in unserer Familiengeschichte nichtgesucht werden. Wohl sind die Kämpfe und Feldzüge in der Reflexion nicht zu übergehen ; dennunsere Familie, deren Stolz es ist, im Staats- nnd Heeresdienst ihre Glieder mit Auszeichnung nndRuhm vertreten zu sehen, — ein Geschlecht, welches durch seine vormals weite, altercrbtc Bcgüternng zudem angesessenen Adel des Pommerlandes gehört, alle Drangsale nnd Gefahren, alles Wohl nndWehe dieses altprenßischen Landes rheilt, bis in die neuste Zeit zur Wiedergeburt des deutschen Vater-landes Herz nnd Hand dem Fürstenhanse mit Freuden darbringt — entbehrt des Bodens, um zu