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Beiträge zur Geschichte der Familie von Kameke
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diese Edcllente haben aber niemals von dcm ländlichen Adel des Stifts oder von ihren Lehnen sichlosgesagt. Freilich setzte in Colberg das statutum rixorosum (vcrgl, Rango p, 231 lvcgen Nassow1304) fest, daß kein Colbcrger Bürger — in nnd außer dem Rathc — ein Lehngnt besitzen sollte,und dadurch nnterschicd das Colbcrger Patriziat sich von dcm StiftSadcl.

Nur sehr ungenau sind die Berichte über den Kriegsdienst im späteren Mittelalter nnd zuBeginn der Neuen Zeit, efr. Banselow Heldenrcgister, Es bestätigt sich aber allgemein, daß es zurAusbildung des Edelmanns gehörte „gereist zu haben". Sämmtliche Familienmitglieder, welche einespätere Bedeutung in der LandeSvcrwaltnng einnahmen, haben deshalb in fremdem Lande und imKriege außer Landes zu ihrer Ausbildung in den Waffen sich aufgehalten nnd Erfahrungen aufReisen an fremden Höfen gesammelt? sodann erst kehrten sie nach der Hcimath zurück. Als Colbergein Einlagcr des Herzog Erich mit seinem Söldnerheere drohte, war Fanstinus der geeignete Nach-geben-, um die Stadt zu befestigen, Achatz diente 14 Jahre als dänischer Rittmeister und Feldhanpt-mann, Bon Caspar und Peter Z) wissen wir, daß sie nach dem heiligen Lande pilgerten. Nebendieser praktische» Schule machten unsere Vorfahren aber schon in vcrhältnißmäßig sehr jungen Jahreneinen wissenschaftlichen Bildungsgang durch, über welchen die Universitätsmatrikcln Auskunft im 15,nnd 16, Jahrhundert geben. Es ist anzunehmen, daß schon vor dieser Zeit, wenn auch nicht alle,so doch der größere Theil der Ritter und Knappen in den Wissenschaften vorbereitet war nnd sichdann erst dem öffentlichen Leben zugewendet hat.

Nur eine Fabel ist es, daß unser Pommernherzog, der herrliche Bogislav X,, gänzlich ungebildetin dcm Bauernhause zu Lanzig im Rügenwalder Amt aufgewachsen sei. Im Gegcntheil, Klempin»nd von Bülow weisen uns nach, welche Bedeutung dessen Pilgerfahrt und Reisen gehabt haben fürunser Pommerland, Ter Herzog besuchte die fremden Höfe in der Absicht, sein Hcrzvgthnm in Wissen-schaft, Rechtspflege nnd modernen StaatSeinrichtnngcn (Münze) nicht zurückstehen zu lassen gegenanderer Herren Länder, In Stettin wurde von ihm eine Schule für den Adel eingerichtet, nnd andereStiftungen nnd Orden sollten den Adel mit ihm, dcm Fürsten, verknüpfen. Eine hervorragende Enltnr-epvche bezeichnet die Regierung dieses verdienstvollen Herrschers für das unter seiner Hand vereinigtePommern, Die bedeutendsten Lehrer des neuen Römischen, des sogenannten „Kaiserlichen" Rechts,zog Bogislav aus Bologna als seine Räthe nach Stettin, nnd seine Hommerschen Hoflente mußten,wie Georg Kameke Erwürdcn zur Universität nach Bologna wandern? darauf erst trat derselbe in denherzoglichen Dienst als Sccretär, Leider schließt diese langjährige ungestörte FriedenSzcit mit kleinerenFehden im inneren Lande? das gepriesene kaiserliche Recht und fein oberster Gerichtshof, das Reichs-kammergcricht (zu Frankfurt a. M,, Speicr und Wetzlar) erwies sich noch unfähig, sie zu schlichten.Man entsagte in den Städten und auf dem Lande ungern dcm Althergebrachten, vor Allem, wenndie dcm Einen entzogenen Rechte — Fehde — nnd namentlich das Recht eines privikegirten Ge-richtsstandes, nun dem Anderen zu Gute kommen sollten. So entstanden die Lodehändel (Paul - 202 -),die Colbcrger Psändungsstreite wegen der Cvrdcshagcncr nnd Strippowcr Bauern (ColbcrgerMannseripte, efr. Niemann nnd Starke) nnd die vielen ApPellationSactcn, vergl. Familien-Archiv,

Tic neue Zeit drängte zu neuen Staatscinrichtnngen, des Mittelalters letzte Reste brach hundertJahre später endlich der 30jährige Krieg nnd Pommern blieb nicht verschont von dessen Leiden,

3) Pctcr vcr Acltcrc zu Lasscuc -214- von ihm in dcm Nachlasse des Herrn von Bohlen St. A. StettinP. I.Ttt. 49, No. 67, Fol, 15" in einem Tcstamentsinventarium: ein Pilgrimsstav, so Peter Kameke am Jordangeschnitten, ans beiden Enden mit vergoldetem Silber beschlagen.

lieber deutsche Pilgrimsfahrtcn und über das fünffache Kreuz von Jerusalem, desgl. über das halbe Rad,in dessen Nabe ein Schwert eingestoßen ist, das Abzeichen der Ritter, welche auf dcm Katharinen-Kloster zuBethlehem gebeichtet und das Abendmahl empfangen haben, vcrgl. Röhricht und Mcisncr 1880.

lieber Pctcr Not. 11, 12, Seite 44 und sein Denkmal in der Kirche zu Lassenc, dort der Harnisch mit.obigen zwei Zeichen auf den Schulterbundcu.