Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
1677-1678
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kinde

kinde

Wurtzeln dieser Bäume/ sollen alle drey Jahr«ereiniget und erfrischet, zu dem Ende vcr«Baum mit samt der Erden auSgehoben, erwas von dem Erdreich rund um her weggethan,die Wurtzeln, wo sie zu lang, und bis an dasGefäß reichen/ beschnitte!!, und also der Baumin ein frisches Erdreich wieder eingesetzet wer-den. Die Erde in dem Gefasse soll man lu-kker halten, und demnach/ so bald im FrühIi»g, wenn sie an die freye Lufft gebracht wer-den, um den Stamm umgrabe»/ auch damitden Sommer durch monatlich fortfahren/ da-mit von dem Erdreich die Wasserung öesserdurchgelasse», und die Wuryel nicht beschwe-ret werde. Wenn das Laub sich zu krummenbeginnet, und welck wird, ist es eine Anzeige/daß sie begossen seyn wollen, welches mit lau-lichtem Wasser, ohne Berührung des Stam-mes, geschehen soll. Im Herbst, so bald mansich der Nacht-Fröste zu besorgen hat, mußman die Limonien-Baume, nebst denen an-der» ausländischen Bäumen und Schirm-Gwächsen fein trocken in das Gewächs-Hausbringen, und daher» die Bäume mit ihrenGefässen acht Tage zuvor, ehe sie dahin kom-men, aus die Seite legen, damit der Rege«das Erdreich nicht treffe, oder, so es bereitsgeschehen, die überflüßige Feuchtigkeit heraus i

dieses Baumes gelanget zu einer solchen Stärke, dergleichen kaum an einem andern Bau-me zu finden ist. Unterer äussern harteitund schwartzlichen Rinde hat er ein zähesBast, welches man vor alters, an stat desPapiers, darauf zu schreiben, gebrauchet, heutzu Tage aber Decken oder Matten, die Kauff-mannS-Waaren darein zu packen, Seile,Bast-Bander und andere Sachen darausverfertiget, wiewohl auch mancher guterStamm dadurch verderbet wird. Die Aestekönnen durch menschlichen Fleiß dergestalt or-dentlich und zierlich gezogen werden, daß, wen»sie zu ihrer behörigen Stärcke und Weitegelangt, man gantze Säle von HM darauf»auen kan, untenher aber etliche hundertMenschen Schatten haben mögen. SeineBlatter sind breit-rundlich, vornen auf eineSpitze auslauffend, und am Rand herumcharff gekerbt, haben eine schöne grüne Far-be, und geben einen dichten und angenehmeirSchatten. Die Blüthe ist erstlich grün undmit Flügeln bedecket, wenn sie aber aufgeblü-het, ist sie gelblicht, und bestehet aus sünssRosen-sörmig zusammen gesetzten Blättern,eines angenehmen Geruchs, wodurch die Luffrweit und breit um dergleichen Bäume erfül-

, .. „ . let, und die Bienen, die ihren Honia davon

lauffen könne. Das Begiessen soll im Winter bereiten, angelocket werden. Auf die Bln-zar sparsam geschehen, und nur zur höchsten^the folget eine runde Frucht, in der Gross»Noth,so sollmaii auch eher nicht im Gewächs- und Gestalt eines kleinen Kirsch-Kerns, dar-Hause einheitzen, bis ein zu diesen Bäum- an iedoch die Schale mürber „nd leichter z«lein gestelltes Gefässe mit Wasser zu frieren zerbeissen, auch der inliegeide Keri eines süs-tcMnet; Man muß aber mit dem Einheitzen fern Geschmacks ist- Die e Kerne sind deraar vorsichtig umgehen, damit ihnen durch Saamen, wodurch die FvrlvMitzung unduberflußige Hitze, welche sie/o wenig, als Frost-Vermehrung der Linden geschieht; sie wer-und grosse Kälte ertragen können, kein Scha-jden im Augusto und September zeitig, wei-den geschehe- Wenn es nur so warm, daß sie ches man etteiinen kan, wenn die Knspffleil»nicht erfrieren, so istS schon genug. Wenn oder Hülslein aufbersten. Das Holi;,so vonaber im Winker warmes Thau-Wetter ist, so den Würmern nicht leicht angegriffen wird,muß man die Thüren und Fenster öffnen, und ist schön weiß, weich und zähe, und wird da-ihnen frische Lufft zugehen lassen, weil sie ssl- hero zu allerley Hausrath, sonderlich von de-nen Bildhauern, Drechslern und Tischern,

che gerne leiden mögen.

Limonien-Safft, siehe Simonie.

Linckev Flügel, suche Flügel.

Linde, ist ein großwachsender, breitästiger,«nd einen starcken und dicken Schatten ma-chender Baum, welcher wegen seiner guten

zu ihrer Arbeit vielfältig gebrauchet; es giebtauch ein treffliches Brenn-Holtz, sowohl zuScheiten zu schlagen, als auch zu Reißig, nurdaß seine Kohlen nicht lange nachhalten. Im, Wetter hat es fast die Eigenschafft als das Wei-dene, und is mehr man den Stamm köpffet, ie

^/-Matsten vor einen der nutzbarst^ ge- ! mehr treibet er in das Holtz oder in die Aeste,,! ^ >? ^ Susch-x hahxxo dieser Baum sich vor andern wohl zu

«der Laub - Holtz, als auch im schwartzen oder Mahl-Bäumen schickt, weil er

Tangel-Holtze zu finden, wiewohl er wegenseiner unglaublichen starcken Wurtzel, die erin der Erden weit um sich sch'.äget, und da-durch das Holtz um sich herum vertilget, sol-ches auch durch seine weit ausgebreiteten Ae-ste ersticket, nicht wohl mit Nutzen auf denenSchlagen »der Gehauen, unter andern Laß-Reissern zu Kulten, sondern besser aliein aus-ser dem Holtze stehet, oder mit andern seines8>eicheu einen besondern Wald sormiret, oderauch zu Busch-oder Unter-Holtze gezogen!mrd, als worzu die Linde, wegen ihres masti-sen und geschwinden Wuchses, vor viel an-dern Bäumen sehr dienlich ist. Der Stamm

wegen seiner starcken Wnrtzel nicht allein ir»'Winden und Wettern sehr dauerhasstia, son-dern auch vor der Fäulniß ziemlich sicher ist.Wegen seines schonen und schattichten Laubes,und wohlriechenden Blüthe, ist er zu Anle-gung der Alleen und Spatzier-Gäuze, und inandern Lust-Orten wohl zu gebrauchen, in-sonderheit sind die hier und dar damit besetzteS:rassen und gemeine Wege, eine trefiichsZierde, einer auch bisweilen nicht allzu an-genehmen Gegend. Die Linde soll, wie ei-nige wollen, zweyettey, nemlich männlichenund weiblichen Geschlechts seyn. DisMännlein soll ein härteres, knorrichters, grs-4 beres