Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
1675-1676
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167; kimvnien - Baum

Dornen sitzen. Seine Blatter aber, weicheer Sommer und Winter behält, haben eine«ingenehme grüne Mde, sind dichte, zläntzeno,und am Rands herum glatt, dahingegen dieCitronen-Blätter daselbst subtil zerkerbt sind.Seine Blüthe ist von fünff gantz weissenVlätlein zusammen gesetzt, welche einen un-angenehmen Geruch von sich geben, wennsolche abfallen, sollet sodenn die obgedachteFrucht- Die Limvnien - Bäume erfordern«in mittelmäßiges, nicht zu starckeS undnicht zu leichtes, nicht zu fettes und zu ma-geres , mit verfaultem Mist, Sägespanen,Holst - und Weiden-Erde, Wein - Trestern,Asche von Pappeln , Kürbsen , Wein-Holtzund dergleichen vermischtes Erdreich, wel-ches wohl ausgesiebt, und im Frühling in dieGefässe gefüllet weiden muß. Sie werdenauf mancherley Art fortgepflantzt: Dennman ziehet sie von dem Saamen oder Ker-nen, und diese sind viel beständiger, als dieman aus Italien oder andern ausländischenOrten zu uns bringt, weil sie des Erdreichsschon gewohnt- Die Kerne, welche aus wohl-zeitigen Früchten genommen werden müssen,steckt man um die Helffte des Februarii ineinen mit obbesagter luckerer und durchge-siebter- Erd^ angefüllten Kasten, zwey Zollliess, und etwan drey bis vier Zoll weit voneinander, begiesset sie fleißig nur laulichemoder Sommer - warmen Wasser, und lässetsie so lange in dem Gewächs-Hause,! oderdemjenigen Orte, wo die ausländischen Ge-wächse im Winter verwahret werden, stehe»,bis mi halben April oder May, wenn anderedieser Arten Bäume wieder in den Gartengebracht werden. Alsdenn setzet man sie aneinen nicht allzu sehr von der Sonnen be-schienenen Ort, damit die erst aufgegangenenjungen Bäumlein nicht so sehr von der Son-nen - Hitze verletzet werden, verwahret sie vordenen kalten Nord-und Ost-Winden, undbegiesset sie bey trockenem Wetter fleißig.Wenn sie drey Jahr alt, mag man sie imFrühling ausnehmen, und nachdem sie ander Wurzel gereiniget, wieder in gleich gutzugerichtetes Erdreich versetzen, wenn es nö-thig, mit Sommer - warmen Wasser begiessen,im Wmter aber derselben imt Begiessen soviel möglich schonen, wenigstens wo cS dieNothtulfft erforderte, nicht den Stamm,sondern nur die Erde mit laulichtem Wasseretwas benetzen. Sie wollen a»ch sorgfältiggezogen seyn, daß die Stämme fein geradeund glatt werden , welche man, wenn sie sodick als ein kleiner Finger worden, zu ocuu-ren pflegt- Durch Einlegen oder Anhän-Kung eines Spalt- Topsss kau man derglei-chen Bäume ziehen, wenn man ein jungesjäyriaes und fein glattes Zweiglein von ei-nem fruchtbaren Lunomen-Baume drey Zolllang mit einem Oculier-Messer, im Wachsendes Mondes, vhngefehr im Majo oder zu An-fang des Zunii,rings umher aufritzet, doch, daßdas Holtz und der Safft nicht beschädiget wer-de), solche Wunde hernach mit einer von W-ill-

Limonien - Baum 167k.

wuriz-Safft, ein wenig Honig und Kreide verfertigten Salbe, so weit es aufgeritzet, überund über bestreichct, hernach den Zweig in ei-nen mit vorgemeldter Erde gefüllte« Spall-Topss schlägst, fleißig begiesset, und denBaum mit dem Anhänger, etwan vierzchmTage lang, völlig aus der Sonne stellet, daßder Zweig darinnen einige Wurtzeln schlagen,und im folgenden Jahr abgeschnitten werdenkönnte. Oder: Man schneidet an einem ki-monien-Baum von guter Art die Winde voneinem juiizen Zweiglein, vhngefehr eines gu-ten Gliedes lang, rings umher, ohne Berüh-rung des Stammes und Astes, subtil ad, be-streichet solche Wunde mit Spieck-Oel, undumwind-t es, so weit die Schale abgelöset ist,mit frischem Schweins-Leder, ziehet es so-denn durch einen Spalt-Topff, der mit mehr-aedachter Erde sein dichte ausgefüllet seynwill, und beleget es der Sonnen-Hitze halbermit feuchtem Moos, begiesset eS fleißig, imdsetzet es ebenfalls an einen nicht gar zu he»'-sen Ort, bis es, wenn es beklieben, zn semerZeit abgenommen, und in einander Geschirrverpflantzet werden kam Es lassen sich auchdiese Art Bäume durchs Absaugen und Vcu-Itven erziehen, als wodurch insonderheit diewilden Stämme verbessert werden, und pfle-get man insgemein die Limvnien auf Citro-nen - und welches noch besser, auf die Adams-Aepffel - und Pomerantzen - Stämme zu se-tzen, weil sie auf solche Weise leichter bekom-men, besser tragen, und der Kälte fuglicherwiderstehen. Man hat es auch so weir ge-bracht , daß von emtzelnen Blättern gantzeBäume erwachsen- Der Proceß ist dieser:Man richtet ein Geschirre nnt der beste»,durch ein enges Sied gereiterten Erbe zu-und steckt in solchem Geschirr umher Am-men-Blätter mit ihren Stielen, so tieff mdie Erde, daß das dritte Theil derselben mitErde bedeckt sey- Uiber dieses Geschirr wirdeinTöpflei», mit einem gar kleinen! subtilenLöchlein am Boden, gehängt, und mitWa^ser gefüllt, also, daß der andere und folgendeTropf nicht eher herab falle, bis der vorhergefallene recht eillgesuncken. Wobey allezeitder Ort, der durch das Tropfflcn ausgeho etworden, mit frischer Erde wieder aageiulletwerden muß. Die aus der Fremde zu unsgebrachte Limonien - Bäume, wenn lieden Kisten genommen, oben gantz abgestutzt,und die Wurzeln wohl gereniget, muneugleich in Gefässe, mit guter Erde angefüllet,gesetzt, an einen lufftigen, doch Schalte^reichen Ort geftellet , und fleißig begosimwerden. Diejenigen Limouien - Baume, oiestarck getrieben, (denn bey denen, die solche»nicht gethan , lässet man eS unterwege»muß man im Majo beschneiden, die zu wenvorragenden Aeste oder Zweige abstutzen, zu-gleich den Baum, wo er dick, vorsichtig aus-schneiden, die Dornen abkneipen, was daranverbrochen oder verdorret, mit dem Me»»oder der Säge abnehmen, und die Wundenmit Baum-Wachs wohl verstreiche^ ^