Nie älteren Ktammlnfeln.
(Vorwort ous dem handschriftlichen Nachlasse des Otto Georg Anton von Kameke-Cratzig,geb. zn Rügenwalde 20. Oktober 1780, si zu Cratzig 29. Dezember 1846.)
Die Auffindung eines Stammbaumes unserer Familie, der im Vergleich mit den übrigen,die ich nachstehend aufführen werde, sich als der vollständigste und zuverlässigste erwies, der alsOriginal zu betrachten und höchst wahrscheinlich vvu dem verstorbenen Prediger Müller zu Strippowim Auftrage der Grafen von Kamele im Jahre 1748 verfertigt worden ist, veranlasste mich zu demVersuche, ein vollständiges Geschlcchtsrcgister bis auf die neusten Zeiten mit den Nachwcisnngendieses Stammbaumes zn vereinigen und diesem soviel als möglich unter meinen verehrten HerrenVettern Verbreitung zn verschaffen. Wenn auch das Interesse für Fanülicnnachrichteu seit geraumerZeit sehr gesunken ist, Lehnsanfälle in unserer Familie sich selten ereignen, von Stifts- und CvnrfähigemAdel, Ritterschlag n. s. w. keine Rede mehr ist, so muß doch auch die Absicht noch immer Beifallerhalten, eines Theils älteren Gliedern der Familie Rückerinnerung an die Vergangenheit zu ge-währen, in sofern sie nähere und entferntere Vettern und Verwandte auffinden, die vielleicht mehroder weniger in ihrem Gedächtnisse leben, und wo oft ein Name oder eine Jahreszahl unwillkürlicheine willkommene Erinnerung erweckt an eine Zeit, die nicht mehr ist, anderen Theils jüngeren Söhnenunseres Geschlechts einen ernsten Hinblick auf manchen bereits Verstorbenen zn eröffnen, der mitPflichteifer und Auszeichnung seine besten Lebenskräfte, ja das Leben selbst dem Könige und demVatcrlande geopfert hat. Mir wenigstens ist die Beschäftigung seit längerer Zeit mit stets denselbenNamen und Personen, sowie die Nachfrage bei den älteren, noch lebenden Mitgliedern je mehr undmehr zu einem sehr angenehmen Streben geworden ; es bildet sich in meinem Gedächtnisse eine Reihenfolgeachtbarer Familienhänpter und Staatsdicner im Militär sowohl, als im Civil, zn deren Persönlichkeitich immer gern und mit Liebe zurückkehre. Einer versteckten Eitelkeit bei mir oder Anderen hierdurchNahrung zn geben, ist nicht meine Absicht; könnte aber durch Verbreitung dieser Notizen das gegen-seitige Wohlwollen, ein gewissermaßen festes Familienband ch, ein Gemcingeist gefördert werden, so daß
i) Nahezu ein Viertel-Jahrhundert nach dem Tode des Verfassers dieser Zeilen war der von KamekcschcFamilienvcrband ins Leben getreten. Stiftungsurkundc, beschlossen Cöslin am 8. Juni 1870, vcrlautbart am7. Juli 1871, bestätigt am 8. Juli 1871 durch das Königl. Appellations-Gericht zu Cöslin.