Das MlemuaMn.
Für die Wappenkunde unserer Familie berichten unsere Urkunden, daß um 1300 c, der „Adler"das Wappen des Peter de Kamele war und Namen und Wappen bis 1386 in dessen Familie ge-führt wurden. Erführt mau nun, daß gleichzeitig die Mehrzahl der Brüder (?) des Peter daS Bock-wappen und neben der Familienbezcichnung, welche ans ihren bezüglichen Wohnsitzen herrührt, denNamen Kamele als Familiennamen führen, so liegt die Frage nahe, welches von diesen beiden Wap-pentieren „das ursprüngliche Wappen der Familie Kamele" gewesen sei?
Ucber den Ursprung des c. 1300 bei Colberg auftretenden Familiennamen Kamele verlautetnun nichts, obwohl ein Ort Kamele bereits e. 40 Jahre früher (f. u. Blatt I.) auf Usedom unsbekannt wird, und man freilich die Familien-Identität des Peter de Kamele auf Usedom und beiColberg (Bnblitz) nicht in Zweifel ziehen sollte. Erst um 1315 kann man den gleichzeitigen Gebrauchdes schon früher bekannt gewordenen NamenS Kamele und eines erblichen Wappens n. zw, Adlerbczw. Bock, wie oben angegeben, feststellen. Die Untersuchung soll nun darlegen, ob schon früher,etwa im 13, Jahrhundert, ein Wappen den Ursprung unserer Familie anzudeuten vermag. Kratzspricht sich dagegen aus, die „gleichzeitig" auftretenden gleichen Wappenformen bei verschiedenen Na-men als Beweis eines gleichen Ursprungs der Familien anzuerkennen, und unterlassen wir deshalb,für das 14. Jahrhundert dem „Bock" bei der Familie Dessen (im rothen Felde), von Bonin (imrothcn Felde), von Blankenburg (im blauen Felde) eine besondere Aufmerksamkeit zu widmen, oderfür das 16. Jahrhundert wegen der Sauspießc bei den Rekow, Teßinar, Kleistc ?c. diese als Stamm-verwandte der Kamele zu betrachten. Es werden bei der Mehrzahl dieser Familien die Wappenerst spater bekannt, als bei der nnsrigen.
Auf Dr. Kratz'Widerlegung könnte die Fabel zu verweisen sein, welche Achatz Ludwig, Hauptmannvom Markgräflich Lndwigschcn Regiment, seinen Vettern heimbrachte, wie sie der Stammbaum 1736uns aufbewahrt hat. Als dieser Kamele vor Turin (1708) zu Felde stand, fand er in dem Schlossedes Grafen de Capris dessen Wappen, welches, dem der Kamele ahnlich, einen Ziegenbock (Gemsen)führte. Er stellte mit dem Besitzer des Schlosses fest, daß vor vielen Jahren ein „Cadet de Capris"ausgewandert sei, und dieses sei nach Ansicht der beiden Herren nun der „Stammvater der Kamele"gewesen. Seinen Namen Capris (Ziege) habe er nach seinem Wappenthier, einem Gemsen (enmauelli)geändert und sich nun Camonchi und Kamele genannt. Eine ähnliche Vermuthnng sprach GeorgFriedrich Anton aus, weil er am Rhein (o. 1760) ans der Kutsche des päpstliche» Nuntins, einesGrafen Capris, diese Wappenähnlichkcit beobachtet haben wollte. Diese Fabeln ensprechen dem Charak-ter der damaligen Geschichtsschreibung und dem Standpunkte der genealogischen Arbeiten im ver-