Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
1693-1694
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i6?z Lebe Lohn

Zungfrau gehet, gegraben worden, emcniMenschen oder Vieh/ so Flecken in den Augenhat, andenHalsgehencketwird, dieselben ver-treiben ''o!I. Von solcher Krafft und Wirckuuahat dieses Kraut auch den Nahmen Fell-Ripbekommen

Lohe, heist ein Unfall, welcher der Gersten«der auch Waiyen-Schrappe von Mumme,ner Witterung begegnet, indem die <safft-Röhrigen derer Blatter verschrnmveln undder Safft zu stocken ansänget, solchergestalt«ber dieselben rotligelbigt werden Denn dasagt man: die Lohe hat hinein geschlagen, weilman auch die rothgelben obersten Spitzen einerFeuer -Flamme ebenfalls die Lohe immet,und wenn selbige in ein siedendes Wasserschlagen, solches aber räuchericht machen, sostricht man auch: die Lohe habe hinein ge-schlagen.

Lode, Heisset man die von Eichen, Fichtenoder Bircken Bäumen geschälte, und auf de-nen sogenannten Lohe Mühlen zu Pulver ge-stampffte Rinden, welche von denen Lederernoder Rorhgerbern zu ihrer Haure Gare gebrau-chet, nachgehends aber, wenn man sie zwey oderdrey Jahre versiegen lassen, zu einer noch ziem-lich guten Feld- und Garten-Düngung oderaber frisch weg zu Lohe-DaUen. oder Lohe-Ruchen, und diese, wenn sie an derLufft genug-sam ausgetrocknet, zur Feurung angewendet«erden.

Lohe-Eiche, ist eine Roth - Eiche, welcheman auch die Hasel-Eiche nennet, die an Ei-chel-Früchten am ärmsten, dagegen aber vielGall-Aepffel, so doch hier zu Lande nicht vielnutzen, und die Lohe, wovon im vorigen Arti-kel gehandelt, als einen Nutzen giebt- Esmuß aber die Schale zur Lohe keinesweges vonstehenden und zum umschlagen noch nicht ge-widmeten oder gleichen und schönwüchsichten,sondern von unartigen und zum Scheitenzu brauchenden Eichen genommen, abgeschä-let, in Bündlein gebunden und verkausset wer-den, wen» man nicht seinen Wald durch Lvh-schalen ruiniren will. Siehe von der Hasel-Eiche daS Wort Eiche.

Lohe-Fincke, suche Vlut-Fjncke.

Lohn, wird diejenige Bezahlung genennet,welche der empfähet, so ein gewisses GewerbeoderArbeit, zu eines andern Dienst und Nutzverrichtet hat. Es lässet sich solcher theils nachder z>eit, theils nach der Arbeit eintheilen, inHandwercker - Lohn, Tage-Lohn undGefinde-»ohn, dieses letzte Heisset auch Mieth-L»hn,und ist vom Mieth-Gelde, welcher Artickel^«zusehen, unterschieden. Im Artickel vomGesinde-Lohn aber wird vonjcnem gehandelt.Wie nun aber die Arbeit und die darbey ange-wandte Bemühung, wie auch die Zeit ungleichunterjchieden, also wird auch die Belohnungdavor bald erhöhet, bald verringert, zuweilenp"kget derselbe und sonderlich der Handwer-ker-Lohn, auch wohl bey theurem Einkauf der^Zictualien zu steige»; daß aber Gewissenlese«ute sich dessen nicht übernehmen dürffen, und

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mehr fordern können, als sie verdienen, s»wird in einer wohl eingerichteten Poiicey, mei-stsntheils von der Obrigkeit eine vorge-schrieben, wie und auf was Weise iede Arbeitzu belohnen. N»r wäre zu wünschen, daß mansich an denen meisten Orten nicht einbildete,als sey es genug, eine beständige Taxe in de-nen Gesetzen von Arbeiter-Handwercker- Bo-ten- Fuhr- und Gesinde-Lohn vorzuschreiben.Denn dergleichen Taxen immer zu halten,vergönnen d>e Umstände derer Herren undArbeiter und Zeiten, sonderlich aber bey de-nen letzten, der steigende und fallende Preisder Nothdurssr des Lebens dererjenigen, wel-che arbeiten und dienen, nicht; solcher Ge-stalt aber gehöret dieses vielmehr unter dieSpecial-Pvlicey-Anstatten, welche nach all-gemeinen Sätzen in denen Policen-Gesene»an iedem Ort, in iedem Kreise, Gerichte:e.und nach allen Uniständen von kalben zuhalben, oder Iahren zu Jahren die Taxen derDienste machen, nachdem ma» aus alle»Ständen die Verständigsten sowohl von de-nen, die Arbeit brauchen, als Arbeit thun,dabey vernommen und gehöret hat, hiernächstaber weder denen Herren noch Arbeitern ver-stattet, diese Taxe zu überschreiten, wohl aberdurch Verträge in besondern Fällen sich aufwas geringeres zu »ergleichen.

Lohn-Schäfer, siehe Schafer.

Lombardische Nüsse, suche Hasel-Nüsse.

Lorbeer-ZZaum, ist ein Baum, welcher inwarmen Ländern wild wächset, bey uns aberum seines schönen und immer grünen Laubeswillen, in denen Gärten unter den Schirm Ge-wächsen gehalten wird: Davon sind »achfol-gende Gattungen bekannt. DerGemeine Lorbeer-Saum hat länglichte, spi-kige, harte, dunckelgrüne, und glatte Blatter,eines guten Geruchs und scharffen, wiewohl et-was bittern Würtz Geschmacks, bringet weiß-länglichte Blüten, und nach denenselben einelanglichte Frucht, welche ansänalichgrün ist,nachgehends aber, wenn sie zur Zeitigung ge-langet,/chwartz wird, und den Nahmen Lor-beer führet; iedoch bey uns schwerlich zurReisse gedeihet. Diese Beere sind bitter vonGeschmack, wohlriechend und führen ein Oelbey sich, so aus denenselben. wenn sie noch frischsind, entweder durch Pressen oder durch Ko-chen gebracht, und Lorbeer-Gel, oder insge-mein nurLor-Gel genennet wird. Die Beeredienen wider alle vonKälte einstehende Kranck-heiten, stärcken das Hirn und die Nerven,trocknen die Flüsse, eröffnen die Verstopfun-gen der Leber, des Riltzes, der Mutter :c, trei-ben die Winde,den Schweiß, Harn, Stein undGrieß, und widerstehen dem Giffr und derPestilentz. Die Blätter, welche fast von glei-cher Krafft, geben eine sehr gute Brand-Sal-be, wenn frisch Schweine-Fett siedend heißdarüber gegossen wird; frisch aufaelegt, die-nen sie wider die Wespen-und Bienen-Stiche,und mit Gersten - Mehl wider hitzige Ge-schwulsten. In Wein gesotten und davon ge-truncken, vertreibe» sie die Wassersucht und