Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
1671-1672
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1671 Limo nie

fingS etwas jerknirschten Coriander, und ge-Kossenen Zimmet in ein Säcklein gebundenhinein / und lassen es also einen halben Tagstehen. Manche nehmen auch noch zwey oderdrey Gran Bisam darzu, reiben solchen mitsechs oder sieben mahl so viel Zucker auf einemReibstein so lange unter einander ab, bis mankeinen Bisam mehr siehet, und thun es hernachunter die Limonade, welche sie hierauf nochetliche mahl abgiessen. Andere, so sich weni-ger Müde geben, schneiden die Citronen, derensie zwey bis drey, nebst vier Loth Zucker auf ei-ne Kanne Brunnen- Wasser nehmen,Scheiben-weise, werffen beydes zusammen in das Wasser,tassen den dritten Theil daran einkochen, undseiaen es endlich, wenn es kalt worden, ge-wöhnlicher masscn durch. Die Limonade ist«in liebliches Getrckncke; weil sie aber nicht lan-ge dauret, als muß man sie allezeit um den an-dern oder dritten Tag frisch bereiten.

Limonie,ist die!?rucht desLimouien-Baums,«eiche von der Citrone nur darinnen unter-schieden ist, daß sie eine glättere und dünnereSchale, auch weniger Fleisch, hingegen aberdesto mehrMurck undSafft hat,auch saurer undlänalicher, auch am Gerüche lieblicher ist, alsdie Citrone. Die Farbe dieser Frucht ist weiß-gelb, und in dem Marck befinden sich einige bit-tere Kerne, welche, so sie recht zeitig, zur Zie-hung junger Limonien-Bäume mit Nutzen ge-braucht werden können. Vor alten Zeitenmüssen die Limonien allerdings unbekannt ge-wesen seyn, weilen das Wort ^>u,n Uimoniumbey keinem alten Scribenten angetroffen odergefunden wird/ also daß es scheinet, sie müssendie Limonien und Citronen vor ein Geschlechtgehalten haben; nicht anders, als wie heut zuTag unter dem Wort Limonien von dem gemei-nen Mann die eingesalkene Frucht von Citro-nen und Limonien, wie sie die Italiäner bey unsverkanffen, verstanden wird, dahingegen dersel-be ohne Unterschied Citronen nennet, was vonbeyderley Arten frisch und grün zu uns kommt.Ver Limonien giebt es vielerley Arten, undsind die heuriges Tages bekanntesten, die vr-dinaire Limonie, die Limonie derl.s>irz, mit einer spitzigen Birn, die Calabri-sche Limonie, die Limonie ohne Kern, die Li«mdnie von St. Martha, die mittelmäßige Li-monie, die länglichte Limonie von Gälte, dieplatte Limonie, die Limonie von Agrodolce,die Limonie, welche einen Pfeffer-Geruch hat,»VN vivs, die Limonie von Pomeran-zen-Schalen, die abgesetzte durchsichtige, dieLimonie von St. Remo, die Limonie aus demParadies, die Limonie von Lissabons, die Li-monie von St. Dominico, die Limonie Ce-drangolo, die Limonie Cedrangolo von Vandi-no, die Limonie ohne ihres gleichen, die iZ-r.«z-loro, die Limonie yon die Limonie <^e-^raro, die rothe o-iraro, die c>eclr->in mit er-habener Schale, die stachlichte Umonceiw, dielange Umoncrilo, die runde t^imonceilo zc.Sie wird in der Küche gleich der Citrone,vielfältig gebraucht, und an Fleisch, Fische,Pastete» und andere Speisen atthan, der

kimonie iL^z

Safft auf allerley Gebratens gedruckt^giebtdenselben einen angenebmen Geschmack; dieBlüthen streuet man über den Salat; vonder Schale und dem Marck werden die Li-monaden zugerichtet. Daß die frischen Simo-nien lang bleiben, und an stat der sauren Li-monien gebraucht werden mögen, wird damitfolgender Gestalt verfahren: Man nimmt ei-ne grobe Nadel oder kleinen Pfriemen, be-sticht die Limonien über und über gar wohl,und messet zeh>m Tage nach einander täglichfrisches Wasser darüber, hernach brühtmansiein Wasser, daß sie ein wenig weich werde»,und legt sie aus dem Sud so gleich in frischesWasser, nimmt sie wieder heraus, trocknet sieuns legt sie in einen Torff oder weites GlaS,gicsset halb Eßig und halb Salk-Wasser dar-" an, so sind sie fertig. Die Limonien werde»auch auf nachstehende Art mit Zucker einge-macht: Man nimmt schöne frische Limonien,die nicht gar hart an der Schale sind, undschneidet sie sein nach der Länge, Sralten-weise, wie man die Melonen schneidet, dochnur allein durch die gelbe Schale, damit we-der das weisse Fleisch, »och das darunter be-' findliche Marck .ehret werde, sondern dieSchale gleichwohl rings um an den Limonienbleibe; hieraus wucht man sie acht oder neunTage in frisches Wasser, giebt ihnen aber alleTage ein frisches, hernach lässet man sie inWasser einen guten starcken Sud thun, nimmtsie, wenn sie wohl gesotten seyn, wieder her-aus, legt sie aus ein sauberes Tuch oder Sieb,läutert hiernächst, gebräuchlicher Massen, denbenöthigten Zucker, dessen man allezeit aufdrey Limonien ein Pfund haben solle, siedetden Zucker gar dünn, wie Wasser, legtdieLi-monien darein, und lasset sie mit aufsieden,thut hernach die Limonien heraus in ein sau-ber Glas oder Topff, lässet den Julep kaltwerden, und giesset ihn darauf; über den an-dern oder dritten Tag siedet man den Jule»wieder, und das thut man zu unterschiedlichenmahlen, bis er die rechte Dicke bekommt,^datzman ihn nicht mehr sieden, sondern daruberstehen lassen darff. Die Limonien - Scha-len macht man also ein: Man nimmt schoneglatte Limonien, die keine Mahle haben,schneidet sie halb von einander, nimmt dasSafftige heraus, doch daß man die Schale»nicht zerreisse, siedet diese hernach in Wasserso lang, bis das Weisse inwendig weich wor-den, so lässet es sich mit einem Löffel sauberheraus nehmen oder schabe», daß die gelreSchale schön durchsichtig ist, hernach läutertman feinen Zucker, lässet denselben HonAdicke sieden, und giesset ihn warm, aber nichtzu heiß, darüber, daß er darüber weggeh: >wenn er wässerig wird, muß man ihn wieder >>e-den, es darn aber über zweymahl nicht gesche-hen, so muß man ihn auch nicht zu starck sieden,weil sie sich gerne candiren; wenn man will,mag man die Schalen auch länglicht schneiden,und dieselben also einmachen. Will man tro-cken eingemachte Limonien haben, sch"^!man in iegliche, wenn sie noch frisch, naw der