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Beiträge zur Geschichte der Familie von Kameke
Entstehung
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gangoncn Jahrhundert, Auswärtige Baronicn und Grafcuhäuser bergen hiernach die Ahnherren alterberühmter und eingeborener pommerschcr Geschlechter!

Und dennoch haben wir gegründete Veranlassung, ohne gegen Dr. Kratz' Grundsatz zu verstoßen,dem Ursprünge des Kameke-Wappen und „dem Adler" nachzugehen. Es ist in der älteren GeschichtePommerns begründet, daß dessen Bevölkerung nicht allein slavischc Elemente, sondern sämmtlicheVölkerschafte» der Nachbarschaft in Bruchstücken aufnahm, bis die deutsche Cultur und das deutscheChristcnthnm im 12. Jahrhundert diese einheimische pvmmersche Bevölkerung dem deutschen Einwan-derer unterwarf und assimilirte — im Volkscharakter vollzog sich eine Veränderung, welche die stamm-verwandten Polen 100 Jahre früher nicht erreiche» konnten. Diese Jahrhunderte hindurch stuctuircndeBewegung im Volksleben an der pommerschen Küste führte es herbei, daß viele Küstcnbewohner sichan ihre stammverwandten Nachbarn hielten (Dänen und Schweden). Gerade die „deutschen" Sit-ten in den Küstenorten weisen ans diesen „deutschen Stammesursprnng" hin^a), z,,id in der Thatmachte Dänemark ernstlich im 12. Jahrhundert den aus Deutschland vordringenden Deutschen inPommern den Platz streitig. Kloster Colbatz (Oliva dessen Tochter) und Eldena waren gegründetvon Esrom in Daria, eistoreioiu-is orckin. Rügen gehörte zur Diöecsc des Bischofs von Röskilde,welcher die Insel (1108) erobert und die Rügier bekehrt hatte.

Diese Verbindung im Küstenverkehr wird mehrfach bestätigt durch die Geschichte und spricht sichans in der nordischen Sage (JomSburg e. 1090). — Nicht unwesentlich ist, daß für den Binnen-handel von der alten See- und Salzstadt Colberg die Straße nach Polen über Nassow und Bublitzführte. Die älteste geschichtliche Kunde bringt hierüber der Hochzcitszug (Eroberung?) des PolenBoleslav, der seine Tochter Nichissa dem Dänen vermählte. Dieser Zug berührte die späteren Kameke-Lande bei Colberg und Bublitz. Die andere direkte Straße von Polen ans Stettin über Zantochwar damals noch unwegsam. Als in dem strengen Winter, einige Jahre später, die Flüsse kein Hin-dernis; mehr boten, wurde sie dauernd erschlossen; sodann diente sie dem ersten Bekehrnngszuge desBischofs Otto von Bamberg. Daß zu dieser Zeit von den Kamcke Spuren zu finden seien, ist nichterweislich. Die Geschichte berichtet uns nur über die Beziehungen der Völkerschaften zu einander. —Hundert Jahre später, im 13. Jahrhundert, findet man in Dänemark aber gelegentlich der Gefangen-nahme des Königs Waldemar durch den Grafen von Schwerin Urkunden, welche die Wappenfragein obigem Sinne berühren. Mekl. Urknndcnbuch No. 374 (1230) und in dem Notatum zu dieserUrkunde bezw. im Pomm. Urk.-Buch werden verschiedene „Dänen" genannt, Peder Strangesen zc.,als Geiseln für Waldemar. Bemerkcnswerth sind die an der Urkunde erhaltenen Wappen. Dasdänische Rcichs-Archiv ertheilte auf eine bezügliche Anfrage folgende in ihren Einzelheiten zwar denim Mekl. Urk.-Buch mitgethcilten Angaben (gleichfalls dänischen Ursprungs) widersprechende Auskunft:

Kjobcnhavcn den 7. April 1892. Ueber die dänischen Verhältnisse bemerkt der ArchivseeretärThiset, Genealoge deS dänischen Adels:

1. Peder Strangesen führt das Wappen der Familie Ulfeldt, einen halben Wolf und einenhalben Adler ; Anders Nielsen (Andreas Nicolai) hat in seinem Wappen einen Adler und Peder

3 S) Die Annahme, diese Pommern im 12. Jahrhundert für Abkömmlinge der zur römischen Zeit lebendenBewohner zu halte», also die Urbevölkerung in Pommern vor der Wcndeninvasion für Deutsche anzusehen, willz. Z. die Archäologie durch ihre prähistorischen Funde widerlegen, indem sie behauptet, daß ca. 20V Jahre vordieser Invasion (ca. 300-500 p. od. n.) Pommern unbewohnt gewesen sein müßte. Die Wenden seien in diesedurch die Völkerwanderung entstandene Lücke hineingegangen. Andererseits sei hier erwähnt, daß unser ColbcrgcrLand reiche römische Funde bietet. Die Gesellschaft für pvmmersche Gesch. und Altcrth.-Kunde besitzt einerömische Perlenschnur, gefunden durch Carl Heinrich in Lustebuhr (ca. 1820—30). Bntzkc brachte Bcrnstcinfnndc,Latzig Bronzefunde römischer Zeit u. a. m.