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eins«
kinsen-Baum
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Linse, ist eins bekannte Hülsen Frucht,de-ren man zweyerley Gattungen hat, kleine und
«rosse. Die kleine, gemeine oder Feld^mse, treibet schwache, ohngesehr einer ha -ben bis drey Viertel Ellen lange Stengel,welche zur Erde sincken, wo sie nicht von ei-nigen in der Nähe stehenden Pflantzen unttt-stüstet werden. Ihre Blätter sind länglich,denen Wicken-Blärtein gleich, auner daß siekleiner, und ihrer mehr an einem stiele steden. Die Blüthen smd wetßllcht/ nach welchen kleine kurke Schote» folgen, in derenjeder zwey oder drey kleine runde platte, inde? Mitte etwas erhabene, und am Randedünne Saam-Kvmer liegen,, die hart, stlalt,und einer weiii-gelb-oder rothliwen Farbefind. DieseLinsen werden inSommer-Aecker,die etwa» vor dem ^ahr aedunget werden, oderauch in drey-jährigen Mist gesäet; der Acker ^dar;u wird gemeiniglich ausser den Stoppelnnur auf eine Art, wie zum Haber oder Erb-sen, im Mertz etwan auf Mariä Verkündi-gung, oder auch zu Ansang des Aprils ge-ackert, und denn im na'chsttn Vollmonden,wie die Erbjen, doch gar dünne »esäet. Siewollen einen wohl zuaerichteteu Acker haben,und so bald sie eingesäet sind, bedörig un-tergeeget seyn. Wenn sie endlich im Augustreiss. werden sie wie die Erbsen abgehauen,und nachdem sie zween oder drey Tage auf demAcker gelegen, in Stroh-Seile aebunden, fein»rockeil eingeführet, und in der Scheune obenöder der Tenne, auf die sogenannte Empor-!Scheune aeleget. Ihren Ausdrusch belan-izend werden sie nur, wie die Erbsen, gleich«us-zebreitet, und so ein Stroh nach dem an-dern abgedroschen; darnach schüttet man daSabgedroschene Stroh aus, und bindets inStroh-Seile, welches denen Lämmern undabgesehen Kälbern gegeben wird, doch ist esvor die Lämmer am beqvenisten. Die Kör-ner werden qewurfft und zusammen aufbehal-!kein das Abrührig oder Abrechlina wird untersdie Spreu gethan, und denen Stuten dasFutter mit angemacht. Die grossen wel-schen oderGarten-Linsen sind in allen Stü-cken schöner und grösser, blühen weiß undbringen Saam - Körner, welche zwey oderdrey mahl so groß sind als die gemeinen Lin-st«- Man säet sie ebenfalls im Frühling incm wohl zugerichtetes Garten-Land, undsollen sie besser und grösser gerathen, wennder Saame vorhero in Mist-Wasser geqvelltworden. Die Linsen sind in einer Haushaltungeine nutzliche Frucht, und für das Gesinde, wel-ches selten mit niedlichen Bißlein kan gesätti-get werden, eine ersprießliche Speise, die durchdie Arbeit zu einer leichten Verdauung zu»ringen sind, wenn sie änderst maßig und m tEW gemacht, genossen werden: Denn insge-mein rechnet man sie unter die ungesunden und«nverdaulicheii Speisen, welche vor zarte Leu-te Nicht dienen, sondern nur zur Veränderung»der Abwechselung, und zwar selten ihnen zuvergönnen seyn, absonderlich wenn sie sauer mitZwiebeln, mit brauner Butter, mit BMwür-
sten, mit Cotelets,mit gebratener Kall>s-Leber,oder mit gebackenen Eyern, Ochsen-Auaen ge-nannt, zugerichtet werden. Ney diesen allenmüssen dieselben zuvörderst reine aelesen underst in Wasser fast weich gekochet,"dieses her-nach aber mit Eßig vermehret werden, wor-auf man sie mit solcher Brühe gantz kurtzeinsieden lässet. In Erwahlnna derselben,siehet man daraus daß sie jung und nicht soharte seyn, inaleichen schöne licht und hellvon Farbe, und ja nicht so röthlicht, wel-ches ein Merckmabl, daß sie alt und folglichdesto unverdaulicher sind. Wenn man siegar;u osst in der Speise geniesset, sollen sienicht allein dem Gesichte schaden, den Ma-gen beschweren und die Gedärme aufblähen,sondern auch melancholisches Geblüte, unddie daraus entspringenden Kranckheiten ver-ursachen. Die erste Brühe, welche man, beyKochung der Linsen, von denenselbcn abgies-set, wird denen Kindern eingegeben, ihnendie Bauch-Wurme abzutreiben; das Gesichtedamit gewaschen, soll die Sommer Sprossenvertreiben, welches auch das aus denen Lin-sen gezogene Wasser verrichtet- Ans demLinsen Mehl wird mit Wasser und Eßig einBrey gekocht, welcher Pjlaiierweise auf einTuch gestriclM und übergeleget, Seiten We-he und Milk - Stechen vertreibet, und die ge-schwollene Mandeln heilet.
Linsen-ZZaum, ist ein kleiner Baum oderStaude, so sechs bis acht Fuß hoch wachset, undim Garten unter denen Schirm-Gewächsengehalten wird. Der Stamm ist nicht sehrdick, jedoch mit vielen schwarken Aesten bese-yet; die Blätter sind den Senes-oderSenet-Blättern ziemlich gleich, nur daß sie vornennicht spitzig, sondern rundlicht seyn, daherodieses Gewächse von denen Gärtnern insge-mein Senet - Baum genennet wird. DieBlüthe, welche gelb ist, und wie die Geni-ster-oder Ginst-Blume aussiehet, kommt imMay hersür, und bleibet bis in den Som-mer hinein, darauf folgen runde aufgebla-sene/erstlich grüne, darnach Purpur-brauneSchoten, welche, wenn man sie jähe zu-sammen drückt, einen Knall von sich geben.In denenselben wächset ein harter Saamedenen Feld-Linsen ähnlich, daher der NahmeLinsen-Baum entsprungen. Die Blasen blei-ben das gantze Jahr an dem Baumlcin hangen,bis wieder andere wachsen, also, daß alte undneue zugleich daran gefunden werden. DieVermehrung geschiehet beydes durch den Saa-men und durch die Brüt oder Zerreißung desStockes, welche letztere Art geschwinder ist,und dahero der erstern billig vorgezogen wird:Denn so man ihn vom Saamen gezeuget,bekommt er in denen ersten dreyen Iahrenmehr nicht als einen eintzigen Stamm, imvierten seine Aeste, und wird folgends zu ei-nem mittelmäßigen Bäumlein. Vor dreyenJahren muß die Pffantze mit keinem Messerbeschnitten werden, sonst verdirbet er, her-nach aber kan man ihm seinen Gipffei beneh-men, so blühet el swich daraus im folgenden" ; Jahr.