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Während des Kriegsgetümmels starb unser angestammtes Herzagshans ans und der Friede zerschlugPommern, bis neue Kämpfe es unter Brandenburgs Sccptcr vereinigten:
„Der Adler und der Greif haben mannhaft gestritten,
Und nun trennt Pommern und die Mark kein Teufel mehr."
Wir erkennen aus dem Jacob Kameke - 601 - Prvceß (1644), wie die Cantrecker w. Lehne ver-wüstet waren, so daß es erst nach e, 20 Jahren den Agnaten (Koller) möglich war, diesen Werth-vollen Besitz zu relniren. Die Familie Kameke verliert aus den gleichen Gründen Lassene an denGeneral Schwerin und ein gemeinsames Vorgehen der verschiedene» Linien drängte zu dem Verkaufedieses großen Familicnlehns, welches sogar der Landrath Cartz Kameke - 501 - als Anssteuergnt seinerzwei Frauen, geb. Kameke-Lassene, und dessen Descendenten nicht ferner behalten konnten. Leider sinddie für das Kaufgeld erstandenen Güter sämmtlich nach kurzer Zeit wiederum veräußert worden. DerHeeresdienst sollte diesen Familicnzwcigen nun einen Ersatz und eine Hennstätte bieten.
Die chnrbrandenburgische Landcsverwaltung hatte seit Anfang ans die in fremden Heeren vor-gebildeten Edelleute ihrer nenerwvrbenen LandeStheile ein besonderes Augenmerk gerichtet. Wir sehen,wie die Hohenzollern diese neuen Landcsstriche, freilich unter Beibehält der Landeseigenthümlichkeit, 4)fürsorglich ihrem Besitze anschließen, wie sie den Adel dieser Länder mit Vorliebe in ihre Dienste ein-stellen. Ihre Universität Frankfurt a. O., jüngeren Alters wie Grcifswald und andere Hochschulen,sollte Jedermann die Ausbildung zum Brandenburgischen Staatsdienste nunmehr gewähren. DieMatrikel erweist, daß der pommersche Adel nach dem Anschlüsse von Pommern an Brandenburgdiese Universität, welche einer sorgfältigen Pflege seiner Fürsten sich erfreute, vor den berühmten aus-ländischen Hochschulen bevorzugte; denn, wer kurfürstlicher Beamter werden wollte, mußte dort stndirthaben. Die Universitätsmatrikel nennt uns also diejenigen unserer Vorfahren, welche zum Staats-dienste sich vorbereitet haben.
Es bestanden zu Colbcrg, Stettin, Berlin Acadcmicn, welchen der Adel seine Sohne zuführte, s)Der Kriegsdienst konnte aber nur im Heere und im Feldlager geübt und erlernt werden; wie manchesjunge Blut erlag diesen Anstrengungen und kehrte nicht heim. Nur zufällig entdeckt man jetzt eineNachricht von diesen tapferen Junkern. Der Pagendicnst sollte gleichfalls ein Uebergang zum Staats-und Heeresdienste sein. Auch hier schuf die Brandenbnrgische Heeresverwaltung Wandel.
Das Heerwesen des Großen Kurfürsten, welcher die Elemente des Brandcnbnrgischen Heeresentstehen ließ, gab dem Adel seine Führerstellnng im vaterländischen Heeresdienste nach mittelalter-licher Art und Charakter der Ritterwaffe „miles und vasaUns" wieder. Die Svldnertrnppen ver-änderten sich in stehende vaterländische Heere. Nur selten finden wir seit dieser Zeit die Kameke infremder Herren Dienst. Ritterliche Zncht, Ehre nnd Pflichttrene erwuchsen in dieser Svldatenschnle,welche für ihr Offizicrcorps solche Tugenden zur Lebens- und Existenzfrage machte. VorzüglichFriedrich Wilhelm I., der Schöpfer des neuen Preußischen Staates, wollte sich den Adel seinesKönigreiches erhalten, um mit ihm die Offiziersstellen in dem mächtig anwachsenden Preußischen Heerebesetzen zu können. Er begründete 1717 in Berlin eine „Cadctteneompagnie", indem er die älterenCadettenaeademien zu Colberg, Berlin nnd Magdeburg vereinigte, selbst als Oberst die Erziehungnnd den Unterricht leitete nnd seinen Sohn, den Kronprinzen Friedrich, in die Cadcttcn einstellte.
4) Vcrgl. Ranke Prcusz. Gesch. III p. 256.
s) Ausnahmsweise wurde in verg. Jahrhunderten in adligen Privatschulcn, wie es jetzt durch häuslichenPrivatunterricht oft üblich ist, die erforderliche Bcrufsvorbildung gegeben: so unterhielt nach Ranke Preuß.Gesch. II p. 413 Herr von Podcwils-Crangcn eine Schule adliger Junker zu Suckow. Dessen Sohn, der spätereMinister (Frd. II.) Heinrich von Podcwils verdankte ihr seine Erziehung.
Man erfährt aus den Kirchen-Chroniken, daß häufig zu Predigern Kandidaten der Theologie vocirt wurden,welche im Hause ihres Patrons oder dessen Anverwandten als Lehrer der Kinder thätig gewesen waren, vergl.Chronik Cratzig, Strippow zc.
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