Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
1685-1686
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Lock- Vogel

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ber auf die Fütterung fliege»/ dabey giebtman ihnen gleichwohl des Tages salt, unowartet ihrer fleißig, damit sie gerne wiederkommen , und auf dem Teiche seyn, auchdie Fremden mit ihrem Geschrey herbey le-cke«. W:nn die also abgerichteten Lsck-Enten der Rohre» wohl gewohnet, alsdennbricht man ihnen allgemahlich am Futterob, und giebt ihnen nach Gefallen, desMorgens, Mittags und um Vesper - Zeit,hernach begeben sie sich selbsten aus die Füt-terung. Sie -müssen das erste Jahr gegendas Ende des Sommers eingesperret , und solange innen gehalten werden, bis im Herbstder Enten - Zug vorbey, und sie recht gewöh-net sind, so ziehen sie nicht leichtlich weg-Wenn im harten Winter die Wasser zuge-ftieren, muß man die Lock - Enten, so langedie grimmige Kälte währet, i» einen warmenStall einsperren, und sie darinnen speisen,weil sie sonst leichtlich zu Schaden kommenkönnen- Wie die Lock- Eilten beym Fangeselbsten zu gebrauchen , ist vorne» unter demWort Enten-Fang bereits gemeldet; allwonachzuschlagen.

Lock-Pfeiffe^ ist ein Werckzeug, welchesman zum Vogel - Zange brauchet, und vonmancherley Art, nachdem es auf diese oderjene Art von Vögeln , als Wachteln, Hü-ner, Lerchen, iNachtigallen:c. gerichtet, undmit welchen man derselben Stimme, womitdie Geschlechter einander l»cken, damit nach-ahmen kan.

Lock - Vogel, heißt ein Vogel, welcherentweder auf einem ordentlichen Vogel-Herd,oderbey einem Feld-Baum oder Leim-Stange in seinem Häuslei» , Bauer oderKefich hingestellet wird, durch seinen Ge-sang , Russen und Geschrey die sremden Vö-gel seines gleichen herbey auf den Herd, oderin andere denenselben gestellte Fall - Stri-cke zu locken. Der Leck-Vögel giebt es vor-nemlich zweyerley: Singende und Schreyen-de. Beyde werden wieder in grosse undkleine eingetheilet. Unter denen grossensingenden Lock - Vögch' sind die vornehm-sten derMstler, die Weiß-oder Zixv-Dros-sel, und die Amsel. Die grossen schreyen-den sind, der Krammets - Vogel oder Ziewer, und die Roth - oder Wem - Drossel.Die kleinen singenden Lock - Vögel sindder Finck, der Stieglitz, der Hänfling, derZeisig oder das Zeißlem, die Korn - Lerche«nd die Heide-Lerche. Die kleinen schreyen-den Lock - Vögel sind, der Gogler oderLvacker, sonsten auch Buch - Fincke genannt;»er Kern - Beisser, der Grünitz oder Krumm-«cvnabcl, so auch anderer Orten Creutz-Nogel heisset; der Gimpel oder Blut Fincke,«en einige Haylen, andern einen Rvth-Schle-gel z» nennen »flegen; der Grünling oder-«vhnuiz, von etlichen auch Schwanschel ge-nannt; die Meisen, der Emmerling und dieWachtel. Verhaltene Lock - Vögel sind,welche bis «m Iac»bi< das ist, kurtz vorher,

ehe der Vogel - Strich angehet, im finsterngehalten, und dadurch an ihrem Gesang ver-hindert worden, damit sie solchen ausser derZeit, wenn man ihrer auf dem Herd und son-sten benothlget ist, von sich boren lassen. Willman grosse oder Halb-Vogel zur Lock verhal-ten, so nimmt man nur zur Herbst-Zeit dieWildfange, so viel man deren benothiget, stel-let sie in ihreGebauer, die um und um,ausqe-nomme» an dem Orte, wo das Fresse» zu su-che», mit leinen Tuch müssen vermachet seyn,weil dieVögelsonst wegen ihrer wilden Art sichihreKöpffe gar bald »ergossen, und ihren Todbefördern wurden, bindet ihnen auch zu meh-rerer Vorsorge ansanglich die beyden Flügel imtFaden, daß sie sich nicht zu sehr verstatten,;hierauf schüttet man ihnen ihrGesrässe, wei-ches in Milch und Hiers - Kleyen bestehet, indas darzu bereitete-Freß-Tröglein; kan aberder Vogel solches Fressen nicht leicht gewöh-nen, so pfleget man es mit Wachholder-oderHollunder- Beeren zu vermischen, um destolieber es zu sich nehmen zu lernen. Wenn sienun das ordentliche Gefräß gewohnet, so stel-let man sie an stille und finstere Oerter, da sieweder das Tages-Licht sehen, noch das Ge-schrey der Vögel vernehmen können , undlässer sie also bis aus Iaeobi stehen. Undeben aufsolche Weise muß man auch mit denenkleinen Lock-Vögeln, als Fincken, Qväckernund dergleichen, so viel man sich deren benmGesang bedienen will, umgehen, und sie imfinstern aufbehalten. Kommt hernach derStrich und die Zeit herbey, so bringet mansolche Lock-Vögel zwey oder drey Wochen vor-hero auf den Herd, desselben zu gewöhnen, daman denn mit Verwunderung hören wird, wiediese bisher im Hause gleichsam stumm ge-wesene Vögel ihren Lock - Gesang anstimmenwerden. Die Krammets - und andere zumLocken dienliche Halb - Vögel lassen sich auchüber Winter gut erhalten, wenn sie in einemdunckeln Gemach umlauffen können. AlleLock-Vögel wollen fleißig gewartet, sauberund reinlich gehalten, sorgfältig gespeiset,und zuweilen mit Schutz-Mitteln wider dieihnen gemeine Zufälle verwahret seyn- De-nen Mistlern, Amseln und Drosseln giebtman folgendes Geäse: Nimm Gersten - Mehloder Grieß, und weitzene Kleyen, mische esunter einander, und hebe es in einem sauber»Topss auf, damit die Mäuse nicht dazu kom-men können. Hievo» macht man so viel, alsman auf einmahl bedarf, mit einer süssenMilch an, doch nicht zu dünne, und giebt ih-nen dergleichen des TageS dreymahl zu essen.Denen Amseln kan man auch össters klein zer-hacktes Ochsen-Hertz,als welches sie gerne essen,und dabey tapsser sortsings», vorgeben; denenKrammets - Vögeln hingegen mengt man ihrordentliches aus weitzenen Kleyen und grobe»Gersten-Gries bestehendes, mit Wasser undMilch abgerührtes Geäse mit rothen Vogelbee-ren oder Wachhvlderbeereii; macht ihnen auchzuZeiten eine Veränderung mit der Speise,und mischet ihnen Hollunder - Bcere, Wein-schier-