Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
1687-1688
Einzelbild herunterladen
 

lSz/ Lock-Vogel

schierling oder Berbisbeere und Mehlbeeremit ein; es schneiden auch etliche Obst, undohne Saltz gekochte Möhren oder selbe Rü-ben unter ihre Speise/ oder «eben ihnen ge-dörrte, und wieder im Wasser gequellte Heidel-beeren vor, bisweilen auchHiersen und Mohn,legen ihnen zu Zeiten Fenchel ins Trincken,und versehen ihr Qoariier zum öffcern mitfrischem Sand. Der kleinen Lock - VogelSpeise ist Hanff, Hirsen, Rüben - Saamenund Vein unter einander, Mahn, Flachs-oderLein - Dotter, Erlen - und Bircke» Saamenund dergleichen insonderheit giebt man de-nen Fincken Hanff, Fenich - und Lein - Dotter;den Emmerlingen oder Goldammern, Hänff-linaen und Grünlingen H.inff und jahrigenHaber darunter. Der Hanff muß vor diekleinen Vogel auf einer Hanff- Mühle ge-mahlen und von heurigem Saamen seyn, somausen und sinaen sie gut. Die Lock - Vögel,ss man im künfftigen Herbst auf die Herde undLeim Bäum- brauchen will, soll man im An-fange des Mayen purgiren: Erstlich giebtmaii ihnen den Mangold - Saffc mit reinemWasser vermischt zu trincken , den andernTag daraus giebt man ihnen ein Mangold-Blat zu essen, den dritten Tag setzt man siemit ihrem Häuslein auf die Erden, daß sie zehenTage ihr gewöhnliches Geäse fressen, und brin-get sie nach und nach vom lichten ins dun-kele, und aus diesem ins finstere. Nach die-sen zehen Tagen lasset man sie wieder Man-gold essen , und wo man ihnen ihr Geäseund Geträncke giebt, nimmt man sich derge-stalt mit dem Licht in Acht, daß sie solchesnur etwas weniges erblicken; 'man putzet ih-nen ihre Käfiche, auch Eß- und Trinck-Ge-schirre sauber aus, und wechselt von acht zuacht T -gen den H mff mit Mangold - Blätternab, giebt ihnen auch allezeit über den fünff-ten Tag den Safft davon im Tr^ck-Wasser,sonderlich denen Fincken, die gerne erblinden-Mit dieser Wartung und Pflege continuiretman bis auf Laurentii, das ist den zehnten Au-gust, purgieret sie denn wieder wie anfangs,und bringet sie von Tage zu Tage an einenlichteren Ort> und nicht gleich jahling andas Sonnen-Licht, so werden sie den Herbstüber fein gesund bleiben und wohl singe».Mittlerweile man die Gesang - Vögel aufdem Herde braucht, soll man ihnen «llezeitam dritten Tage gar klein gehackte hart ge-sottene Ever nebst ei» wenig geflossenemJucker, oder klein gehackten Zirbel-Nüssen(Pinien) auf ihr Geäse, auch zum öfftern fri-sche Hüner-Därme geben. Von untereinan-der gehackten Eyern, Petersilien und Man-gold singen sie dest« besser, und solche dabeytu erhalten, giebt man ihnen bisweilen un-ler ihr Geäse ein wenig Rüben - Saamen,Uild sünff oder sechs Senff-Köüilein, Wenndie Lock-Vögel erblinde» wollen, giebt manihnen Wasser, welches in einem Topffe mitKüh-Koth und Schöllkraut wohl durch ein-ander gerühret, und, nachdem es eine Zeit-lang gestanden, und sich das Dicke an dem

köchsr Löffel-Kraut i6x»

Boden gesetzet, von demselben abgegossen wor-den, zu trincken; oder menget ihr ordentli-ches Trinck-Wasser mit klein geschabter Vene-bischerSeiffe, odermit Mangold Safft; mg««liebt ihnen auch Melonen-Kerne zwey oderdrey Tage zu fressen, sie vor Augen-Weh zuverwahren.

Löcher zu denen Bäumen, so verpflantzetwerden sollen, siehe Z)aum-Löcher.

Löffel, heißt dasjenige bekannte Instru-ment, womit man insgemein etwas Suppeoder Brühe.aus einer Schüssel, einem Topssoder anderm Geschirr auszuschöpffen pfleget.Es bestehet dasselbe demnach aus einer run-den oder länglicht - runden Vertieffnng, diemit einem proportivnirlichen Stiel versehen,dessen Grösse, wie auch die Materie, dasmes verfertiget, wird »ach dem Gebrauch einge-richtet, den» es giebtEß-Löffel,Koch-Löffel,Faum-Löffel,Rühr-Löffel u. s- f. von Vene»allen gehörigen Orts die Beschreibung zu fin-den. Die Eß-Löffel werden inSgemem vonSilber, Printz-Metall, Zinn, Blech, u, d. gl.gemacht, und pfleget man unter so vielen garfein fafoiittten wohl zuweilen die von der er-sten Art also zuzurichten, daß sie sich mit demoberen Theil herum schlagen und zusammenlegen lassen, so man Einleg,Löffel zu nennenpfleget.

Löffel, werden bey der Iägerey die Hasen-Ohren aenennet.

Löffcl-,L>lcch, ist ein ablang- viereckiztes mitgrossen Löchern ausgeschlagenes Blech, woreindieKvch oder Ruhr Löffel ui derKüchegehan-gen werden.

Löffel- Gans, ist ein an den Engellandl-schen Küsten sich häufig aufhaltender Meer-Vogel , der nicht gar so groß als eine Gans,einen HalS und Feder» wie ei» Schwan,und eine» Schnabel gleich einem Löffelhat, die Füsse gleichen an Höhe des Rei-gers seine»; beydes der Schnabel und dieFusse sind schwartz. Das Fleisch von.dieseAThiere wird mit unter die Lecker-Bißgen ge-zählet.

Löffel-Rr-aut, -st ein heilsames Krmt,welches immer grün ist, und so wohl in derKüche unter den Kräuter - Salat, zu Sal-sen, ingleichen zu einem Kräuter-Wem ge-braucht wird, als auch in der Artzney seinestrefflichen Nutzen hat. Es treibet aus seinerWurtzel grüne safftige und bey nahe runveBlätter, welche an ohngefehr funff Fmgerlangen Stielen hangen, und etwas holn w>tdie Schale von einem Löffel sind; das^Mländische Löffel - Rraut aber hat platte Bla^ter. Aus eben solcher Wurtzel steigen au<?viele wincklichte, ohngesehr einer halben ^len lange, rörhlichte, mit vielen Zweigen ve-setzte schwache Stengel i» die Hohe, wo»»kleine länalichte Blätter ohne Stiele wackM'Seine Blüthen sind weiß, und aus vier u°er-Creutze stehenden Blättern zusammen gejcß'

denen ein kieiner rother runolicher saamen >runden Hülsen folget. Die Wurtzel ist we °.'licht, kleii, und gerade. Das gantze