1669
kilie
Limonade
1670
»in,
desmahis drey oder vier Zwiebeln zusammen.Sie dauren gar wohl über Winters im Gar-ten, doch ist die gefüllte weit zarter, und da-her« wider die Kalte mit Stroh zu bedeckenund ZU verwahren. Die persla»i>chc Lilieoder pe> sianischerFederbu>ch, ist eine aus-bündig schöne Blume, deren länglicht weisserKiel einen runden starrten fast zwey Ellen ho-hen und mit vielen aestriemrcn Blattern ringsumher besetzten Stenge! treibet Oben hin-aus an und um demselben befinden luH eiiieMenge Purpur- oder Molet-farbene sechsblät-terichter Blumen die wie Glöcklein an nieder-gebogenen Stielen unter nch hange», und einelange zugespii -te Säule oder Pyramide vorstel-len Die Blumen sind eines widerwärtigen Ge-ruchs. A«S dem Grunde derselben steigen et-liche Goldfarbne Jaserlcin hervor, welche de-nen Blumen noch ein schöneres Ansehen ge-ben- Dieses Gewächse will nur mittelmäßi-ge Sonne, und eine Erde, wie die KüchenKrauter haben, auch vier oder funff Fingertieffund eine Spanne weit von einander ste-hen. Man muß sie, wie die Kaiser-Krone, sel-ten auS der Erde nehmen, >?enn aber solchesgeschiehet, so muß es im September seyn, undder Kiel bald wiederum in die Erde geseuet,auch zur Winters-Ieil wohl bedecket werden.Schade ists, daß diese nngemein schöne Blumebey unS so schwer zu erhalten ist, weil ihr Kielvon Iahren zu Iahren abnimmt und geringerwird. ES finden sich aber noch drey andereArten der Lilien, welche keine Zwiebeln ha-ben, sondern niit Wurtzeln versehen sind, undZlspkodel-Lilien, auch Tan-oder Schlaff-Lilien genennet werden. Asphodel-Lilien,«eil ihre grüne Blatter den Asphodel-Blät-tern gantz ähnlich sehen; Tag-Lilien, weilsie über einen Tag nicht offembleiben, sondernwas des Morgens ausgehet, sich deS AbendSwieder zuschliesset und verwelcket; Schlaff-Äilien, weil einige glauben, daß der Geruchderselbigen schlaffend machen solle. Die eineArt dieser Lilien ist Schwefel-gelb, und hat ei-nen sehr angenehmen Pflaumen-Geruch; dieandere ist gelb-röthlich, und einer abgestorbe-mn Farbe ähnlich, dabey auch eines widrigenGeruchs ; die dritte ist gantz weiß und ziemlichrar. Die gelb-rothe Art vermehret sich unterder Erden von sich selbsten mehr, als es denenGärtnern lieb ist, und hat man also keineMuhe damit; die Schwefel-gelbe aber, weiletwas weicher, gebrauchet niehrere Aus-° Sie erfordern beyde einen guten lu-ckern Grund, und wollen nicht gern versetzetwerden, auch blühen die Wursteln erst im an-dern ^ahr nach ihrer ersten Einfettung; sol-lycmnach ist es am rathsamsten, daß man alle»wey ^ayre die Erde ein wenig hinweg räu-lind den alten Stöcken etwas von den«rut-Wurlzeln mit Vortheil abnimmst, so,vaß >ene unverrückt stehen bleiben, den Grundaber auflockert und erfrischet, welches ihnenauch, nach bereits erfolgker Verblühung undLdwelckung überaus vorträglich ist. Wolteund Muße man sie «bek j« versetzen/ so muß
solches bey wachsenden Mond im Herbst ge-schehen. Bey Abnehmuna der jungen Brüt-Wnrtzeln hat man vcrnemlich dahin zu sehen,daß man sie nicht zu klein absondere, sonder»etliche Hertz-Triebe beysammen 'asse, damitsie nicht allzu sehr wuchern und die Blumen-Stengel dadurch aus-und zurücke bleiben-Wer gerne im Herbst oder Winter blühendeLilien haben wolle, nehme d-e Stenael mitsamt ihren Blumen, ehe sie noch auf.egan-aen sind, thue sie in ein irdenes Geschirre,oder in eine höltzerne inwendig wohl ausge-pichte Röhre, vermache es äusserlich so genau,daß keine Lufft darzu zu kommen vermag, ver-grabe es in die Erde, und setze, wenn man eSim Herbst oder Winter wieder heraus nimmt,die Stengel mit den Blumen in laulichteSWasser, so gehen die Blumen auf. DieWurtzöl von der weissen Lilie zeitiget, kühlet,lindert und zertheilet, und wird nur äusser-lich wider die schmertzhaffte güldene Äder,Brand-Schaden, Geschwüre und allerley Ge-schwulstengebrauchet. Die Blumen lindern,zeitigen, und sind äusserlich vor die Rose,Brand, Wunden «nd alle Schaden gut zugebrauchen. Die gelbe Zasern in denen Li-lien vertreiben die gelbe Sucht. Aus de»Blättern wird ein Wasser gezogen, welchesin Mutter-Beschwerden und andern Weiber-Kranckheiten sowohl, als in der Lungensucht,Engbrüstigkeit, und wider die kalte Flüsse desHaupts fürtrefflich gut ist. Die weissen Li-lien-Blätter werden in Baum-Oel gewe cht,und daS bekannte heilsame Lilien Gel davonaemacht, welches die erhärteten Flechs-Adernerweichet, allerley Schmertzen lindert, dieGeschwüre zeitiget, die Finnen vertreibet,und den fiiessenden Grind heilet, auch nebstder weissen Lilien-Salbe zu verschiedenen an-dern Zuständen dienlich ist. Die sogenannteHeidnische Lilie ist unter dem Wort Tür-kischer Bund, und die Vvasser-Lllie unterder See-Blume, Schwertel-Lilie aber ih-res Orts zu suchen.
/.-/«im siehe Mayen - Dlüm-
lein.
Limonade, Limonien-Nlasser, ist ein küh-lendes Aeträucke, welches von Wasser mit Ju-cker und Citronen-oder Limonien Safit zube-reitet wird. Man machet die Limonaden aufallerhand Art: Denn einige nehmen auf eineMeß-Kanne frischen Brunnen-Wassers, dreyoder vier Citronen, schneiden die äusserste gelbeSchale sauber davon herab, werffen solche indas Wasser, decken das Geschirre wohl zu, undlassen es also ein paar Stunde» stehen nach-mahls drücken sie den Safft aus den geschältenCitronen vollends hinein, lassen es wieder einekalbe Stunde stehen, denn seihen sie das Was-ser acht oder neu» mahl durch ein dichtes T>:ch,und werffen so viel gestossenen Jucke? hinein,als sie vor nöthig erachte», und giesseus nochetliche mahl aus einem Gelässe in das andere,lassen es auch wohl noch ein paar mahl durchdas Tuch lausten, damit der Tranck recht lau-ter werde. Einige hänge» auch üleich an-t Ggz, längs