i«z? Löffel- Kraut Lsstn
hareineifscharffenGeschmackund einen durch-dringenden Geruch. In Holland, Engelland,Dänemarck, und ander» Nordischen Provin-ziell/ wachset es wild/ bey uns aber wird es inden Märten aus dem Gaamen erzeuget. Mansäet denselben alsobald im Frühling im wach-senden Monden in etwas schattichtes, feucht-und luckeres Eidreich; wiewohl man ihn auchim Herbst, etwa gegen Michaelis säen, und alsodenselben im Frühling desto eher haben und ge-brauchen kan. Der Saame lieget etwas lange,ehe er aufgehet. Die jungen Wantzen werdenvon den Erdflöhen sehr angesochten: solche zuvertreiben, soll man Aus aus dem Schornsteinin Wasser rühren, und die Pfläntzlein etlicheAbende nach der Sonnen-ünrerganz damitbegiessen. Wenn man die jungen Pflantzen anderweit wieder in ein gutes/ mürbes, feuchtesund fettes Erdreich allemahl einen halbenSchuh weit von einander verpsianket, so wirdes um ein gut Theil schöner und volliaer. Esblühet im April, May undJunio, bringt abererstlich im folgenden Jahre seinen Saame»,welcher sich nur ein Jahr hält, und wenn erälter wird/ nicht aufgehet, dahero man alle^ahre etwas von dergleichen Saamen zumSäen aufbehalten muß. Es eröffnet, reinigetund treibet aus, widerstehet der Faulung, undzertheilet die bösen Feuchtigkeiten, dienet wi-der die Verstopffung des Milkcs und Gekrö-ses, ingleichen wider die Mund-Fäule undden Scharbock, dahero es auch Scharbocks-kraut oder Scharbocks Heil genennetwird.In allen diesen Zustanden ioll man die Blätterfrisch und grün gebrauchen. Man nimmt sie,wie obgedacht, mit unter den Kräuter-Salat,oderisset sie grün auf-Butter: Brot, oder legtsie in Wein oder Bier, und trincket davon; sopilegt man auch den bekannten Löffel Rraur-Drantewein davon anzusehen. In denenApothecken wird ein Wasser, Spiritus/ Latwer-ge und Oel davon bereitet/ welche wider obigeKranckheiten sehr Heilsamiich zu aebrauchensind. Aeusserlich kommt es zu den Bäder« undGurgel-Wassern. Der
Löffel-Rraut-N?ein, wird aus zweyerleyArt gemacht. Erstlich/ daß er nicht verziere,füllet man ei» reines Fäiilein mit auserlesenensaubern Blättern dieses Krautes bis an dieHelste, und denn vollends mit frischem erst vonder Presse laussenden Most an, und verspun-det es wohl; dieser Wein wird in kurtzer Zeit,wenn man recht damit umgegangen, klar, rothm>d sehr süß, auch an, Geschmack fast dem«panischen Wein gleich werden, und dochdes Krautes Geschmack, dem Mund abernicht unangenehm von sich geben. Will manihn aber zum andern haben, daß er vergiere,darff man in ein Fäßlein, darinnen Most zuvergahren anfängt / etwas weniger Löffel-^kaut-BIakter legen. Dieser Wein wird zwarnicht so wohl geschmack als der erste/ aber wi-der die scharbvckische Kranckheiten sehr kräf-tig seyn.
Lösen, sagt man von dem Wildpret, wenn ess'ch erleichtert. Z. E. der Hirsch hat geiöset,
Lösung kvwe
das ist, seine Nothdurft gethan. Daher auchdie
Lösung oder das Gelooß/ ein Iäger-l'-r.mmus, und Heisset so viel/ als der Koth oderMist wilderThiere. Aus solchem pflegen dieJäger sowohl als aus der Fährte das Wild z»erkennen. Die Losung eines Bären siehetmeistentheils/ wie ein von Ameisen zusammengedruckter Ballen aus, weil er die Ameisenüberall hervor suchet und gleichsam an stat ei- 5»er Würtze genicsset. Die Lösung eines Hir-sches zur Hirsch-Feist-Zeit, im Sommer istflach und breit, als ein zwey Groschen-Stücke;hänget schleimigt an einander, wie eine Wein-Traube. Je feister der Hirsch, ieschleimigterist feine Lösung, und glänyet, wie Oel an derSonnen, im Winter aber ist sie gedrungener,schwärtzerund rundeckigter; des wildes Lö-sung aber ist kleiner und am Ende spitzig; ver-zettelt solches, als einen zerrissenen Rosen-Krantz, und lässet die Lorbeer,, zerstreuet hinund her fallen, wie die Ziegen; und was dasWildpret gutes und böses, verdaulich und un-verdauliches genossen,und imMagen undWanstgehabt, wird man finden. Doch ist des Tages-Lösung besser verdauet, als die Nacht-Lösung.DieLösung eines wilden Schweins, wenn esin der Feiste-und Mast Zeit, ist schleimig bey-sammen, und vom starcken Geruch, im Som-mer von Früchten, als ein Tann-Zapssen ge-drungen; der Dachen Lösung ist kleck-weise,jedoch auch unterschiedlich. Die Lösung desHasen ist klein, trocken und eckiqt, der HäsinLösung aber grösser, runder und feuchter; wiedenn auch die Lösung des Nlolffes härter undtrockner ist, als der Wölffin. D«r Fuchs le-get vor die Röhre eines Dachsen in dessen Ab-wesenheit seine Lösung, und verursachet da-mij, daß der Dachs, sobald er den Gestanck ver-merckcr, seine Wohnung^>erlasset, welche dar-auf von dem Fuchs bezogen wird. Die Vibeeund Fisch-Otter werffen ihre Lösung, so mei-stentheils vonKrebs-Schalen undFisch-Schup-pen bestehet, gemeiniglich auf die Steine.Die Lösung des Baum-Marders giebt einenangenehmen Bisam-Geruch von sich.
Löwe, ist dasjenige reißende Thier, welchessowohl->n dem Majestätischen Ansehen, als anGroßmüthigkeit und Stärcke keinem anderenetwas nachgiedet, daher man es auch vor denKönig aller vierfüßigen wilden Bestien achtet,wird aber nur am allermeisten in Africa undAfia erzexget, und von diesen Orten erst zu unsgebracht. Denenjenigen zu gefalle», welche angrossen Höfen in Thier-Gräben und ZwingernWirtschafft mit diesen Thieren treiben, wol-len wir hier einige Anmerckungen machen, diesonst eigentlich keinen sonderlichen Nutzen bey«ns haben, und mehr zur Curiosita't dienen/davon MaN iN
und endlich in Märckleins Thier.Büchernmehr finden kan. Ein Löwe ist mäßiger Grös-se, hat einen dicken breiten Kopff, der an «i-nem dicken Halse sitzet, welcher von einer lau-en zottichten Krause bedecket wird, die nochher seiner schönen breite» Brist herab ban-set,